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31.05.2010
 

Test für junge Journalisten

Wissen Sie was?

Von Christoph Titz

DJS: Deutschlands erste Journalistenschule
Fotos
Corbis

Wie heißt noch mal die Bestsellerautorin, die bei einem Blogger abschrieb? Womit hat sich Deutschland bei der Unesco blamiert? Welches Kunstwerk ist das teuerste der Welt? Der Aufnahmetest der Deutschen Journalistenschule in München gilt als schweißtreibende Nervenprobe - bestehen Sie ihn?

Sie war gekommen, um zu loben - aber so recht wollte Angela Merkel die Bewerberauswahl der Deutschen Journalistenschule in München nicht gefallen. Schließlich habe sich ihre Ausbildung zur promovierten Physikerin umgekehrt proportional zu der an der DJS verhalten, sagte die Bundeskanzlerin in ihrer Festrede zum 60. Jubiläum der Münchner Journalistenschmiede im vergangenen Sommer. Und dann gab Merkel sich kurz DDR-Erinnerungen hin.

Dort und damals hätten Physikstudenten am Ende "eine ganz schwere Diplomprüfung" machen müssen - an der DJS dagegen sei es gerade umgekehrt: Dort scheine die Aufnahmeprüfung "das Dramatische" zu sein. Nie hätte sie ihre Professoren überzeugen können, dass allein die Zulassung zum Studium schon einen guten Absolventen garantiere.

Nun hat die DJS nie von sich behauptet, ausschließlich gute Journalisten hervorzubringen. Manche wurden überhaupt keine Reporter, Redakteure oder Moderatoren; einen Abgänger verschlug es gar ins Cockpit einer Lufthansa-Maschine. Aber zu den DJS-Absolventen gehören doch etliche bekannte Journalisten, einige davon in Chefpositionen bei wichtigen deutschen Medien - und die Aufnahmeprüfung, die sie alle durchliefen, hatte und hat es in sich.

Das schafft keiner? Doch!

Die DJS, 1949 als Werner-Friedmann-Institut in den Redaktionsräumen der "Süddeutschen Zeitung" gegründet, war die erste Journalistenschule in Deutschland. Als Vorbild diente den Gründern die Journalistenausbildung an der Columbia University in New York - auch für die von der Kanzlerin erwähnte Aufnahmeprüfung.

Wissens- und Bilderrätsel für Berufseinsteiger

Aus 24 Fragen zum Allgemeinwissen und 12 Fotos von Kunstwerken, Menschen, Sensationen bestand der Aufnahmetest der Deutschen Journalistenschule 2010. Die Aufnahme an der DJS hängt auch davon ab, dass man möglichst wenig Fragehürden reißt: Schaffen Sie sowohl den Wissentest als auch den Bilderreigen?

Erkundigen sich junge Interessenten mit recht unjournalistischer Scheu bei DJS-Schülern oder -Absolventen nach dem Aufnahmetest, hört sich das oft sehr ähnlich an: "Das schafft doch keiner", barmen sie dann. Die Antwort kann nur lauten: Doch, das schaffen immer wieder welche - und zwar in jedem Münchner Frühling fast vier Dutzend neue. 15 von ihnen gehen dann in den "Kompaktkurs" und absolvieren in 16 Monaten die Schule. Und 30 Teilnehmer besuchen den "Masterkurs" und studieren parallel dazu Journalismus an der LMU München.

An der Henri-Nannen-Schule in Hamburg klingen die Fragen besorgter Kandidaten ganz ähnlich - denn die norddeutsche Schule setzt seit ihrer Gründung 1978 ebenfalls auf einen, wenn auch längeren, Test nach dem Vorbild der DJS (hier geht es zum Nannen-Test).

Einen elitären Ruf kann man pflegen - oder auch nicht

Einrichtungen, die aus vielen hundert oder sogar Tausenden von Interessenten wählen, schleicht oft der Ruf nach, elitär zu sein. Einen solchen Ruf kann man hegen - oder darauf pfeifen. Zur Münchner DJS gehört ein gewisses Understatement. Zwar sind Handwerkszeug - also Computer, Kameras für Foto und Film, Aufnahmegeräte, Radiostudios, TV-Schnittplätze - immer auf dem aktuellen Stand. Doch der Hinterhof am Altheimer Eck 3 ist mit spartanisch noch schmeichelhaft beschrieben.

Durch einen düsteren Tunnel, vorbei an der Kosmetikschule und an den in München sogenannten Aschentonnen, geht es fünf Stufen hinauf und dann ins schmale Treppenhaus. Mit klammen Fingern haben hier Generationen hoffnungsfroher, junger Leute gewartet, auf das Auswahlgespräch vor einer achtköpfigen Jury, eine Textübung - und am Vortag auf den Wissens- und den Bildertest. Die meisten denken dann wohl: Kann man kaum schaffen - aber vielleicht ja ich?

Und Sie? Hätten Sie es in diesem Jahr geschafft? Versuchen Sie ihr Glück im Wissenstest und im Bildertest der DJS.

Die Eingangsprüfung mag schwierig sein - aber auch die Ausbildung verlangt viel ab. Wie viel und warum es neben sehr viel Arbeit auch großen Spaß macht, DJSler zu sein, erklärt Lukas Eberle, Schüler im aktuellen Masterkurs.

In den nächsten Folgen: die RTL-Journalistenschule in Köln, die Axel-Springer-Akademie, die Evangelische Journalistenschule in Berlin sowie die Zeitenspiegel Reportageschule in Reutlingen

Journalistenschulen

Deutsche Journalistenschule (DJS), München

Kompaktkurs

Teilnehmer: 15

Bewerber: k.A.

Dauer: 16 Monate, startet im November

Kosten/Vergütung: keine/ keine

Voraussetzungen: Höchstalter 28 Jahre

Masterkurs

Teilnehmer: 30

Bewerber: k.A.

Dauer: 24 Monate, startet im Oktober

Kosten/Vergütung: keine/ keine

Voraussetzungen: Höchstalter 30 Jahre


DJS: Bewerbung, Ausbildung, Absolventen

Henri-Nannen-Schule, Hamburg

Evangelische Journalistenschule, Berlin

Axel-Springer-Akademie, Berlin

RTL-Journalistenschule für TV und Multimedia, Köln

Zeitenspiegel Reportageschule, Reutlingen

Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft

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"Irgendwas mit Medien..."

DPA
Für viele Abiturienten und Studenten ist Journalist ein Traumberuf. Rechtlich darf jeder sich so nennen - das garantiert Artikel 5 des Grundgesetzes, die Pressefreiheit verbietet jede Reglementierung des Berufszugangs. In Deutschland gibt es rund 70.000 Journalisten, rund die Hälfte Freiberufler. Wer davon leben will, muss sein Handwerk lernen und beherrschen.

Der klassische Weg: Volontariat

Der Königsweg: Journalistenschule

Der Trampelpfad: Studium

Der Sonderweg: Rein ins Wasser, Schwimmen lernen

Der Test-Triathlon

Reuters; DPA
Jetzt kommt es knüppeldick: 50 Fragen zum Allgemeinwissen, 30 Fotos mit mehr oder weniger prominenten Menschen, dazu eine Textübung. Die Aufnahme an der Hamburger Henri-Nannen-Schule schafft nur, wer diesen Parcours mit Bravour absolviert. Schaffen Sie's?



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