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Wissenschaftspolitik Was sich deutsche Spitzenforscher wünschen

9. Teil: Ökonom Falk: "Frühkindliche Förderung verstärken"

Armin Falk, Laboratorium für Experimentelle Wirtschaftsforschung der Universität Bonn, Forschungsgebiet: Verhaltenswissenschaftliche Wirtschaftsforschung

"Bildung ist eine Schlüsselressource in Deutschland. Das politische Problem besteht darin, dass die Erträge der Bildungspolitik langfristig anfallen, lange nach dem nächsten oder übernächsten Wahltermin. Deshalb ist die Versuchung, kurzfristige Politik zu betreiben, groß, zu Lasten einer nachhaltigen Politik, die der Bildung größeres Gewicht verleiht.

DFG / Querbach

Dieser Versuchung zu widerstehen, ist mein Wunsch an die Politik. Eine verantwortliche und effiziente Bildungspolitik muss die frühkindliche Förderung massiv verstärken. Es ist Fakt, dass der familiäre Hintergrund in Deutschland einen ganz wesentlichen Einfluss auf die weitere Entwicklung hat: Sozialhilfekarrieren vererben sich. Deshalb muss gerade Kindern aus sozial benachteiligten Familien geholfen werden, und es muss früh geholfen werden. Je früher, desto besser: Frühe Erfahrungen formen die Grundlage für die Leistungsfähigkeit im Erwachsenenalter, kognitiv, sozial und emotional.

Frühkindliche Förderung ist deshalb die beste Waffe gegen Arbeitslosigkeit und gesellschaftliche Spaltung. Ich bin gegen eine Trennung von Forschung und Lehre, aber für eine Reduktion der Lehrverpflichtung für Spitzenforscher. Wir stehen in der Forschung international im Wettbewerb mit Kollegen, die eine deutlich geringere Lehrverpflichtung haben. Wenn Deutschland Anschluss an die Spitze halten bzw. erreichen will, müssen die Bedingungen für die Forschung verbessert werden.

Das ist nicht zuletzt eine Frage der Lehrverpflichtung. Die Lehrverpflichtung in Deutschland ist zudem ein großes Hindernis bei der Rekrutierung von Forschern aus dem Ausland und ein Grund, warum Universitäten Forscher an Einrichtungen wie die Max-Planck-Institute oder ausländische Universitäten verlieren."

