Nachwuchswissenschaftler an deutschen Universitäten haben es nicht leicht. Ihre Arbeitszeit ist häufig deutlich länger als vertraglich vereinbart und wird mit promotionsfremden Tätigkeiten überladen. Das hat die Studie "Der wissenschaftliche Mittelbau an deutschen Hochschulen - zwischen Karriereaussichten und Abbruchtendenzen" im Auftrag der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di ergeben.
Die Verfasser haben 931 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Hochschulen in Oldenburg, Jena und Berlin befragt. Laut Studie können die Nachwuchsforscher nur 40 Prozent ihrer Arbeitszeit tatsächlich für ihre Dissertation verwenden - die restlichen Stunden bringen sie mit anderen Jobs an der Universität zu. Ihre Vertragslaufzeit beträgt im Schnitt nur 28 Monate, eine Doktorarbeit dauert in Deutschland in der Regel allerdings fast sechs Jahre.
Familie? Später. Vielleicht.
Die Familienplanung ist deshalb für viele der jungen Universitätsangestellten ein Problem: Aufgrund der befristeten Arbeitsverhältnisse haben 43 Prozent der weiblichen und 28 Prozent der männlichen Akademiker schon einmal einen Kinderwunsch zurückgestellt. Die Gewerkschaft fordert deshalb längere und anpassungsfähigere Vertragslaufzeiten.
"Zum Teil ist den Wissenschaftlern gar nicht bewusst, wie schlecht die Bedingungen sind", sagt Hecht. "Sie sitzen mit so viel Eifer und Motivation an ihrer Promotion, dass das die negative Seite meist überlagert."
Allerdings bemängeln 43 Prozent der jungen Wissenschaftler fehlende Unterstützung bei ihrer beruflichen Entwicklung. Sie wünschen sich mehr Weiterbildungs- und Orientierungshilfe für die Zeit, die nach der Promotion kommt. Die bestehenden Angebote bewertet die Hälfte als mangelhaft. Für 90 Prozent der Befragten kommt eine Wissenschaftskarriere an der Hochschule nicht in Frage.
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