Was Sabine Kober in Memmingen ausprobiert, ist deutschlandweit einzigartig. Sie hat ihre Vertriebsfirma ganz zugeschnitten auf junge Mütter mit kleinen Kindern, die hier Haushalt und Beruf unter einen Hut bringen können. "Die Frauen sind Organisationstalente, flexibel und so begeistert von der Arbeit, dass sie auch Kunden begeistern können", schwärmt die Chefin. Sie hat ein eigenes Geschäftsmodell entwickelt, um in ihrer Belegschaft Haushalt und Beruf unter einen Hut zu bringen.
Memminger Firma: Im Kreise der Lieben
Eine der Mitarbeiterinnen ist Stefanie Rott. In ihrer ehemaligen Firma fühlte sie sich schon vor dem Mutterschutz aufs Abstellgleis geschoben. Und mit einem Baby finde man keinen Chef, der Mütter arbeiten lasse, wenn es ihnen in den Tagesablauf passe, sagt sie. Und hat inzwischen alle Frauen ihrer Krabbelgruppe an Sabine Kober vermittelt.
Als die 38-jährige Firmenchefin vor zwei Jahren ihre Vertriebsfirma für Luxusschokolade und Modeaccessoires im bayerischen Memmingen gründete, hatte die Junggesellin den Kopf voller Ideen, aber keine Ahnung, wie sie den rasant wachsenden Erfolg bewältigen sollte. An fest angestellte Mitarbeiter war in der Gründungsphase nicht zu denken, erinnert sich die Kober, die ihre Büroarbeit Zuhause erledigt und für den Vertrieb eine kleine Lagerhalle angemietet hat.
Heimarbeit mit Laptop und Telefon
Dann lernte sie Stefanie Rott kennen, Einkäuferin bei einer Marktkette. Die junge Mutter klagte gefrustet über Chefs, die in Bewerbungsgesprächen beim Thema Kleinkind sofort fragen, wie das gehen soll, wenn die Tochter krank ist oder wenn Ferien sind. "Die Frau stand mit beiden Beinen im Beruf und war wirklich gut. Sie hatte nichts verlernt, nur eben weniger Zeit", erklärt Kober.
Wenn Manager in Rente gehen, werde bedauert, dass der Firma deren Wissen und Erfahrungen verloren gingen. Über das brachliegende Potential von Müttern werde in Deutschland viel zu wenig geredet, meint die Jungunternehmerin. Mittlerweile hat sie ein eigenes Konzept mit dem Titel "Mutter und Business - Hand in Hand" entwickelt hat.
Die Organisation geht bis ins Detail: Mütter mit Kleinkindern, die nur Zuhause arbeiten können, tun dies mit Laptop und Telefon. Sie sind zum Beispiel für die Kundenbetreuung zuständig. Mütter, deren Kinder vormittags in der Schule oder im Kindergarten sind, arbeiten stundenweise im Versand. "Wenn eine Mutter mal kurzfristig absagen muss, und das kommt öfters vor, springen andere gern ein", erklärt die Chefin.
Eine Flut von Bewerbungen
Als das Reservoir an Arbeitskräften Stefanie Rotts Krabbelgruppe erschöpft war, meldete Kober ihre freien Stellen der Agentur für Arbeit in Memmingen, die ein Inserat im Internet schaltete. Gesucht wurden nur junge Mütter mit Kind. "Die Flut der Bewerbungen hätte ausgereicht, um Schicksalsromane zu schreiben", erinnert sich die Firmenchefin.
Übereinstimmend schilderten viele Frauen ihre Erfahrungen bei der Jobsuche. Eine annehmbare 400-Euro-Stelle zu bekommen, sei schon schwierig. Schier unmöglich aber sei es, die Arbeit gerade dann zu erledigen, wenn Familie und Haushalt dafür Zeit ließen. Das Geschäftsmodell von Kober löste bei den Müttern Begeisterung aus.
Die flexible Gestaltung der Arbeitszeit sei ein Riesenvorteil, schwärmt zum Beispiel Marion Ruf: "Oma und Opa sind selbst noch aktiv. Die kann ich nicht einspannen als Babysitter. Jetzt arbeite ich daheim, und zwar dann, wenn es mir passt." Birgit Geisler findet im Schokoladenvertrieb, was ihr daheim fehlt: "Manche Frauen gehen in ihrem Haushalt auf. Aber das ist eine endlose Baustelle. Ein Ergebnis sieht da niemand. Hier finde ich Bestätigung und Anerkennung."
"Kinder sind sehr kritische Tester"
Rott freut sich darüber, geistig fit zu bleiben für eine Fortsetzung ihrer früheren Berufstätigkeit: "Hier habe ich endlich mal was anderes im Kopf als nur Fragen wie, was ich koche oder wo ich die Kinder hinfahren muss." Beruf und Haushalt unter einen Hut zu bringen, schafft Birgit Geisler inzwischen ganz locker: "Geschäftlich telefonieren geht sogar mit dem Kind auf dem Arm. Selbst wenn mein Sohn Leopold mal dazwischen plappert, reagieren Gesprächspartner eher positiv, wenn ich erzähle, dass ich von Zuhause aus arbeite."
Zu Besprechungen, die abends in der Wohnung von Kober stattfinden, bringen manche Frauen ihre Kinder einfach mit. Und auch die werden eingespannt: "Kinder sind sehr kritische Tester, wenn es um Schokolade geht", erzählt die Chefin schmunzelnd.
Das "Mega-Highlight" in ihrem Job seien die Messen, erklären die jungen Mütter. "Da kommt man mal raus. Die Väter nehmen Urlaub und kümmern sich um Haushalt und Kinder. Für zwei Tage schreibe ich kilometerlange Listen, was zu tun ist. Da merken sie mal, was wir die ganze Zeit leisten", sagt Geisler. Das ist bei Rott allerdings anders: "Meiner schlägt sich bei der Oma durch."
Von Klaus Schlösser, ddp
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...erstmal ab in den öD. Und dann kann man hemmungslos drauflosmuttern! Der Rest unserer "Leistungsgesellschaft" hat nicht kapiert, dass Kinder die Zukunft eines jeden Gemeinwesens sind. mehr...
und Partner mit Niveau ! so wird einen Vermittlung, also, da ist fürs besten Nachwuchs schon vorgesorgt! mehr...
Auch in einer Instant- und ready-to-go-Gesellschaft muss man mal innehalten - und nicht nur überlegen, was alles in ein Leben paßt, sondern auch was alles sinnvoll ist. mehr...
Während der Zeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin! (Also nach Studium, vor Industrie) oder als Zeit während einer Beamtenlaufbahn. Jedenfalls ist das mein Plan :-) mehr...
Diese Frage ist akademisch,hähä. Zuerst wäre da wohl die Frage zu klären, ob angehende Akademikerin einen Ehemann, oder nur Liebhaber und Freunde findet. Wird die Akademikerin eine Job beim Staat anstreben, ist es egal. [...] mehr...
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