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Antidiskriminierungsgesetz Mädcheninternat muss männlichen Bewerber nicht entschädigen

Sucht ein Mädcheninternat Betreuer, darf es Männer vom Verfahren ausschließen - das ist keine Diskriminierung, entschied das Bundesarbeitsgericht. Bei einem Klagemarathon hatte ein männlicher Bewerber versucht, aus einer Stellenanzeige Kapital zu schlagen.

Der Träger eines Mädcheninternats darf Männer von der Bewerbung für einen Betreuerposten mit Verpflichtung zu Nachtdiensten ausschließen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht in Erfurt und wies damit die Klage eines Sozialpädagogen auf Schadenersatz nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in letzter Instanz ab (Aktenzeichen: 8 AZR 536/08).

Der diplomierte Sozialpädagoge war in erster Instanz vor rund einem Jahr erfolgreich gewesen. Zunächst hatte das Arbeitsgericht Trier in seinem Sinne entschieden, dann jedoch in zweiter Instanz das Mainzer Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz seine Klage abgewiesen.

Und dabei bleibt es: Die obersten Arbeitsrichter in Erfurt verwiesen nun bei ihrem Urteil vom 28. Mai darauf, dass das AGG eine unterschiedliche Behandlung aufgrund des Geschlechts zulasse, wenn dieses eine wesentliche Voraussetzung für den auszuübenden Beruf darstelle (Paragraf 8, Absatz 1 AGG). Diese Bedingung sei im vorliegenden Fall erfüllt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Kläger hatte sich auf die Stellenanzeige eines staatlichen Gymnasiums beworben, mit der eine "Erzieherin/Sportlehrerin oder Sozialpädagogin" gesucht wurde. Das Gymnasium teilte dem Mann mit, bei der Stellenbesetzung könnten ausschließlich Bewerberinnen berücksichtigt werden, da diese auch Nachtdienste im Mädcheninternat leisten müssten. Der Kläger sah diese Beschränkung als unzulässige Benachteiligung wegen seines Geschlechts an und hatte daher eine Entschädigung von mindestens 6750 Euro nach dem AGG verlangt.

Anders als in diesem Ausnahmefall verbietet das AGG eine ganze Reihe von Diskriminierungen, nicht nur wegen des Geschlechts, sondern auch wegen des Alters, der Hautfarbe oder der Religionszugehörigkeit.

