Von Lissy Kaufmann
Es geht immer nur um diese beiden. Barack Obama oder Mitt Romney. Einer von ihnen wird bald zum Präsidenten der USA gewählt, Titelverteidiger Obama liegt bei den jungen Wählern vorn. Die Grünen-Kandidatin Jill Stein taucht in Umfragen gar nicht erst auf - interessieren sich junge Amerikaner nicht für Umweltschutz? Doch.
Aber weil das de facto Zweiparteiensystem der USA kleineren Parteien wie den Grünen so gut wie keine Chance gibt, fehlt ihnen eine politische Lobby. Ohnehin: Wie sollten Grüne Politik machen, ohne die ihnen so wichtige Unabhängigkeit zu verlieren? Kandidaten in den USA brauchen enorm viel Geld für den Wahlkampf. Denn nur wer die Mehrheit der Stimmen bei der Präsidentschafts- oder den Kongresswahlen erhält, kommt ins Weiße Haus oder das Parlament. Mehr als 600 Millionen Dollar an Spendengeldern haben Obama und Romney laut Berichten der "New York Times" bislang jeweils insgesamt eingenommen - diese enge Verbindung zur Wirtschaft und starken Geldgebern passt nicht ins linke alternative Spektrum.
Fernab der politischen Bühne hingegen tut sich in den USA sehr viel, selbst im Landesinneren, das nicht gerade für seine Ökobewegung bekannt ist. Amerikaner werden vor allem dann zu Umweltschützern, wenn in ihrer Nachbarschaft Berge gesprengt werden, um an Kohle zu kommen, oder plötzlich auf dem Grundstück nebenan große Firmen Erdgas fördern, Fracking genannt.
Öko-Hochburgen sind aber nach wie vor die Regionen entlang der Ost- und Westküste: In den Städten gibt es immer mehr Fahrradwege, sogar in Problemstadtteilen wie der Bronx in New York bieten Märkte lokale Produkte an. Und dort leben sie, junge Amerikaner mit ökologischen Ideen.
Bei SPIEGEL ONLINE erzählen fünf von ihnen, aus Berkeley, dem Staat New York und New York City, von ihrer grünen Karriere, ihrer Motivation und ihren Zielen: Ursula Rozum tritt als Grünen Kandidatin zur Kongresswahl an, Erin Barnes, Cassie Flynn und Brandon Whitney haben eine Online-Plattform eröffnet, auf der Menschen mit ökologischen Projekten Förderer finden können, und Joshua Kahn Russell gibt Kurse in zivilem Ungehorsam. Klicken Sie auf die Überschriften zum Weiterlesen...
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