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24.03.2010
 

Führungs-Frauen

"Männer klären zunächst, wer der Bestimmer ist"

Zähne zeigen: "Frauen müssen die Kröte schlucken und die Männersprache sprechen"Zur Großansicht
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Zähne zeigen: "Frauen müssen die Kröte schlucken und die Männersprache sprechen"

Wollen Frauen in die Chefetagen von Firmen oder Hochschulen, hilft nur eine satte Portion Arroganz, sagt Karrieretrainer Peter Modler. Schluss mit der Demutshaltung, rät er im Interview des Hochschulmagazins "duz europa": Weil Männer ohne Hackordnung nicht können, müssen Frauen eben mithacken.

Frage: Herr Modler, warum kommen Frauen mit Führungspositionen schlecht klar? Sind daran die Männer schuld?

Modler: Es geht dabei oft weniger um Schuld als um Sprache. Viele Frauen sind sehr gut qualifiziert und hervorragend ausgebildet, und doch gelingt es ihnen nicht, sich in männerdominierten Arbeitsbereichen zu behaupten. Der Klassiker ist, dass sie in Konferenzen oft nicht genug wahrgenommen werden.

Frage: Woran liegt das?

Modler: Frauen und Männer bewegen sich in unterschiedlichen Sprachsystemen. Das fängt schon in der Kindheit an. Mädchen achten darauf, dass alle in der Gruppe gleichberechtigt sind. Tritt ein Mädchen als Chefin auf, wird es von anderen Mädchen eher nicht gemocht. In der Soziolinguistik nennt man das horizontales Sprachverhalten. Frauen argumentieren früher auf einer sachlichen Ebene. Es fällt ihnen schwer zu unterbrechen, unhöflich zu sein.

Frage: Und Männer...

Modler: ...haben ein vertikales Gesprächsverhalten. Bei ihnen geht es oft zunächst darum, wer der Bestimmer ist - das müssen nicht einmal sie selbst sein. Erst wenn Rangordnung und Territorium geklärt sind, geht es zur Sache.

Frage: Ist das in der Wissenschaftswelt genauso wie in der Wirtschaft?

Modler: Absolut. Der intellektuelle Anspruch ist nicht maßgeblich.

Frage: Und jetzt sollen Frauen bei diesen Hahnenkämpfen mitspielen, um beruflich voranzukommen. Trainieren Sie das in Ihren Arroganz-Seminaren?

Modler: Was Sie als "Hahnenkämpfe" abwerten, ist zunächst einfach ein Sprachverhalten, das Ihnen fremd ist. Natürlich gibt es das umgekehrt auch. Es hat keinen Sinn, etwas abzuwerten, nur weil es fremd erscheint. Ich bedaure das, aber leider ist es heute noch so, dass in den Führungsetagen überwiegend Männer den Ton angeben. Will eine Frau beruflich etwas erreichen, muss sie leider die Kröte schlucken und sich in deren Sprache ausdrücken können. Das ist hoffentlich nicht mehr lange so.

Frage: Was machen Frauen oft falsch?

Modler: Sie müssen sich davon verabschieden, Chefin und gleichzeitig Freundin zu sein. Wer Männer führen will, muss durchsetzungsstark sein und sollte nicht auf den Sympathiebonus schielen. Zu viel Höflichkeit kann schaden. Wenn ich mein Gegenüber während einer harten Auseinandersetzung flirtmäßig anlächle, werde ich als Verlierer aus dem Gespräch gehen. Demutshaltungen sind falsche Zeichen.

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Frage: Sie motivieren Frauen dazu, mit ihren Erfolgen anzugeben.

Modler: Ich will nur, dass Frauen den Erfolg haben, der ihnen zusteht. Sie können lange darauf warten, dass Männer Ihre Leistung würdigen, wenn sie nicht selbst darüber reden. Statt für sich zu werben, weisen Frauen aber noch oft auf die Schwachstellen ihrer Arbeit hin.

Frage: Wie kommt man in Sitzungen besser klar?

Modler: Zunächst gilt es, die Rangordnung zu durchschauen und den eigenen Rang offensiv zu vertreten. Schleichen Sie sich nicht auf Ihren Platz. Gehen Sie langsam durch den Raum. Nehmen Sie Blickkontakt auf. Breiten Sie Ihre Unterlagen aus und stecken Sie damit das Revier ab, das Ihnen Ihrem Rang gemäß zusteht - und sagen Sie vor allem laut und deutlich, was Sie können.

Das Interview führte Marion Hartig für das Hochschulmagazin "duz - europa"

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05.07.2010 von Nior aon Duine: Definition

Frau mit großer Klappe und nichts dahinter. Wo immer DIE ist, kann SIE meinetwegen gerne bleiben. mehr...

05.07.2010 von Christian Krippenstapel: Vielleicht wäre es hilfreich ...

... die Diskussion nicht auf die neue Rolle der Frau im Arbeitsleben zu beschränken, denn da hat sich durch Förderprogramme, Gleichstellungsbeauftragte und den allgemeinen Bewußtseinswandel ja schon vieles getan. Gerade im ÖD wird [...] mehr...

05.07.2010 von Christian Krippenstapel: Genau das ist der Punkt!

Das ist so und das muß man auch gar nicht gut finden, aber es hat sich bewährt, wie zahlreiche männlich geführte Unternehmen beweisen. Wäre es anders, wären sie durch weiblich geführte längst auskonkurriert worden, denn einen [...] mehr...

05.07.2010 von geishapunk: nö, kein Titel

Er sagt das nur 16% der Frauen voll berufstätig sein *wollen*, nicht das es nur 16% sind. Das ist zwar auch eine bemerkenswerte Zahl, aber trotzdem ein Unterschied. ;-) mehr...

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duz Europa
Das unabhängige Hochschulmagazin
Heft 2/2010

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Zur Person

Elke Kern
Peter Modler, geboren 1955, studierte vier Semester Jura und dann doch lieber katholische Theologie (Promotion). Qua Ausbildung ist er Bautechniker und arbeitete als Referent in der Erwachsenenbildung. Nach Leitungsposten in der Medienbranche gründete er 1998 seine eigene Unternehmensberatung. Neben der Beraterarbeit lehrt er aktuell am Zentrum für Schlüsselqualifikationen und an der Internationale Graduiertenakademie der Uni Freiburg, außerdem an der Fakultät für Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Mannheim.


Buchtipp

Peter Modler:
Das Arroganz-Prinzip
So haben Frauen mehr Erfolg im Beruf.

Krüger Verlag; 239 Seiten; 16,95 Euro.

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