Von Anne Spies
57 Prozent der Geisteswissenschaftler sind mit ihrem Gehalt nicht zufrieden. Bei den Ingenieuren sind es dagegen nur 44 Prozent. "Geisteswissenschaftler steigen häufig in Bereichen ein, die ihrem Fachbereich nahe liegen, wie beispielsweise Medien. Das niedrige Einstiegsgehalt hängt ihnen dann bei weiteren Gehaltsverhandlungen wie ein Klotz am Bein", erklärt Gehaltscoach Martin Wehrle das Dilemma.
Während Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure und Naturwissenschaftler mit rund 40.000 Euro in den Beruf starten, bekommen Geisteswissenschaftler im Schnitt nur 32.000 Euro, so die Untersuchung des manager magazins (die Ausgabe 10/2009 inklusive Gehaltsreport gibt es hier). Die höchsten Einstiegsgehälter mit 46.000 Euro erzielen Rechtswissenschaftler. Dafür steigt deren Gehalt im Laufe der Karriere aber nur langsam.
Mathematiker liegen vorn, Architekten hinten
In Führungspositionen sind Geisteswissenschaftler genauso häufig anzutreffen wie Mitarbeiter mit anderen Ausbildungshintergründen - aber selten auf den höchsten Ebenen. Im oberen Management haben zwei Drittel der Angestellten eine kaufmännische oder wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung. 15 Prozent sind Ingenieure, nur vier Prozent haben ein geisteswissenschaftliches Fach studiert.
Besonders gut verdienen Führungskräfte mit Mathematikstudium, im Schnitt 98.000 Euro im Jahr. Es folgen die Physiker mit 94.000 Euro. Bis in die oberen Managementetagen schaffen sie es jedoch ebenfalls nur selten. Am unteren Ende der Gehaltsskala finden sich neben den Geisteswissenschaftlern auch Sozialwissenschaftler mit 68.000 und Architekten mit 65.000 Euro.
Im Einzelfall sagt das Studienfach jedoch wenig über das spätere Einkommen aus. So verdienen jene Geisteswissenschaftler, die als Manager in der Pharma-, Automobil- oder Finanzindustrie arbeiten, genauso gut wie alle anderen. Im Durchschnitt allerdings bekommen Geisteswissenschaftler im Vergleich zu ihren Kollegen immer noch am wenigsten. Während Juristen zum Berufsstart am meisten verdienen, stehen nach 20 Berufsjahren Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure am besten da.
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