Berufsstart: Das große Karriere-Lexikon
Wer einen Kavaliersstart in das Berufsleben hinlegen will, braucht das nötige Basiswissen. Mathias Irle und Christoph Koch liefern die wichtigsten Fakten - im zweiten Teil des Ratgebers von A - Z.
Mensa
Vom lateinischen Wort für Tisch oder Tafel stammender Begriff mit unterschiedlichen Bedeutungen:
a) Universitätskantine - seit dem Spruch "Der Student geht so lange zur M., bis er bricht" Zielscheibe Tausender ähnlich hochklassiger Scherze.
b) Verein hochintelligenter Menschen, der den Austausch zwischen Hochbegabten fördern möchte. In Deutschland hat M. knapp 6000 Mitglieder, mehrere Millionen halten sich für beitrittsberechtigt, sind lediglich nur noch nicht dazu gekommen, die Formalitäten zu klären.
Mittleres Management
Als sehr unbequem geltender Ort, angesiedelt auf der Karriereleiter in fast allen Unternehmen zwischen dem Vorstand und den einfachen Angestellten. Wer sich hier befindet, kriegt von oben Druck und wird von unten gehasst. Hauptgrund dafür sind jährliche Vorgaben, dass die Mitarbeiter des M.M.s den Umsatz in ihren jeweiligen Abteilungen um mindestens zwanzig Prozent erhöhen müssen (egal wie), und die dazu führen, dass man sich im M.M. im permanenten Stresszustand befindet.
Aus Freude, das M.M. erreicht und sich so dem großen Ziel (CEO) angenähert zu haben, schaffen sich viele Menschen teure Dinge wie Autos, Marken-Polohemden, Uhren, Eigentumswohnungen oder Kinder an. Zum Stress durch Vorgesetzte und Untergebene kommt so allerdings noch die Angst hinzu, bei einem Knick in der Karriereleiter diesen Lebensstandard nicht mehr halten zu können. Als Hauptarbeitsinstrumentarium gilt daher im M.M. der Ellenbogen, mit dem permanent die eigene Stellung gegen Dritte verteidigt werden muss.
Zwar ist das M.M. die Position, die viele Akademiker im Laufe ihrer Karriere irgendwann erreichen, was jedoch anschließend mit all denen passiert, die nicht schwanger werden oder in den Vorstand wechseln, gilt bis heute als großes Rätsel und als weitestgehend ungeklärt.
Nutte
a) Dame des sogenannten horizontalen Gewerbes, die gegen Bezahlung sexuelle Dienste anbietet.
b) Bezeichnung, mit der sich junge Arbeitnehmer - oft aus der Consulting- oder Rechtsberatungsbranche - gern selbst titulieren, um ihren hohen Arbeitseinsatz und ihre hohen Einkünfte zu erklären. Vordergründiges Ziel dabei ist es, möglichst abgeklärt und humorvoll zu wirken und eine Distanz zur eigenen Tätigkeit zu schaffen, um sich für umstrittene Maßnahmen wie Personalabbau nicht verantwortlich fühlen zu müssen. Suggeriert, dass die äußeren Bedingungen eine andere Lebensführung nicht zuließen und 70-Stunden-Wochen eine Art Naturgesetz seien. In Wahrheit steckt hinter der Aussage der Wunsch, seiner Umwelt ein Bild von Belastbarkeit zu vermitteln, für das man sich im Gegenzug (stille) Bewunderung erhofft.
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