Von Peter Ilg
Die Auswirkungen von Naturkatastrophen sind teuer, immens teuer sogar. Sie können ein Versicherungsunternehmen in den Ruin treiben. Deshalb sorgen die Unternehmen vor, betreiben Risikominimierung - indem sie Teile ihres Risikos auf andere Institute wie Rückversicherungen übertragen. Bei der Allianz beschäftigt sich der Mathematiker Thomas Lake mit den Naturgefahren.
"Wir analysieren die Gefährdungen der Allianz weltweit, die aus Erdbeben, Flut, Stürmen und anderen Naturgefahren resultieren", sagt er. Lake arbeitet mit etwa 15 anderen Naturwissenschaftlern zusammen, mit Seismologen, Meteorologen, Geografen und Geologen. Außer ihm ist ein weiterer Mathematiker im Team.
"Unsere Aufgabe ist es, die Risikostruktur der Allianz anhand bestimmter Parameter rechnerisch zu optimieren", so Lake. Einzelne Ereignisse werden in gewaltigen Simulationsszenarien abgebildet, die Rechnerei mithilfe von Computerprogrammen zigtausendmal wiederholt, bis klar ist, welches Risiko in welcher Region der Erde abgegeben werden sollte. Zum Schutz des Unternehmens selbst.
Mathematik hat Lake schon in der Schule interessiert. Richtig spannend für ihn wurde es dann im Studium: "Mathematiker bauen ein Gerüst von Aussagen auf. Die Zusammenhänge in der Theorie nachzuvollziehen und daraus angewandte Mathematik abzuleiten, das ist das Faszinierende an dem Fach", sagt der 26-Jährige.
Lake studierte in Oldenburg, er beschäftigte sich besonders mit angewandter Finanz- und Versicherungsmathematik. Sein Zweitfach war Wirtschaftswissenschaften. Während seines Studiums hat Lake in der Versicherungsbranche gearbeitet. Ein Praktikum führte ihn nach London zu einem Rückversicherungsmakler. Diese Leute handeln mit den Risiken von Naturkatastrophen.
"Mein Berufseinstieg war sehr einfach", sagt Lake. Er hatte mehrere Angebote, konnte frei auswählen. Vielleicht lag es daran, dass er sein Studium mit der Note eins abgeschlossen hat.
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