Es war einmal ein Leben. Dann kam ein Berufsleben dazu. Klingt wie der Anfang eines Märchens, ist aber Realität. Neben mein Privatleben ist das Berufsleben getreten. Mit all seinen Rechten und Pflichten. Ob ich während des Studiums von "9to5"oder "5to9" gearbeitet oder gefeiert habe, das hat nur wenige interessiert. Anwesenheitspflicht? Eher selten.
Ab morgen besteht für mich Anwesenheitspflicht. Vor kurzem habe ich einen unbefristeten Arbeitsvertrag als "Junior-Brand-Manager" bei einer Hamburger Agentur unterschrieben. Er gilt ab morgen. Dann bin ich endgültig erwachsen.
Aber bin ich das nicht längst, ist der Berufsstart wirklich dieses letzte fehlende Mosaiksteinchen? Ich bin 24 Jahre alt, habe neun Semester an Unis im In- und Ausland studiert. Ich habe den Pkw-Führerschein, Freunde, Bekannte, Pläne und Träume. Ich darf wählen, Alkohol trinken und alleine durch die Welt reisen. Fehlt da etwa noch was? Oder bin ich noch längst nicht erwachsen und will das vielleicht auch nach dem Beginn des Berufslebens gar nicht sein? Hat nicht Erich Kästner einmal treffend festgestellt, dass man die Kindheit nicht ablegen kann wie einen alten Hut?
Ich beschließe, mich in den kommenden Monaten genau zu beobachten. Was der Berufsbeginn mit mir macht - ein Protokoll.
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