Von Xenia von Polier
Auf der Leinwand hinter Stracke erscheinen weitere Standardfragen, die in Bewerbergesprächen nicht fehlen sollten: "Was ist schon mal so in die Hose gegangen, dass Sie es nie mehr vergessen werden?" "Was ist für Sie eine große Leistung?" "Welche drei Stärken und Schwächen haben Sie?"
Ungeduld, Perfektionismus, Schokolade
Viele Bewerber haben schon vor dem Job-Interview Antworten auf die Standardfragen parat. Als Geheimtipp gilt beispielsweise Ungeduld, Perfektionismus und Schokolade als Schwächen zu nennen. Für die Recruiter ist jedoch nicht zwangsläufig entscheidend, was der Bewerber antwortet, sondern wie überzeugend der Jobaspirant argumentiert: "Wenn ein Bewerber sagt, er sei ungeduldig, sollte man nachhaken, indem man etwa fragt, was kritisch an dieser Ausprägung ist", rät Stracke.
Wiederholungen und Unstimmigkeiten verraten am meisten
"Idealerweise hat das Bewerbergespräch eine dialogische Struktur. Das bedeutet, darauf einzugehen, was der andere gesagt hat und aus der Antwort die nächste Frage zu formulieren. Damit erkennen wir die Denkmuster und merken gleichzeitig, ob die Antwort glaubwürdig war."
Das sogenannte Prüfen von Kongruenzen und Inkongruenzen ist für den Seminarleiter unerlässlich, um mehr über die Persönlichkeit des Bewerbers zu erfahren: "Gibt es in den Ausführungen viele Wiederholungen, hat das immer etwas mit der Person zu tun. Dasselbe gilt für Unstimmigkeiten oder Unklarheiten. Sobald einem etwas auffällt, muss man das hinterfragen", erklärt Stracke.
Ein authentischer, selbstreflektierter Bewerber macht den Recruitern die Arbeit leichter und erhöht damit die Chance auf eine Anstellung: Wie Psychologen suchen die Personaler stets den Zugang zur Person hinter der Fassade. Für sie kommt es darauf an, möglichst präzise abzuschätzen, wie sich ein Bewerber im Arbeitsalltag verhält, ob er in das Team passt und den Anforderungen gewachsen ist.
Ein bisschen Show gehört dazu
Doch obwohl die Recruiter stets nach dem wahren Charakter suchen: Ein bisschen Show und vor allem ein überzeugendes, selbstbewusstes Auftreten verlangen sie auch.
Claudia H. raten die Recruiter für ihre anstehenden, echten Job-Interviews: Damit sie erfolgreich ist, soll sie an ihrem Auftreten arbeiten. Ein charmanterer Umgangston und eine verständlichere Präsentation ihrer Fähigkeiten werden unerlässlich sein, damit ihr nach den nächsten Vorstellungsgesprächen eine Stelle angeboten wird.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik UniSPIEGEL | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Job & Beruf | RSS |
| alles zum Thema Karriere | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH