Henri-Nannen-Schule: Wer will Journalist werden?

Die Henri-Nannen-Schule sucht wieder Bewerber für die Journalistenausbildung, noch bis zum 14. Oktober läuft die Anmeldephase für das Auswahlverfahren zum 35. Lehrgang. Stoßen Sie das Tor auf zur Ausbildung an der renommierten Journalistenschule in Hamburg.

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Schreib, schreib, schreib: Die HNS sucht ambitionierte Jungjournalisten

Alle eineinhalb Jahre sucht die Hamburger Henri-Nannen-Schule (HNS) hungrigen Nachwuchs - und derzeit läuft das Bewerbungsverfahren für den nächsten Lehrgang, der im Juli 2013 beginnt.

Die Registrierungsphase für das Auswahlverfahren endet am 14. Oktober. Der Selektionsprozess ist rigoros, die Ausbildung ist umfassend: Vor allem deshalb steht die HNS im Ruf, eine der besten deutschen Journalistenschulen zu sein.

Die Verlage Gruner+Jahr, SPIEGEL und Zeit tragen die HNS. 18 Monate dauert die Ausbildung, während derer 20 junge Frauen und Männer intensiv im Handwerk der Print- und digitalen Medien geschult werden.

Weitere Infos zur Bewerbung und das Registrierungsformular für das Auswahlverfahren des 35. Lehrgangs finden Sie hier.

Das Auswahlverfahren der Journalistenschule gilt als das härteste Deutschlands. Was viele junge Leute, die in den Journalismus wollen, offenbar nicht schreckt: 2011 forderten 2050 Bewerber die Unterlagen an, 20 Glückliche erhielten am Ende einen Platz.

Die HNS siebt den Nachwuchs in einem mehrstufigen Verfahren aus. Der erste Schritt: eine Reportage und einen Kommentar schreiben. Dabei können die Bewerber jeweils aus fünf Themen wählen. Im vergangenen Jahren sollten sie beispielsweise die Arbeit eines Türstehers packend schildern. Starke Argumente waren etwa zur Frage "Wie viel Zensur braucht das Internet?" gefordert.

Rund 800 Bewerber schickten ihre Texte ein, eine Jury aus erfahrenen Journalisten wählte die besten 80 Bewerber aus - anonym, denn auf jedem Textbogen steht nur eine Nummer. Die Finalisten erhielten eine Einladung nach Hamburg - zum Triathlon des Wissens. Unter Berufseinsteigern ist der legendär bis gefürchtet.

Triathlon des Wissens
Der Eignungstest dauert zwei Tage. Am ersten Tag müssen die Bewerber im Wissenstest punkten, eine misslungene Polizeimeldung verbessern, im Bildertest überzeugen und eine Reportage schreiben. 2011 war das Thema der verkaufsoffene Sonntag in der Innenstadt und die Zeit war wie üblich knapp: Dreieinhalb Stunden, um eine Geschichte zu finden und zu recherchieren und dann noch einmal drei Stunden, um den Text zu schreiben. Für den Wissenstest haben die Bewerber 45 Minuten Zeit, für den Bildertest 30.

Am zweiten Tag zählt der persönliche Eindruck: Jeweils drei Bewerber müssen einer zwölfköpfigen Jury in einer halben Stunde beweisen, dass sie "unverklemmt vernünftige Dinge sagen" können, wie es auf der Homepage der Schule heißt. Zur Prüfungskommission zählten in den vergangenen Jahren neben der Schulleitung der Sprachpapst Wolf Schneider sowie Chefredakteure und Ressortleiter von "Zeit", "Stern", "Financial Times Deutschland", "Geo", "Brand Eins", "Neon", des SPIEGEL und von SPIEGEL ONLINE.

Jeder Test wird am Ende einzeln ausgewertet und unterschiedlich gewichtet: Maximal zehn Punkte für die Reportage und das Auswahlgespräch, im Wissenstest sind sechs, im Bildertest und in der Schreibübung jeweils drei Punkte möglich.

Rund zwei Wochen später erhalten alle 80 Finalisten Post. Zwanzigmal heißt es: "Herzlichen Glückwunsch! Sie haben es geschafft!"

