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15.07.2010
 

Berufsstart

Hilfe, ich bin reich

Von Dorothee Fricke

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Corbis

Gestern noch Studi-Job und WG-Leben - heute Controller mit fettem Plus auf dem Konto. Die Wandlung vom Studenten zum Berufsanfänger ist auch finanziell ein Neustart und das erste Gehalt ein Jubelgrund. Was den Krisenkindern ein bisschen unheimlich ist. Fünf junge Akademiker erzählen.

39.339 Euro brutto hat der durchschnittliche Berufseinsteiger im vergangenen Jahr durchschnittlich verdient. Das sind knapp 3300 Euro im Monat - von denen um die 2000 Euro netto auf dem Konto landen, der Rest geht für Steuern und Sozialabgaben drauf. Das hat eine Umfrage der Personalberatung Alma Mater bei mehr als 900 Unternehmen verschiedener Branchen ergeben.

2000 Euro - das sind fast zweieinhalbmal so viel wie die 812 Euro, über die deutsche Durchschnittsstudenten laut Sozialerhebung verfügen. Es muss sich großartig anfühlen, das erste Mal richtig Geld zu verdienen.

Oder?

Welchen Luxus gönnen sich Berufsanfänger - und wo beginnt für sie Luxus? SPIEGEL ONLINE hat fünf Jobneulinge gefragt.

Das erste Gehalt nach dem Studium ist für alle von ihnen etwas Besonderes. Auf die schiere Summe kommt es weniger an, mehr auf die Unabhängigkeit von den Eltern. Und dass sich "im Gehalt die Wertschätzung der Arbeit widerspiegelt", wie es Simon Drees ausdrückt, der Marketing-Einsteiger. Traineeprogramme, in denen Absolventen mit unter tausend Euro abgespeist werden, findet er unverschämt. Drees hatte schon während des Studiums Promotionjobs - und hat deshalb heute kaum mehr übrig als damals.

Anja Tyzak, Juristin mit Prädikatsexamen, hat in ihrem ersten Job von Anfang an den Spitzensteuersteuersatz zahlen müssen - sie verdient prima. Die meisten jungen Akademiker kennen ihren Marktwert ziemlich genau und versuchen, sich nicht unter Wert zu verkaufen. Aber manche sind auch bereit, für mehr Freizeit auf Geld zu verzichten. "Ich komme abends rechtzeitig nach Hause, so dass Zeit zum Sport und gemeinsamen Kochen mit meiner Freundin bleibt. Was sollte ich mit 500 Euro mehr im Monat, wenn ich dafür ständig unterwegs sein müsste?", sagt Betriebswirtschaftler Felix Berghoff, der als Controller in einem Wissenschaftsverlag eingestiegen ist. Eine Haltung, die er auch bei Freunden und ehemaligen Kommilitonen beobachtet.

Fast alle leisten sich vom ersten Gehalt ein Extra - ein tolles Kleid, ein neues Sofa oder auch ein Motorrad. Luxus auf Pump kommt aber für keinen der Fünf in Frage - da lebt man lieber weiter mit den Billy-Regalen aus der Studentenzeit.

Für Wirtschaftsingenieur Philipp P. ist die Zurückhaltung der heutigen Studienabsolventen auch eine Folge der Krise. "Auch wenn der eigene Arbeitsplatz nicht gefährdet ist", sagt er, "das Thema ist natürlich immer präsent."

Große Sprünge, kleine Extras - fünf junge Akademiker erzählen auf SPIEGEL ONLINE, was sich mit dem Berufseinstieg verändert hat:

Der Controller: "Der Sprung ist schon richtig groß"

Der Ingenieur: "Heute isst du mal das Steak, nicht den Burrito"

Die Juristin: "Die Abzüge waren ernüchternd"

Der Marketing-Mann: "Das ist jetzt wirklich alles mein Geld"

Der Jungunternehmer: "Luxus ist die Bahncard 100"

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21.07.2010 von Crom: ...

Darf ich raten, weiblich? Kein Wunder, dass Frauen angeblich weniger verdienen, wenn man so ans Thema Gehalt herangeht. mehr...

20.07.2010 von Adran: Automatisierung/Rationalisierung

Müllabfuhr, wie andere logistikbereichen, können in den nächsten Jahren durchaus Automatisiert werden. man siehe dazu.. Autonomes Fahren 13.000 Kilometer von Mailand nach Schanghai [...] mehr...

20.07.2010 von Inoa: @Vorredner:

Es gibt aber auch einfach Jobs, die keinen Spaß machen, aber die irgendjemand machen muss... Schlachter, Müllabfuhr, Fließbandjob... das scheinen manche zu vergessen. :/ mehr...

20.07.2010 von gekkogirl: re

Aber eigentlich sollte doch auch ein nicht-wissenschaftlicher Job einfach nur Spass machen. Vielleicht gilt das fuer Wissenschaftler um so mehr, aber ich wuerde mich sicher nach was anderen umschauen wenn ich nicht jeden Morgn [...] mehr...

20.07.2010 von Quintus: Kreativitaet

---Zitat--- Sowas kriegt man von Nobelpreisträgern zu hören.. Als Wissenschaftler solle man nicht hart arbeiten, sondern intensiv spielen. Die Dinge, an denen man forscht sollten für einen weniger als Arbeit verstanden [...] mehr...

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