Zum Tod von Renate Lieckfeldt: Resolute Rektorin verliert Kampf gegen Krebs
Sie war vom Krebs genesen, doch Sachsen verweigerte der gewählten Rektorin Renate Lieckfeldt den Beamtenstatus wegen "erhöhtem Wiedererkrankungsrisiko". Sie setzte sich durch. Jetzt erlag Lieckfeldt einem neuerlichen Krebsleiden.
Renate Lieckfeldt, Rektorin der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK), ist tot. Sie starb am Sonntag im Alter von 48 Jahren nach schwerer Krankheit, wie ihre Hochschule am Montag bekanntgab.
Lieckfeldt hatte im Jahr 2011 für Aufsehen gesorgt, weil ihr mit Verweis auf eine vorausgegangene Krebserkrankung der Beamtenstatus in Sachsen verweigert wurde. Wegen ihres "erhöhten Wiedererkrankungsrisiko" könne sie nicht in den Staatsdienst übernommen werden, hieß es damals zur Begründung aus dem Sächsischen Wissenschaftsministerium.
Zu dem Zeitpunkt war Lieckfeldt bereits zur Rektorin der Fachhochschule gewählt worden und stand kurz vor ihrem Amtsantritt. Daraufhin suchte sie mit ihrer Krankengeschichte offensiv die Öffentlichkeit und erreichte so, dass ihr der Beamtenstatus auf Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) letztlich doch zuerkannt wurde. Auch die Studenten der HTWK hatten sich für Lieckfeldt als verbeamtete Rektorin stark gemacht.
Vor ihrem Wechsel an die Spitze der Leipziger HTWK hatte Lieckfeldt den Fachbereich Physikalische Technik der Fachhochschule Gelsenkirchen geleitet. Die HTWK teilte jetzt mit, trotz guter Prognose sei Lieckfeldt bereits zu Beginn ihrer Amtszeit 2011 erneut an Krebs erkrankt. Gleichwohl habe sie "in den vergangenen Jahren der Hochschule ununterbrochen mit voller Kraft und enormer Willensstärke zur Verfügung" gestanden und habe ihre Krankheit entschlossen bekämpft.
Mitte August nahm Lieckfeldt mit einem Schreiben an allen Hochschulangehörigen Abschied und berichtete von ihrem Kampf gegen den Krebs in den vergangenen zwei Jahren. Liekfeldt schrieb in ihrem Abschiedbrief, sie sei "stolz und dankbar, dass ich an dieser Hochschule Rektorin sein durfte". Das Rektorat der Hochschule teilte damals mit, man werde die Amtsgeschäfte der HTWK Leipzig in Lieckfeldts Sinne weiterführen.
cht
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