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Hochschulen: "Hausbewerbung" bei der Benz-Nachfolge?

Um die Nachfolge des bekanntesten deutschen Antisemitismusforschers, Wolfgang Benz, gibt es Streit in Berlin. Seine langjährige Mitarbeiterin bewirbt sich um die Stelle - und wird als externe Bewerberin geführt.

Mit Angelika Königseder bewirbt sich seine langjährige Mitarbeiterin um die Leitung des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) der Technischen Universität. Der Historiker Matthias Küntzel sieht darin eine interne "Hausbewerbung", für die gesetzlich "besonders hohe Hürden" gälten. Königseder wird auf der Homepage des ZfA als wissenschaftliche Mitarbeiterin genannt und wurde so auch jahrelang in den Vorlesungsverzeichnissen geführt.

Im Bewerbungsverfahren firmiert sie aber als wissenschaftliche Mitarbeiterin eines bislang wenig bekannten "Instituts für Vorurteils- und Konfliktforschung" - und damit als externe Bewerberin.

"Juristisch gesehen bin ich keine Angestellte des ZfA", sagt Königseder, die ihr Büro in den Räumen des ZfA hat. Eine internationale Berufungskommission prüft derzeit neben ihr sechs weitere Kandidaten.

Dass sie im ZfA keine Fremde ist, sei auch der Kommission bekannt, sagt Königseder: "Die wird prüfen, ob das eine Hausbewerbung ist". Auch Benz verteidigt die Bewerbung. Er nehme keinen Einfluss auf das Verfahren. "Ich kann mit allen sieben Kandidaten gut leben und protegiere niemanden", sagt er. Benz und Königseder werfen Küntzel vor, er wolle mit seiner Kritik am Bewerbungsverfahren das ZfA treffen, weil es nicht bedingungslos seiner "islamkritischen Haltung" folge. Die Amtszeit von Benz endet im Herbst.

Markus Deggerich

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