Schonungslos offen erzähle der Autor, wie es sei, heute Praktikant zu sein, verspricht der Klappentext. Sicher nicht. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Arne, der als Praktikant in einer Werbeagentur angeheuert hat. Zusammen mit einer Co-Praktikantin und dem Chef geht's auf Geschäftsreise nach Dubai, es folgen verworrene spirituelle Aufträge und eine Liebelei, am Ende der Rückzug in die Schweiz.
Apropos Esoterik, das Thema hat nur einen Zweck: Es wird bis auf die letzte Faser für mehr oder weniger Humoriges ausgeweidet. Und fällt damit wieder in die Kategorie der Randaspekte, die dankbar zu größeren Abhandlungen aufgepumpt werden, Bettwanzengeschichten und belauschte Dialoge genauso wie Volltexte von Spam-E-Mails.
"Generation Praktikum"
Na klar, sagen Praktikanten, die lautstark über Ausbeutung klagen. Ja, sagt auch der DGB: 56 Prozent der Hochschulabsolventen gehören dazu. Die entsprechende Studie stützt sich aber auf Angaben von lediglich 89 Teilnehmern. Karl-Heinz Minks vom Hochschul-Informations-System (HIS) dagegen sagt: "Das ist wohl eher das Gefühl einer Generation."
Praktikanten, die sich von einem un- oder unterbezahlten Arbeitsverhältnis zum nächsten hangeln. Absolventen, die qualifizierte Arbeit leisten, aber monatelang für lau arbeiten. Eine
Online-Petition an den Bundestag, unbezahlte Langzeitpraktika zu verbieten, unterschrieben etwa 50.000 Menschen.
An einer HIS-Umfrage nahmen 10.000 Hochschulabsolventen des Jahres 2005 aus verschiedenen Fachrichtungen teil. Ihre Antworten fallen weit positiver aus, als es das Getöse um die "Generation Praktikum" vermuten lässt. Demnach arbeitet jeder siebte Uni- und jeder achte FH-Absolvent nach dem Studium als Praktikant. HIS-Experte Kolja Briedis sagt: In technischen Berufen oder den Naturwissenschaften seien Praktika nach Studienende eine Ausnahme, in den Sozialwissenschaften komme es häufiger zu Kettenpraktika.
Laut HIS ist die Praktikumsdauer in den "meisten Fällen auf einen überschaubaren Zeitraum beschränkt": Die Hälfte der Praktikanten absolviert nach dem Studium Praktika von maximal drei Monaten, ein Drittel von maximal sechs Monaten, nur wenige noch mehr. Die Mehrheit zeigte sich zufrieden mit Inhalten und Nutzen des Praktikums. Geld bekamen 66 Prozent der Uni-Absolventen und 83 Prozent der FH-Absolventen (wie viel genau, wurde nicht erfasst). Das HIS-Fazit: Kettenpraktika oder Praktikumskarrieren seien eine Randerscheinung, kein Massenphänomen. In der Zeit danach gelinge vielen der Sprung in die Erwerbstätigkeit.
Es bleibt der Eindruck, ohne derlei Exkurse wäre es zu wenig Stoff gewesen. Die prekäre Arbeit und ihre Zwänge spielen eigentlich nur eine Nebenrolle: 250 Euro im Monat bekommt Arne für seine 60-Stunden-Wochen und träumt vom gewerkschaftlich geforderten Mindestlohn von 7,50 Euro pro Stunde. Das wären 1800 Euro, rechnet er, "im großen 'BamS'-Vergleich brauchte ich mich hinter Supermarktkassiererinnen nicht verstecken".
Je nun. "12 Stunden sind kein Tag" verhandelt den Wert von Akademiker-Arbeitszeit. Hochqualifizierten, die ihre Kompetenz nonstop für Kinkerlitzchen wie Esoterikkram verschwenden, sollte man in den Hintern treten.
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Autorenjahrgang: 1973
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Der Satz, der alles sagt: "Ich lasse mich treiben. Und zwar so willenlos, dass ich dabei Passantinnen anrempele."
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Die Protagonisten: Irgendwas zwischen Sascha Hehn und Messie
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Humorradius: Sprüche über ejaculatio praecox? Och nö
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Das taugt's: Kann man lesen. Muss man aber wirklich nicht.
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