Gehaltsreport: Was Berufseinsteiger bei Banken verdienen

Die fetten Jahre sind vorbei, es rappelt in der deutschen Finanzwirtschaft. Lohnt sich denn ein Berufsstart bei Banken überhaupt? Ihre Mitarbeiter bezahlen sie solide bis gut. Der aktuelle Gehaltsreport zeigt, mit welchen Einkommen junge Akademiker rechnen können.

Momentan knirscht und knarrt es mächtig im Gebälk der Zentralen und Filialen deutscher Bankhäuser. Es gab schon weit ruhigere Zeiten für Bankangestellte. Die Mitarbeiter erzielen meist solide Einkommen: Banken zahlen um rund 15 Prozent höhere Gehälter als im Schnitt der insgesamt 60 Branchen von Anlagenbau bis Zeitarbeit, die in der Datenbank des auf Gehaltsthemen spezialisierte Beratungsunternehmens PersonalMarkt erfasst werden. Nur bei Beratungsfirmen und Pharmaunternehmen sind die Einkommen noch höher.

Vom hohen Gehaltsniveau profitieren auch akademische Berufseinsteiger: Rund 45.000 Euro streichen Hochschulabsolventen im Schnitt ein - wobei das Gehaltsniveau bei Banken grundsätzlich etwas höher liegt als das bei Sparkassen. Die Spanne bei den Gehältern sind bereits beim Berufseinstieg groß. Sie reicht von unter 39.000 Euro bis über 55.000 Euro brutto im Jahr, je nach Tätigkeit, Firmengröße und Art des Einstiegs.

Direkteinsteiger und Trainees steigen mit rund 45.500 Euro jährlich ein, Assistenten der Geschäftsführung mit 44.000 Euro. Ein Viertel aller Direkteinsteiger bei Banken und Sparkassen, deren Daten in die Auswertung geflossen sind, kommt auf mehr als 54.000 Euro. Spitzenverdiener bei den Assistenten der Geschäftsführung erreichen über 52.000 Euro, die am besten bezahlten Trainees über 48.000 Euro jährlich.

Groß- und Spezialbanken zahlen am besten

Das Einstiegsgehalt ist von großer Bedeutung für die weitere Karriere, denn jede prozentuale Gehaltssteigerung lässt die absolute Differenz weiter wachsen. Größere Gehaltsprünge gelingen dann meist nur durch einen Jobwechsel.

Auch die Mitarbeiterzahl des Arbeitgebers macht sich beim Gehalt bemerkbar. Bei Banken und Sparkassen mittlerer Größe (101 bis 1000 Mitarbeiter) liegen die durchschnittlichen Einstiegsgehälter bei knapp 40.000 Euro. Bei größeren Häusern mit über 1000 Mitarbeitern können Berufseinsteiger Gehälter in Höhe von 50.000 Euro und mehr erzielen. Doch auch kleinere Spezialbanken zahlen ihrem akademischen Nachwuchs überdurchschnittlich hohe Einstiegsgehälter.

Daneben spielt die Tätigkeit eine entscheidende Rolle. Zu den Top-Verdienern unter den Einsteigern zählen Hausjuristen (57.350 Euro Jahresgehalt) und Fondsmanager (knapp 55.000 Euro Jahresgehalt). Spitzenverdiener erzielen hier sogar über 60.000 Euro Jahresgehalt. Kundenbetreuer oder Mitarbeiter in der Verwaltung dagegen kommen gerade einmal auf Einstiegsgehälter in Höhe von knapp 40.000 Euro im Jahr.

Satte Gehälter im Vertrieb

Mit Abstand am meisten Geld aber lässt sich mit dem Vertrieb von Finanzprodukten verdienen. Ein Viertel der Berufseinsteiger bei Banken und Sparkassen, deren Daten ausgewertet wurden, kommt in Vertriebspositionen auf über 67.000 Euro jährlich; im Schnitt streichen Berufseinsteiger im Vertrieb 54.300 Euro Jahresgehalt ein.

Auch die Anzahl der Berufsjahre beeinflusst das Gehalt: Nach zwei bis fünf Jahren Berufspraxis liegt das Gehaltsniveau von Akademikern bei Banken und Sparkassen im Schnitt bereits bei knapp 52.000 Euro. Banken zahlen auch hier bessere Gehälter als Sparkassen, Spitzenverdiener kommen dann bereits auf über 64.000 Euro. Noch profitieren die meisten Bankangestellten - Erfahrene wie Einsteiger - von einheitlichen und bundesweiten Tarifverträgen.

Der Trend zu variablen Gehaltsbestandteilen zeigt sich auch im Bankensektor. Oft haben Berufseinsteiger über den Tarif bereits Vereinbarungen zu variablen Gehaltszahlungen, die entweder an den Unternehmenserfolg oder an persönliche Leistungen gekoppelt sind. Häufig ist es auch ein Mix aus beiden Varianten. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt sowohl der Anteil derjenigen, die Prämienzahlungen bekommen, als auch die Höhe der Prämienzahlungen selbst.

Immer häufiger Prämien

Die höchsten Einstiegsgehälter in der Kreditwirtschaft erzielen Wertpapierhändler - sie können Einkommen in Höhe von mehr als 160.000 Euro einstreichen. Den Großteil des Gehalts machen bei solchen Stellen allerdings Prämienzahlungen aus. Neben Wertpapierhändlern erhalten Fondsmanager die höchsten Prämienzahlungen.

Satte Prämien fließen in guten Zeiten, in der Krise gibt es weniger zu holen. Und die Hoffnung, dass Banken das Schlimmste hinter sich haben, wird in der Finanzwelt nur sehr leise und zögerlich geäußert. Bis die Krise wirklich gebannt ist, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen.

Hinzu kommt, dass die Gehaltsstrukturen bei Banken grundsätzlich auf dem Prüfstand stehen: Vor allem kurzfristige Bonuszahlungen sind in Verruf geraten. Das aber betrifft die wenigsten Einsteiger, und so können Hochschulabsolventen nach wie vor mit höheren Einstiegsgehältern als in anderen Branchen rechnen.

Heike Friedrichsen, PersonalMarkt

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