DJS-Schüler: Gemeinsam brennen, streiten und vertragen

An der Deutschen Journalistenschule in München absolviert Lukas Eberle derzeit die Redakteursausbildung. Er findet: So richtig lernt man einen Menschen erst kennen, wenn man mit ihm in der DJS-Klasse war. Inzwischen hat er sich an Zwölfstundentage gewöhnt.

Lukas Eberle, 27, ist Schüler im Masterkurs an der Deutschen Journalistenschule in München
Lukas Eberle

Lukas Eberle, 27, ist Schüler im Masterkurs an der Deutschen Journalistenschule in München

"Mit 27 noch einmal Schüler in einer Klasse zu sein, war mir vor meinen Kumpels anfangs etwas peinlich. Heute erzähle ich gerne, dass ich nach einem strengen Stundenplan lebe.

Es war die richtige Entscheidung, nicht das Volontariat in meiner Lokalzeitung zu machen, sondern an der Deutschen Journalistenschule anzufangen. Bei welchem Medium ich später arbeiten will, wusste ich 2008 noch nicht. Deswegen habe ich mich bei der DJS beworben, sie bildet für Print, Radio, Fernsehen und Online aus. Ich kann jetzt hoffen, breiter aufgestellt zu sein als Volontäre aus Zeitungs- oder Rundfunkredaktionen.

Das Klassending in der DJS funktioniert perfekt für mich. Unter uns Schülern hat sich eine echte Gruppendynamik entwickelt: Alle brennen für dasselbe, schaffen gemeinsam etwas, scheitern gemeinsam, streiten und vertragen sich. Ich glaube, man lernt einen Menschen erst richtig kennen, wenn man mit ihm auf der Journalistenschule war.

Alles muss sich ändern, und das ist spannend

Unsere Dozenten gingen meist selbst auf die Schule und sind heute Redakteure in verschiedenen Medien. Einige können ihr Wissen recht beeindruckend weitergeben. Was didaktisch der beste Weg ist, interessiert sie dabei wenig. Wichtig ist ihnen ein guter Text oder ein guter Beitrag. Und für unsere Zukunftsplanung können die Kontakte zu den Dozenten richtig wertvoll sein.

Aber auf der DJS zu sein heißt auch, getrieben zu sein. Meine Schultage dauern oft zwölf Stunden. Trotzdem ist es kaum möglich, alles nach zwei Jahren perfekt zu beherrschen. Manchmal fehlt die Zeit, um in die Tiefe zu gehen. Und Geld gibt es auf der DJS auch nicht. Das DJS-Konzept funktioniert nicht für alle, die in den Journalismus wollen. Für mich schon.

Im September geht die Ausbildung zu Ende. Jobs? Gerade schlecht. Stimmung? Trotzdem gut. Die Zeiten im Journalismus sind derzeit so miserabel, dass sich alles ändern muss, damit es weitergeht. Und das finde ich spannend."

Wissens- und Bilderrätsel für Berufseinsteiger
Aus 24 Fragen zum Allgemeinwissen und 12 Fotos von Kunstwerken, Menschen, Sensationen bestand der Aufnahmetest der Deutschen Journalistenschule 2010. Die Aufnahme an der DJS hängt auch davon ab, dass man möglichst wenig Fragehürden reißt: Schaffen Sie sowohl den Wissentest als auch den Bilderreigen?

Journalistenschulen

Kompaktkurs

Teilnehmer: 15

Bewerber: k.A.

Dauer: 16 Monate, startet im November

Kosten/Vergütung: keine/ keine

Voraussetzungen: Höchstalter 28 Jahre

Masterkurs

Teilnehmer: 30

Bewerber: k.A.

Dauer: 24 Monate, startet im Oktober

Kosten/Vergütung: keine/ keine

Voraussetzungen: Höchstalter 30 Jahre


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  • Montag, 31.05.2010 – 11:16 Uhr
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