Von Christine Zerwes und Katrin Schmiedekampf
In der Uni kam es nicht so drauf an. Klar gab es auch Stressphasen, die langen Büchernächte vor Klausuren, diese wirklich unangenehme Seminararbeit und am Ende das Ringen um eine gute Diplomarbeit. Aber ob man die Vorlesung einmal ausfallen ließ und den letzten Pflichtschein im Sommer- oder im Wintersemester machte - so wichtig schien das nicht. Im Zweifel blieb immer Zeit: für ausdauerndes Feiern, für Gespräche über die Beziehungsnöte der besten Freundin, für den Spontan-Trip nach Mailand und den Kanuurlaub in Schweden.
Gejobbt hat an der Uni fast jeder. Die erste "richtige" Stelle ist anders. Nicht so unverbindlich. Viel fordernder. Mit Fehlern, vor denen man Angst hat, und vielen Erwartungen von anderen oder an sich selbst. Dass der Alltag völlig anders aussieht, merkt jeder sofort. Dass man selbst sich schleichend verändert, nicht unbedingt.
Freunde und Verwandten fällt das oft zuerst auf: Plötzlich fehlt die Zeit und Energie, um sich nach einem langen Tag im Büro oder auf Terminen nachts noch auf der Piste herumzutreiben. Aus Buchlesern werden Fernsehgucker. Der Faktor Geld gewinnt an Bedeutung, dieser aufdringliche Bankberater meldet sich alle drei Wochen, die Einkommenssteuererklärung wartet, und es werden Versicherungsverträge abgeschlossen, über die früher immer alle gespottet haben. Die alten Freunde sind jetzt so weit weg und scheinen in einem Paralleleluniversum zu leben - was hat man sich noch zu sagen? Und vielleicht wandeln sich auch die Vorstellungen von Gesellschaft und Politik total: "Hilfe, werde ich jetzt Spießer"?
Was das Arbeitsleben anrichtet, wie es die Persönlichkeit beeinflusst, wie Menschen sich mit dem Job und durch den Job wandeln - sieben Berufsstarter berichten.
Christoph, 29, Vertriebsbeauftragter in München
Carola, 27, Beraterin in München
Max, 29, Kameramann in Berlin
Christiane, 27, Grundschullehrerin in München
Andreas, 27, Architekt in Berlin
Nicole, 24, Junior Key Account Managerin in Paderborn
Florian, 26, betreibt in Berlin eine Internet-Werbeagentur
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Bei Ihnen bricht man ja bald in Tränen aus!Wenn Sie sich schon selbst fragen, was mal aus Ihnen werden soll, ist das ein Zeichen, dass Sie überhaupt nicht geeignet sind, ein vom Steuerzahler - auch den nichtstudierten [...] mehr...
Eines ist sicher: es wird viel von einem erwartet und gefordert, wenn man in das Berufsleben startet. Man hat sich gerade zu Beginn täglich neuen Aufgaben und Herausforderungen zu stellen, aber ich denke gerade das ist auch das [...] mehr...
Ja, Arbeit kann Spaß machen. Aber wer kann schon tarifliche 8 Stunden Spaß ertragen? Vielen tätigkeiten fehlt der Esprit und so sind sie wie schale Witze, die mit noch so viel Schmerzensgeld nicht erträglicher wird. mehr...
Also ich sehe es nicht gleich als negative Erfahrung in der Arbeit an. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Arbeit kann dennoch Spaß machen und den Job gern tun, den ich habe. Nichtsdestotrotz kann es nicht sein, dass [...] mehr...
Wenn man das hier so ließt, kann man tatsächlich den Eindruck gewinnen, es wird nie wieder schöner als im Studium. Ich werde ab dem Winter meinen Master beginnen und fühle mich innerlich einerseits getrieben, endlich eigenes Geld [...] mehr...
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