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02.06.2010
 

Krieg der Kollegen

Die große Mobbing-Schlacht

Eiszeit im Büro: Ständige Attacken können Kollegen schnell mürbe machenZur Großansicht
Corbis

Eiszeit im Büro: Ständige Attacken können Kollegen schnell mürbe machen

Mal sind es derbe Breitseiten, mal subtile Sticheleien. Auch die können reichen, um einem Kollegen den Büroalltag zur Hölle zu machen oder eine Kollegin in den Nervenzusammenbruch zu treiben. Martin Wehrle beschreibt, wie Mobber sich auf ihre Opfer einschießen - und welche Masken sie tragen.

Mobbing hat zwei Gesichter: eine Fratze, die jeder sieht, und eine Maske, hinter der es sich versteckt. Das offensichtliche Mobbing haust im Keller der Hierarchie: Wenn die Hilfsarbeiter einen Kollegen nicht leiden können, verpassen sie ihm eine Abreibung. Sie brüllen ihn so laut an und grenzen ihn so klar aus, dass es jeder hört und sieht.

Das Opfer muss sich mit den Tätern quälen, nicht aber mit dem Nachweis, dass es gemobbt wird. Zumal die einfach strukturierten Angreifer auf Nachfrage oft bekennen: "Der Kollege hatte die Abreibung verdient!" Diese Mobbingfratze ist nicht zu übersehen, auch nicht für den Chef, die Kollegen und den Betriebsrat; alle können eingreifen - sofern sie wollen.

Eine subtilere Form des Psychoterrors verseucht die höheren Etagen der Hierarchie, die Handelshäuser und Ingenieurbüros, die Lehrerzimmer und Behörden, die Redaktionen und Agenturen. Hier, wo die Menschen eher mit dem Kopf als mit den Händen arbeiten, findet kein offener Kampf mehr statt; hier trägt das Mobbing eine Maske.

Wie soll der Angestellte nachweisen, dass die Kritik an seiner Arbeit eigentlich auf ihn als Person zielt? Wie soll er belegen, dass ein neidischer Blick, ein hämisches Grinsen, eine spitze Bemerkung nicht zum gewöhnlichen Umgang gehören, sondern die kleinsten Einheiten einer Vernichtungskampagne sind?

Gesteinigt und gepeinigt

Viele Mobbingopfer suchen die Schuld bei sich. Aber es gibt deutliche Unterschiede zu alltäglichen Spannungen im Beruf: Normale Kritik bezieht sich auf das Verhalten, nicht auf die Person. Normale Neckerei spaßt mit einem Menschen, statt sein Ansehen zu vernichten. Und beim normalen Streit haben sich zwei Menschen gleichermaßen in den Haaren, statt dass einer Täter ist und einer Opfer.

Mobbing ist ein Unkraut, das vor allem auf ungepflegtem Gelände wächst - dort, wo die Führungskultur verlottert ist, wo die Menschlichkeit nichts zählt, wo die Chefs feige sind oder das Mobben gar vorleben. Dann stinkt der Fisch vom Kopfe her. Aber der Schwanz stinkt mit: weil Mitarbeiter eins und eins zusammenzählen können.

Die Mobber schlagen zu, ohne Spuren zu hinterlassen. Wenn der Angegriffene aufschreit, können sie ihn als "überempfindlich" oder "unkollegial" hinstellen. Schnell sind die Rollen zwischen Opfer und Täter vertauscht.

Wie maskiert sich Mobbing? Hier drei beliebte Varianten...

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06.06.2010 von Legacy: Hallo GM64

Ich kann oder konnte Ihnen nur meine Sicht der Dinge vermitteln als BR. Das es korrupte BR´s gibt steht außer Frage. Es ist bedauerlich wenn Sie Ihr Vertrauen in Ihren BR verloren haben, und dies spricht klar für eine desolate [...] mehr...

06.06.2010 von semper fi: -

Sind Sie denn ganz sicher, dass *Sie* auf der richtigen Autobahnseite fahren? mehr...

06.06.2010 von sevens: Geliebte Vokabel

In einer mir näher bekannten Firma wird das M-Wort immer gerne mal wieder in den Umlauf gebracht, wenn es gegen einen unbeliebten Abteilungsleiter gehen soll. Womit erreicht wird, daß der angebliche böse Mobber gemobbt wird. [...] mehr...

06.06.2010 von GM64: Leider waren die BR die ich gekannt habe immer korrupt

Der Betriebsrat hilft nur jenen, die er mag. In der Firma in der ich gearbeitet hatte, saß die BRin in der Besprechung immer neben dem Personalchef und zwar so innig, dass man meinte sie würden sich bald am Händchen halten. Auf [...] mehr...

06.06.2010 von GM64: Da haben Sie Recht

Aber ich finde Sie haben falsch gehandelt. Ihre Reaktion war mindestens ein eben so großes Mobbing wie die Tat des Lehrers. Es hätte ihrem Sohn mehr genutzt, wenn sie ihm zu Hause gesagt hätten der Lehrer ist ein Esel, denk dir [...] mehr...

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Zum Autor

Martin Frommann
Martin Wehrle, geboren 1970, war Führungskraft in einem Konzern, bevor er Karriereberater und Gehaltscoach wurde. Als Buchautor veröffentlichte er unter anderem die Titel "Geheime Tricks für mehr Gehalt" und "Der Feind in meinem Büro", zuletzt erschien 2009 sein "Lexikon der Karriere-Irrtümer".

Buchtipp

Martin Wehrle:

Am liebsten hasse ich Kollegen

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