Auf SPIEGEL ONLINE können Sie testen: Wie schneiden Sie beim Triathlon des Wissens ab? Hier geht's zu den drei großen Herausforderungen für junge Journalisten: zum Wissenstest, zum Bildertest und zur Schreibübung

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  • Mittwoch, 01.08.2012 – 16:24 Uhr
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Buntstift-Alarm: Wie alte Hasen korrigieren

Wo geht's denn hier in den Journalismus?
"Irgendwas mit Medien..."
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Für viele Abiturienten und Studenten ist Journalist ein Traumberuf. Rechtlich darf jeder sich so nennen - das garantiert Artikel 5 des Grundgesetzes, die Pressefreiheit verbietet jede Reglementierung des Berufszugangs. In Deutschland gibt es rund 70.000 Journalisten, rund die Hälfte Freiberufler. Wer davon leben will, muss sein Handwerk lernen und beherrschen.
Der klassische Weg: Volontariat
Praxis pur verspricht das Volontariat - bei Zeitungen und Zeitschriften, in Online-Redaktionen, bei Radio und Fernsehen, privat oder öffentlich-rechtlich. Die Ausbildung dauert zwischen zwölf und 24 Monaten und ist meist durch Tarifverträge geregelt. Typischerweise fahren Volontäre Karussell: Sie durchlaufen verschiedene Ressorts ("Volo, du Amöbe, mach' du den Abendtermin!") und nehmen an Fortbildungen teil. Ein vorheriges Studium ist keine Pflicht - aber längst die Regel.
Der Königsweg: Journalistenschule
Viel Andrang, rare Plätze: Journalistenschulen sind ein Nadelöhr. Auch hier dominiert die Praxis. Es unterrichten gestandene Journalisten, in Praktika wird das Gelernte eingesetzt und ausgebaut. Die Ausbildung dauert in der Regel anderthalb bis zwei Jahre. Mal zahlen Journalistenschüler Gebühren, mal erhalten sie Geld.

Zu den wichtigsten Einrichtungen zählen die Henri-Nannen-Schule (Hamburg), die Deutsche Journalistenschule (München), die Berliner Journalisten-Schule, die Axel-Springer-Akademie und die Evangelische Journalistenschule (alle in Berlin). Die RTL-Journalistenschule (Köln) bildet speziell für TV-Berufe aus, die Electronic Media School (Babelsberg und Bremen) für Radio, Fernsehen und Internet. Die Holtzbrinck-Schule (Düsseldorf) und die Kölner Journalistenschule sind auf Wirtschaft spezialisiert.
Der Trampelpfad: Studium
Und wo bleibt die Theorie? Hier: Studiengänge in Journalistik oder Publizistik, Medien- oder Kommunikationswissenschaft gibt es an beinah jeder größeren Universität (siehe Hochschulkompass ). Besonders bekannt sind die Journalistik-Studiengänge in Leipzig, Dortmund und München. Dort absolvieren die Studenten auch Pflichtpraktika - wer nur theoretisch weiß, wie eine gute Glosse entsteht, hat es schwer.

Was Chefredakteure der ganz alten Schule von den Absolventen halten? Sie rümpfen die Nase, rollen die Augen und raten: "Studieren Sie lieber etwas Handfestes, Jura oder BWL oder sogar Byzantinistik." Damit haben sie nicht unbedingt Recht, ein Medienstudium kann schon nahe an den Beruf heranführen. Trotzdem gehen Absolventen meist noch ins Volontariat oder in eine Journalistenschule - denn ein schickes Uni-Zeugnis allein beeindruckt im Journalismus niemanden. Erstklassige Arbeitsproben und sinnvolle Praktika schon.
Der Sonderweg: Rein ins Wasser, Schwimmen lernen
Was ebenfalls geht: Man wird Journalist, indem man's einfach ist - "Learning by doing" in Neudeutsch. Medienberufe sind offen für Autodidakten und Quereinsteiger mit krummen Biografien. Wer viel und gut schreibt, der findet auch seinen Platz. Praktika und Kontakte sammeln, sich als Experte für bestimmte Themen einen Namen machen, die Arbeit intelligent organisieren - und irgendwann fragt niemand mehr nach Ausbildung und Abschlüssen. Für das große Heer der freien Journalisten gilt das ohnehin, für Redakteursjobs nur bedingt. Da zählen bei der Einstellung auch formale Qualifikationen.

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