Von Martin Wehrle
Sicher kennen Sie die Geschichte vom Kaiser, der neue Kleider kauft, vor seine Höflinge tritt und bestaunt und bewundert wird. Doch als ihn das Volk sieht, ist das Gelächter groß: Der Kaiser ist splitternackt! Keiner seiner Höflinge hatte den Mut, ihm die Wahrheit ins Gesicht zu sagen.
Dieses Spiel läuft in den Firmen jeden Tag ab. Ein Chef sagt Liefertermine zu, führt Produkte ein, fährt Werbekampagnen, plant Fusionen oder steuert neue Märkte an, während seine Mitarbeiter längst wissen: Das geht schief. Denn sie sprechen jeden Tag mit den Kunden, kennen den Markt im Detail und haben live miterlebt, wie der letzte Chef über ähnliche Mätzchen gestolpert ist.
Aber welcher Mitarbeiter wagt es, dem Kaiser die Wahrheit zu sagen? Die Kollegen teilen sich in drei Gruppen: in solche, die ihre Bedenken äußern - sie gelten beim Chef als "Miesmacher". In solche, die sich ihren Teil denken - sie gelten beim Chef als Mitläufer. Und in solche, die den Irrweg bejubeln - sie gelten beim Chef als seine Leute.
Kriechen vor dem Tyrannosaurus Rex
Wenn Angestellte danach gieren, vom Boss gesehen und gelobt zu werden, hat diese Sehnsucht auch praktische Gründe. Wer entscheidet darüber, ob ein Mitarbeiter eine Abmahnung oder eine Belobigung bekommt, eine Beförderung oder eine Degradierung, eine Gehaltskürzung oder eine Gehaltserhöhung? Wer kann ihn zur tollsten Fortbildung, aber auch auf die Straße schicken?
Der Chef stellt die Weichen einer Karriere. Wer ihn vergrault, hat verloren. In jeder Firma gibt es Kollegen, die vor lauter Buckelei zum Orthopäden müssten. Mit dieser Strategie lässt sich umso mehr Karriere machen, je autoritärer geführt wird. Ein Tyrann vom alten Schlag verlangt bedingungslose Gefolgschaft.
Wo Rückgrat stört, wird Kriechen zur Kunst. Wie gehen Kollegen vor, die eine so dicke Schleimspur ziehen, dass ein umgekippter Eimer Tapetenkleister daneben gar nichts ist? Mit welchen Tricks bringen sie sich als Hofdiener ihres Kaisers in Position? Und wie ihre Kollegen in Misskredit? Dieses kleine Lexikon der Schleimerei verrät Ihnen augenzwinkernd, aber nicht ohne wahren Kern, wie die schlimmsten Streber und Heuchler ticken.
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und wieder ein Artikel der so richtig toll recherchiert und inhaltlich top trivial ist. Ich frage mich ernsthaft, was diese Art von Artikeln auf der Spiegel-Seite verloren haben. Null Information, null Aussage, kein Fazit, keine [...] mehr...
..für Karrierebuchautoren: A wie Allwissenheit Der KBA weiss nicht nur alles, sondern weiss sogar, dass alle anderen nichts wissen. Dies nennt sich in Fachkreisen "inverser Sokrates" und gehört zum Metier wie der [...] mehr...
So ist es. Und ein wenig Loyalität Vorgesetzten und Kollegen gegenüber ist auch nicht verkehrt. mehr...
Also erstmal eine generelle Anmerkung: Ich persönlich fand den Artikel weder unterhaltsam, noch lustig, noch interessant. Aber das ist ja wie bei allem Geschmackssache. Eins verwunderte mich dann aber doch: "Ein [...] mehr...
Da ich nicht weiß, in welcher Branche und Position Sie tätig sind und ob wir uns vielleicht nicht doch einmal über den Weg laufen könnten, gebe ich Ihnen absolut recht. Sie wissen wie immer alles am Besten. mehr...
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