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26. Februar 2013, 15:39 Uhr

Arbeitsmarkt für Akademiker

Fast alle finden einen Job

Studieren lohnt sich: Unabhängig von Krisen haben Akademiker gute Aussichten auf eine Stelle. Eine aktuelle Analyse belegt: Wer gut qualifiziert ist, findet leichter einen Job. Wohnort und Geschlecht spielen kaum eine Rolle.

Wer seinen Uni-Abschluss macht, der kann sich auch in Zukunft berechtigte Hoffnungen auf eine Festanstellung machen. Die Jobchancen von Akademikern haben sich nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts weiter verbessert.

Nach einer aktuell veröffentlichten Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sank die Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent im Jahr 2006 auf 2,4 Prozent im Jahr 2011. Das gilt für West- wie für Ostdeutschland und für Frauen in gleichem Maße wie für Männer. Im gleichen Zeitraum sank auch die Arbeitslosenquote bei allen Ausbildungsarten von 12 auf 7,9 Prozent.

Allerdings bedeutet irgendein Job natürlich auch bei Akademikern nicht immer eine unbefristete Arbeit bei Wunschbezahlung: Bekannt ist, dass sich unterschiedliche Absolventengruppen unterschiedlich gut in den Arbeitsmarkt einfädeln und sich zum Beispiel Geisteswissenschaftler öfter flexibel und genügsam zeigen müssen. Das aber hat die aktuelle IAB-Untersuchung nicht zum Thema, sie stellte nur die Frage: Arbeit, ja oder nein?

Hohe Qualifikation als Jobgarant

So haben die Forscher auch für Personen mit einer betrieblichen oder schulischen Berufsausbildung eine sinkende Quote ermittelt: von 8,5 Prozent im Jahr 2006 auf 5,1 Prozent im Jahr 2011. Unabhängig von Krisen ist eine hohe Qualifikation also weiter ein Garant für einen Job.

Schwierig wird es hingegen für Menschen ohne Berufsabschluss. Von ihnen war 2011 fast jeder Fünfte arbeitslos. Zwar kam auch ihnen der Arbeitsmarktaufschwung leicht zugute, aber man könne nicht davon ausgehen, dass sich die Beschäftigungssituation dieser Gruppe grundlegend ändern wird, schreiben die Forscher in ihrer Studie. Ihre Prognose: Der Bedarf an geringqualifizierten Arbeitskräften werde im Trend weiterhin sinken.

Die Forscher betonen in ihrem Bericht den hohen Stellenwert von Aus- und Weiterbildung in der Arbeitsmarktpolitik. Das Bildungssystem sei gefordert, Risiken von vornherein zu verringern. "Frühzeitige Förderung - vor allem im Falle besonders gefährdeter Personengruppen - ist eine Investition, die sich im Laufe der Zeit vielfach bezahlt macht", empfehlen die Forscher.

jon/dpa

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