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24.09.2009
 

Lohnstudie

Wie die Krise Managergehälter drückt

Von Anne Spies und Klaus Werle

Der Abschwung hat die Chefeinkommen in der deutschen Wirtschaft geschmälert, vor allem in der Autoindustrie mussten Top-Kräfte Abstriche machen. Der Gehaltsreport des manager magazin zeigt, welche Branchen ebenfalls betroffen waren - und in welchen Positionen noch richtig Geld verdient wird.


Hamburg - Die Wirtschaftskrise trifft auch Deutschlands Führungskräfte, fast jeder fünfte leitende Angestellte musste bereits Gehaltseinbußen hinnehmen. Wobei die Differenzen zwischen den Branchen ausgeprägt sind: Während in der Autoindustrie jeder zweite Top-Manager von Kürzungen betroffen ist, ist es bei Banken und Versicherungen, in der chemischen Industrie und im Maschinenbau nur jeder vierte. In der Pharmabranche melden sogar lediglich fünf Prozent Einbußen (siehe Grafik "Harte Schnitte" in der Fotostrecke oben).

Dies ist ein Ergebnis des "Gehaltsreports 2009" des manager magazin. Die groß angelegte Online-Umfrage präsentiert das Wirtschaftsmagazin exklusiv in seiner aktuellen Ausgabe, die ab Freitag im Handel ist. Die Studie entstand in Kooperation mit dem Business-Netzwerk Xing. Mehr als 91.000 Angestellte, Beamte und Freiberufler gaben detailliert Auskunft über die Entwicklung ihrer Einkommen und ihre Erwartungen für die kommenden Jahre. Damit liefert der Gehaltsreport ein authentisches Bild der Vergütungsstrukturen in den Führungsetagen der Republik.

Anders als häufig in der öffentlichen Diskussion um die Millionengehälter der Konzernvorstände unterstellt, verdient in Wahrheit nur eine kleine Minderheit der Manager sehr hohe Gehälter. Der Durchschnittsverdienst von leitenden Angestellten beträgt dem Gehaltsreport zufolge 82.000 Euro, nur sieben Prozent der Befragten kommen auf 110.000 Euro und mehr. Selbst auf der oberen Führungsebene liegen die durchschnittlichen Jahresverfügungen von über 50-jährigen Managern zwischen 135.000 Euro (im Maschinenbau) und 168.000 Euro (in der Autoindustrie).

In allen Branchen ist eine große Spreizung der Gehälter zwischen den hierarchischen Stufen zu beobachten. So liegt die Einkommensdifferenz zwischen der unteren und der oberen Managementebene bei rund 100 Prozent (siehe Grafik "Auto, Banken, Pharma - Vergütungsinseln der Seligen" in der Fotostrecke).

Auch die regionalen Unterschiede sind immens. Ein Süd-Nord- und West-Ost-Gefälle ist erkennbar. So erzielen leitende Angestellte in Hessen die höchsten Durchschnittsgehälter (91.000 Euro), gefolgt von Bayern (85.000 Euro), Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz (jeweils 83.000 Euro). Deutlich geringer sind die Einkommen von Führungskräften jedoch in den ostdeutschen Bundesländern, wo Thüringen mit 54.000 Euro das Schlusslicht bildet.

Nach wie vor frappierend sind die Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern, die - wie der Gehaltsreport belegt - stolze 27 Prozent betragen. Allerdings verdienen Frauen ausgerechnet in klassischen Männerdomänen wie IT oder Technik oft genauso gut wie ihre Kollegen. Und: In den oberen Einkommensregionen haben sich die Einkommen stark angenähert - jenseits eines Jahresgehalts von 110.000 Euro herrscht zwischen Männern und Frauen weitgehende Gleichheit.

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