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Arbeitgeber-Ranking Die Favoriten der Absolventen

3. Teil: "Wir kämpfen um jeden" - beim Buhlen um Talente machen auch die Kapitäne mit

Wenn sie sich nicht für ein verlässliches Familienunternehmen wie Dr. Oetker entscheiden, streben Einsteiger keinen lebenslangen Arbeitsplatz mehr an, sondern erwarten Investitionen in ihre eigene Entwicklung, ihre "Employability". Sie wissen, dass sie beim nächsten Konjunkturtief schnell wieder draußen sein können - und wollen deshalb ihre Qualifikationen perfektionieren.

Hoher Marktwert: Einstiegsgehälter von Universitätsabsolventen
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Vom Wunsch nach Weiterbildung profitiert eine Branche, die schwerlich mit der Sexiness ihrer Produkte punkten kann: Die Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers (PwC), KPMG und Ernst & Young belegen bei den Ökonomen die Ränge 3 bis 5; nur Deloitte landet abgeschlagen auf Platz 21. Allein bei PwC, dem Primus unter den "Big Four", sollen im laufenden Geschäftsjahr 1500 Absolventen eingestellt werden.

Tatsächlich tobt der Krieg um die Talente - bislang zumindest - nicht überall gleich heftig. Konzerne wie BMW oder PwC mit großen Namen und Marketingmacht können ihre Stellen mit etwas Mühe ordentlich besetzen. Eng wird es im Mittelstand - und besonders an der Spitze, wo sich Topkanzleien, Investmentbanken und Beratungen brachiale bis bizarre Schlachten liefern um die 2 bis 3 Prozent der Topperformer.

Großes Umgarnen in der Ägäis oder auf Mallorca

Im Visier: Menschen wie Christopher Daniel, ein Recruiter-Traum. Abi 1,1, Bayerische Begabtenförderung plus Studienstiftung des Deutschen Volkes, BWL-Studium an der WHU (Diplom: 1,1), MBA in Lancaster, Praktika bei McKinsey, Bain und Boston Consulting, Promotion und parallel VWL-Studium.

Trotz des Mammutprogramms ist Daniel erst 29, er erhielt auf zehn Bewerbungen neun Zusagen und ist seit Herbst 2006 bei BCG, "weil mir die größere Individualität und das selbstständigere Arbeiten gefallen". Woanders hätte er 10 Prozent mehr Gehalt bekommen und eine höhere Hierarchiestufe. "Den Ausschlag gab aber, welche Kultur am besten zu mir passte. Es war eine Bauchentscheidung."

Bewerber mit solchen Profilen sind rar und heftigst umworben. Da werden leicht 10.000 Euro für Lebensläufe von Elite-Uni-Absolventen oder als Handgeld gezahlt. Da lädt McKinsey zum Segeln in die Ägäis oder zum "Eintauchen" auf Mallorca. Da locken Einstiegsgehälter nördlich von 100.000 Euro bei einigen Law-Firms oder üppige "Compensation Packages" bei den großen Unternehmensberatungen: Promovierte oder MBA-Träger starten hier gern mal mit 90.000 Euro plus rund 10 Prozent Bonus plus 15 Prozent des Jahresbruttos als Betriebsrente plus Firmenwagen plus diverse Versicherungen. Binnen fünf Jahren kann sich das Gehalt leicht verdoppeln.

"Wir kämpfen um jeden"

Das Umwerben der jungen Talente hat für die Berater, die das Ranking innerhalb der High Potentials anführen, höchste Priorität. Von McKinsey-Chef Frank Mattern ist bekannt, dass er potenzielle Einsteiger schon mal zum Abendessen zu sich nach Hause einlädt; Konkurrent BCG wendet jährlich 20.000 Beraterstunden für das Recruiting auf.

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"Wir kämpfen um jeden", sagt Just Schürmann, der bei BCG für die Nachwuchssuche verantwortlich ist, "wenn wir jemandem ein Angebot machen, dann muss auch der Deutschland-Chef mal ran, um den promovierten Physiker aus Göttingen zu überzeugen."

Doch Big Money's Lockruf zieht längst nicht bei allen Talenten, zumal die Industrie mittlerweile mit lukrativen Angeboten dagegenhält und die Berater noch immer mit ihrem Cost-Cutter-Image zu kämpfen haben. In einer mit "Geld oder Liebe" betitelten Matrix hat Trendence dargestellt, bei welchen Firmen die Absolventen hohe Gehälter (Y-Achse) beziehungsweise große Kollegialität (X-Achse) erwarten. Ganz links oben steht, klar, McKinsey. Ganz rechts unten steht, seit Jahren zuverlässig auf den vorderen Rängen, 2007 auf Platz 13: Ikea.

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