Härtetest für Berufseinsteiger: Bestehen Sie den Triathlon des Wissens?

Die Aufnahmeprüfung der Henri-Nannen-Journalistenschule ist einer der härtesten Brocken für Berufsanfänger in Deutschland. Bewerber müssen unter Zeitdruck knifflige Wissensfragen beantworten, Personen erkennen, Texte umschreiben. Machen Sie den Test: Hätten Sie eine Chance?

Journalistenausbildung: Die harte Hamburger Schule Fotos
Jan Oberländer

Wenn die Henri-Nannen-Schule ruft, folgen junge Journalisten in ganz Deutschland. Sie rivalisiert mit einer Reihe anderer Journalistenschulen und hat ihr Renommee zu verteidigen - dazu gehört auch das beinharte Auswahlverfahren. Beim Berufsnachwuchs ist es legendär bis gefürchtet. Schon die Zahlen beeindrucken: Rund 2000 Bewerber fordern die Unterlagen an, am Ende erhalten nur 20 einen Platz.

Wer es zu den Auswahltagen schaffen will, muss mit Texten die Schule überzeugen: Jährlich etwa 1500 Kandidaten schreiben je eine Reportage und einen Kommentar zu vorgegebenen Themen und reichen ein Rechercheprotokoll ein. 80 erhalten eine Einladung nach Hamburg - zum Triathlon des Wissens.

Ein Hafenspaziergang ist das wahrlich nicht. Beim zweitägigen Eignungstest müssen sie in dreieinhalb Stunden für eine Reportage recherchieren und den Text in drei Stunden schreiben; 2008 zum Beispiel führte der gemeinsame Weg alle Bewerber in den Tierpark Hagenbeck. Wichtig ist auch der persönliche Eindruck in einem Zehn-Minuten-Gespräch: Eine zwölfköpfige Prüfungskommission aus Chefredakteuren und Schulleitung beurteilt die Begabung der Kandidaten, "unverklemmt vernünftige Dinge zu sagen", wie es nonchalant auf der Homepage der Schule heißt.

Zudem wird von den Bewerbern erwartet, dass sie mit Allgemeinbildung punkten und ihr Wissen in einer klaren Sprache vermitteln können. Und stilsicher sollen sie in 45 Minuten einen missratenen Nachrichtentext in einen gelungenen umwandeln.

Wer in einer Disziplin patzt, ist noch nicht ganz verloren. Jeder Teil wird einzeln gewertet und unterschiedlich gewichtet. 32 Punkte sind das Maximum für die gesamte Auswahlprüfung. Beim Bildertest und bei der Schreibübung sind jeweils maximal drei Punkte zu holen, beim Wissenstest sechs Punkte. Für die Reportage und das Auswahlgespräch werden jeweils höchstens zehn Punkte vergeben.

Es beginnt das Hoffen und Bangen, bis die Zu- oder Absage eintrifft. "Wenn man dann endlich diesen Umschlag aus der Schule im Briefkasten findet, kommt es einem vor, als würde man gerade den nackten Hals auf eine Guillotine legen", schilderte es die Journalistenschülerin Barbara Hein. Sie durfte lesen: "Herzlichen Glückwunsch! Sie haben es geschafft!"

Auf SPIEGEL ONLINE können Sie sich testen: Wie schneiden Sie beim Triathlon des Wissens ab? Zu den drei großen Herausforderungen für junge Journalisten...

bim/jol

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Wer will Journalist werden?
Das Auswahlverfahren ist rigoros, die Ausbildung hart und umfassend: Vor allem deshalb steht die Hamburger Henri-Nannen-Schule im Ruf, die renommierteste deutsche Journalistenschule zu sein, getragen von den Verlagen Gruner+Jahr, SPIEGEL und Zeit. 18 Monate lang werden 20 junge Frauen und Männer intensiv im Handwerk der Print- und elektronischen Medien geschult. Die Bewerbungsfrist für den nächsten Lehrgang (Beginn Januar 2012) endet am 3. März 2011. Weitere Informationen unter: www.journalistenschule.de