China ist ein sagenhaftes Land, sagen die einen. Andere finden es grauenvoll. In jedem Fall ist China völlig anders, als wir es uns im Westen vorstellen. Für mich hat China viele Facetten: von faszinierend, bunt, überwältigend, aufregend bis hin zu laut, absurd, chaotisch - aber vor allem eines: nie langweilig.
Ich hatte das Glück, als Marketing-Managerin drei Jahre in der Volksrepublik leben zu dürfen und die uns so fremde Kultur beruflich wie auch privat kennen und lieben zu lernen. Mittlerweile bin ich wieder zurück in Deutschland, um eine einmalige Erfahrung und einige wundervolle Freundschaften reicher.
Es fiel mir anfangs schwer, mich wieder an die Korrektheit des deutschen Straßenverkehrs zu gewöhnen, wo ich doch das Fahren auf Chinas schiefkrummen Straßen so genossen habe und auch viel gelernt habe über Ölpedale und Fahrzeuge mit Alarmapparaten mit spezieller Klangwirkung.
Ich weiß mittlerweile auch, wie peinlich es sein kann, eine Situation in einer so fremden Kultur zu be- oder gar verurteilen, ohne zu verstehen, um was es wirklich geht. Wir Westler betrachten chinesische Lösungen oft als chaotisch, dilettantisch und absurd - aber es ist eben nicht die einzige und vor allem nicht die einzig wahre Sichtweise. Und so kommt es im Alltagsleben häufig zu Situationen, in denen uns der Ausdruck "Maybe have problem" die Andersartigkeit der chinesischen Kultur bewusst werden lässt.
Von Sonja Piontek ist das Buch "China, die türkise Couch und ich" im Conbook Verlag erschienen. Die folgenden vier Geschichten sind Auszüge daraus.
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