cht, ddp

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insgesamt 443 Beiträge
Günther_Glamsch 26.11.2008
Ich habe eine weibliche Vorgesetzte und empfinde das als angenehm. Wenn man sich nicht allzu dämlich anstellt, kann man sie leicht um den Finger wickeln. Ein paar nicht übertriebene Komplimente reichen da schon und zaubern ein [...]
Zitat von sysop85% Frauen im Unternehmen, aber 0% Frauen auf der Chefebene: Mit dieser simplen Rechnung hat eine Gema-Angestellte jetzt einen Prozess gegen ihren Arbeitgeber gewonnen. Es ist eine Premiere in Deutschland - was sind Ihre Erfahrungen mit Diskriminierung im Job?
Ich habe eine weibliche Vorgesetzte und empfinde das als angenehm. Wenn man sich nicht allzu dämlich anstellt, kann man sie leicht um den Finger wickeln. Ein paar nicht übertriebene Komplimente reichen da schon und zaubern ein Lächeln in ihr Gesicht. Ihr Vorgänger war ein gestandenes Mannsbild. War auch ganz nett, aber mit Komplimenten allein kam man da nicht weiter.
werner51 26.11.2008
Kein Problem hier. Frauen sind (mindestens) so gut wie Männer. Und wenn ich - bei vergleichbarer Qualifikation - die Wahl habe, dann achte ich schon darauf, daß auch Führungspositionen in etwa pari besetzt werden. Bevorzugung [...]
Zitat von sysop85% Frauen im Unternehmen, aber 0% Frauen auf der Chefebene: Mit dieser simplen Rechnung hat eine Gema-Angestellte jetzt einen Prozess gegen ihren Arbeitgeber gewonnen. Es ist eine Premiere in Deutschland - was sind Ihre Erfahrungen mit Diskriminierung im Job?
Kein Problem hier. Frauen sind (mindestens) so gut wie Männer. Und wenn ich - bei vergleichbarer Qualifikation - die Wahl habe, dann achte ich schon darauf, daß auch Führungspositionen in etwa pari besetzt werden. Bevorzugung einer Frau nur weil sie eine Frau ist, die lehne ich allerdings ab. Das AGG wäre in diesem Fall zu Gunsten der Männer anwendbar.
torgum 26.11.2008
Das Problem mit einigen Damen in den Führungspositionen ist, dass sie das Gleichbehandeln nicht als Gleich behandeln, sondern es dann gleich übertreiben müssen. Das führt dann auch schonmal soweit, dass Kollegen ausgebremst [...]
Das Problem mit einigen Damen in den Führungspositionen ist, dass sie das Gleichbehandeln nicht als Gleich behandeln, sondern es dann gleich übertreiben müssen. Das führt dann auch schonmal soweit, dass Kollegen ausgebremst werden, um nicht in die Situation zu kommen, dass er vielleicht mal mehr drauf haben könnte, als sie... letzteres ist mir passiert ....zum Glück ist das nun vorbei...
Wallenstein 26.11.2008
Alle reden von Gleichberechtigung für Frauen. Wie sieht es denn unterhalb der Chefebene aus? Anscheinend werden dort der Frauen bevorzugt - im Fall der Gema stehen dort 85% in Lohn und Brot. Ich bin sehr für [...]
Alle reden von Gleichberechtigung für Frauen. Wie sieht es denn unterhalb der Chefebene aus? Anscheinend werden dort der Frauen bevorzugt - im Fall der Gema stehen dort 85% in Lohn und Brot. Ich bin sehr für Gleichberechtigung, aber bitte dann auf allen Ebenen und nicht nur über die Chefetage diskutieren. Es gibt mehr arbeitslose Männer als Frauen, und der Weg in den Chefsessel fängt bekanntlich in unteren Ebenen an. Mehr Männer in die unteren Ebenen. Mehr Frauen in die oberen Ebenen. Das ist Gleichberechtigung. Meine Erfahrung ist, dass Frauen grundsätzlich bessere Berufsmöglichkeiten haben, nicht zu letzt, weil sie für gleiche Arbeit weniger Geld bekommen. Schon aus diesem Grund bin ich für gesetzliche Gleichstellung bei der Lohnzahlung, dann nämlich rentiert es sich für Arbeitgeber nicht mehr Männer außerhalb der Chefetagen als Menschen zweiter Klasse zu behandeln.
Frank2000 26.11.2008
Bis auf marginale Ausnahmen sind Frauen schon längst vollkommen gleichberechtigt in Deutschland. Der jetzige Krieg, der von eingen Frauen mit Hilfe der Gerichte gefochten wird, geht um etwas anderes: um die [...]
Bis auf marginale Ausnahmen sind Frauen schon längst vollkommen gleichberechtigt in Deutschland. Der jetzige Krieg, der von eingen Frauen mit Hilfe der Gerichte gefochten wird, geht um etwas anderes: um die "Verfraulichung" der Gesellschaft. In meiner Branche (Software) können Frauen beliebig hoch kommen, da hier permanenter Mangel an qualifizierten und hochqualifizierten Kräften besteht. Wenn es dann aber hart auf hart kommt, machen die FRAUEN einen Rückzieher und nicht etwa die Arbeitgeber. Das Prestige und das hohe Einkommen eines Posten möchte frau schon gerne mitnehmen. Aber den Druck, die langen Arbeitszeiten, die Verantwortung... sprich die HÄRTE des Jobs will man nicht haben. Statt dessen wird jetzt ein anderer Weg beschritten: man ist zwar sachlich den Mitbewerbern unterlegen, klagt sich aber durch die Gerichte. das hat gleich zwei Vorteile: a) frau bekommt Kohle, ohne dafür zu arbeiten b) als ungenannter Masterplan im Hintergrund verfolgt frau noch das Ziel, die sozialen Faktoren bestimmter Führungsposten verändern zu wollen. So im Sinne von: Personalchefin möcht´ ich schon gern sein, aber Entlassungen wird es bei mir nicht geben - statt dessen gibt´s dann Mediationsrunden und autogenes Training. Mal sehen, ob frau damit durchkommt, ich bezweifle es ja eher... Der Vollständigkeit halber muss man einen weiteren Grund nennen, warum Frauen seltener auf Führungsposten sitzen: wegen der schwierigen Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ich selbst habe Elternzeit genommen, um die Karriere meiner Frau nicht zu schädigen - aber das ist sicher noch nicht selbstverständlich. Die tatsächliche Gestaltung des Familienlebens wird von vielen, sehr persönlichen Faktoren bestimmt. Im Endeffekt hat das aber nicht der Arbeitgeber zu verantworten. Um es überspitzt auf den Punkt zu bringen: 50% Teilzeit mit davon 80% Telearbeit disqualifizieren eine Mitarbeiterin für höhere Posten. Da kann sie fachlich noch so gut sein. MfG Frank
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