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insgesamt 721 Beiträge
Vinodissimo 14.08.2007
Was hätte man auch anders erwarten können, dass die angelsächsischen Länder sich mal wieder als Weltmeister dekorieren, weil sie über höhere Budgets verfügen.
Zitat von sysopIm internationalen Vergleich schneiden deutsche Hochschulen schlecht ab: In einem neuen weltweiten Ranking sind die beiden besten aus Bayern - aber sie schafften es nicht unter die Top 50. Sind die deutschen Unis international noch konkurrenzfähig?
Was hätte man auch anders erwarten können, dass die angelsächsischen Länder sich mal wieder als Weltmeister dekorieren, weil sie über höhere Budgets verfügen.
discipulus 14.08.2007
[QUOTE=sysop;1386834 ... Sind die deutschen Unis international noch konkurrenzfähig?[/QUOTE] Welche Kriterien für die "Konkurrenzfähigkeit" werden angelegt?? Bei mancher Diskussion - auch hier in Bayern - habe ich [...]
[QUOTE=sysop;1386834 ... Sind die deutschen Unis international noch konkurrenzfähig?[/QUOTE] Welche Kriterien für die "Konkurrenzfähigkeit" werden angelegt?? Bei mancher Diskussion - auch hier in Bayern - habe ich den Eindruck: Versorgung der Professoren auf Kosten der Steuerzahler: Besoldung und Pension aus C4, andrerseits staatsunabhängige Entscheidungskompetenz mit den Mitteln des Steuerzahlers. Was wollen die selbst ernannten "Excellence cluster" a la Stoiber eigentlich?
Peter Kunze 14.08.2007
Tach, Die Frage sollte sich eher nach dem Produkt richten, welches Unis produzieren: Forschungsergebnisse und Akademiker. Hier können die deutschen Unis durchaus mithalten, wobei eine wachsende technik- und [...]
Zitat von sysopIm internationalen Vergleich schneiden deutsche Hochschulen schlecht ab: In einem neuen weltweiten Ranking sind die beiden besten aus Bayern - aber sie schafften es nicht unter die Top 50. Sind die deutschen Unis international noch konkurrenzfähig?
Tach, Die Frage sollte sich eher nach dem Produkt richten, welches Unis produzieren: Forschungsergebnisse und Akademiker. Hier können die deutschen Unis durchaus mithalten, wobei eine wachsende technik- und wissenschaftsfeindlichkeit in der Gesellschaft sowie die Einführung des Master/Bachelor-Matsches das ihrige zum Absinken des Rufs der Unis beitragen. Die Art der Umsetzung wiederum ist international natürlich nicht mehr konkurrenzfähig. Die Vorteile der angelsächsischen Topunis ist überwältigend: - Mehr Geldmittel stehen zur Verfügung. Die Privatwirtschaft und die Ehemaligen lassen sich da nicht lumpen. - Freie Wahl der Studis. Ein Abi entlockt mal ein müdes Lächeln bei der Zulassungsstelle. - Freie Wahl der Studien- und Forschungsgebiete, keine bis wenige staatliche Vorschriften. Vor einer Antwort bitte bedenken: Darüber zu streiten, ob dies nun sinnvoll, ethisch vertretbar und sozial gerecht sei ist NICHT das Thema des Threads - zumal auch in D Eliten händeringend gesucht werden... Bye Peter
Andreas2 14.08.2007
Schon die erste Antwort zeigt das Problem: die Vogel-Straußpolitik in diesem Lande, sprich: das Ignorieren der Realität und ihrer Ursachen, wird eine wirkliche Verbesserung verhindern, denn dafür bräuchte es ein Umdenken auf [...]
Schon die erste Antwort zeigt das Problem: die Vogel-Straußpolitik in diesem Lande, sprich: das Ignorieren der Realität und ihrer Ursachen, wird eine wirkliche Verbesserung verhindern, denn dafür bräuchte es ein Umdenken auf vielen Ebenen und nicht dieses übliche Geschwätz. Übrigens, Vinodissiomo, schon gemerkt ? Es geht keineswegs um ein Dekorieren der angelsächsischen Länder ( von denen dieses Ranking überhaupt nicht entworfen wurde, wie man dem Artikel eigentlich recht deutlich entnehmen kann). Und weiter: ist es unappetitlich, ja sittenwidrig, dass die "Sieger-Unis" höhere Budgets haben ? Natürlich nicht, aber solange eine wirkliche und überfällige Eliteförderung in unserer Sozialneidgesellschaft diskreditiert wird, so lange eine absolut sinnvolle und kontrollierte Zusammenarbeit mit der Industrie durch völlig surrealistische Restriktionen zuverlässig verhindert wird, so lange brauchen wir uns über solche Ergebnisse nicht zu wundern.
Müder_Mensch 14.08.2007
Laut dem Artikel ist die Untersuchung durch die Universität Shanghai gemacht worden, also haben sich die angelsächsischen Länder nicht selbst als Weltmeister dekoriert, das sollte man nicht übersehen. Sehr gut bemerkt, das die [...]
Zitat von VinodissimoWas hätte man auch anders erwarten können, dass die angelsächsischen Länder sich mal wieder als Weltmeister dekorieren, weil sie über höhere Budgets verfügen.
Laut dem Artikel ist die Untersuchung durch die Universität Shanghai gemacht worden, also haben sich die angelsächsischen Länder nicht selbst als Weltmeister dekoriert, das sollte man nicht übersehen. Sehr gut bemerkt, das die meisten dieser Institute über ein wesentlich höheres Budget verfügen. Und natürlich die brilliantesten Köpfe der Welt anziehen.
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