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Lehrergeständnisse: Warum die Handys meiner Schüler so nerven

Mein Handy und ich: Auf Klassenfahrten müssen Schüler ihr Handy stundenweise abgeben (Symbolbild) Zur Großansicht
Corbis

Mein Handy und ich: Auf Klassenfahrten müssen Schüler ihr Handy stundenweise abgeben (Symbolbild)

Klassenfahrt, ein Klassiker: Die Lehrerin träumt vom gemeinsamen Lagerfeuer - die Schüler denken nur an ihre Smartphones. Hier berichten Pädagogen aus dem Schulalltag. Anonym, aber maximal ehrlich.

Ich gehöre nicht zu jenen Kollegen, die sich vor der Klassenfahrt drücken. Denn: Haben wir Lehrer nicht auch einen erzieherischen Auftrag? Haben die Schüler nicht das Recht auf eine Klassenfahrt? Ein gemeinsames Lagerfeuer? Vielleicht singen sie auch mal freiwillig. Der erlebnispädagogische Aspekt und die Naturerfahrung sollen im Vordergrund stehen, um die Sozialkompetenz zu stärken.

Diese ideologischen Gedanken verflüchtigen sich schnell.

Denn bereits im Vorfeld treten erste Probleme auf: Ich renne dem Geld hinterher und habe vielfältige Zahlungswege zu überwachen (Zahlungen in Raten, bar, über das Konto, über das Bildungspaket). Zum eigens angesetzten Elternabend kommt fast niemand. Die Klasse diskutiert, dass sie lieber nach Las Vegas möchte. Meine Bitte um leichtes Gepäck wird ignoriert, und die Schüler reisen mit 50-Kilo-Koffern voller Paillettenkleider, Highheels, Flip-Flops, Süßigkeiten, Chips und Fertigsuppen an.

Die große Fahrt in die ihnen unbekannte Welt der Natur stellt die Schüler, deren Hobbys in erster Linie aus "Zocken" und "WhatsApp" bestehen, vor eine große Herausforderung: "Gibt's da Internet?" "Darf ich meine PSP oder Laptop mitnehmen?"

Nein, und das Handy dürfen sie auf Ausflügen nicht mitnehmen und müssen es abends ab 22 Uhr sogar im Lehrerzimmer abgeben. Darüber empören sich Schüler jedes Mal: "Oha, Frau…. Sie sind voll unfair! Daheim darf ich die ganze Nacht chatten…" "Ich kann nicht ohne mein Handy! Ich schlafe die ganze Nacht nicht, das haben Sie dann davon!"

Nach einer Klassenfahrt richte ich jedes Mal Stoßgebete an die Eltern: "Warum fahrt ihr mit euren Kindern nicht mal raus zum Wandern anstatt sie nur vor der Playstation zu parken? Wieso lasst ihr ihnen das Handy die ganze Nacht, so dass sie morgens völlig übermüdet sind? Warum Süßigkeiten nach dem Zähneputzen? Und wieso können die Jungs kein Geschirr spülen, Betten machen oder Schuhe binden?"

Die Lehrerin unterrichtet in einer mittelgroßen Stadt in Süddeutschland

In den kommenden Tagen erscheinen auf SPIEGEL ONLINE weitere Lehrergeständnisse zum Thema Klassenfahrt.

Und jetzt kommen Sie
  • Corbis

    Das Thema der nächsten Folge: Was ich in der Schule sofort ändern würde, wenn ich könnte.

  • Sie sind Lehrer und möchten zu dem Thema auch etwas gestehen? Dann schicken Sie Ihre kurze Geschichte gern an:

  • Lehrer@spiegel.de
Alle bisher erschienenen Geständnisse finden Sie hier.

Handyverzicht! Für eine Woche!

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insgesamt 175 Beiträge
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1. Es nervt: Schüler scheinen eine Konzentrationsspanne eines Hamsters zu haben
hemithea 01.05.2014
Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Wir im Labor bei Schülerbesuch kommen und teilweise echt wie Papageie vor, die gebetsmühlenartig "Handys werden weggepackt, sonst werden sie eingezogen und dem Lehrer übergeben." Die meisten ignorieren es so lange, bis man auf sie zu kommt und die Hand aussteckt. Nach der Pause genau das gleiche Spiel. Und während der Experimente wird jedes Moment ausgenutzt im aufs Handy zu schauen. Irgendwie denken die Schüler, wir seien blöd und kennen ihre Tricks mit Federtasche, unterm Tisch, zwischen den Büchern/ Heftern, vor Taschentüchern etc pp nicht.
2. Und der Staat läuft mit Milliarden
ayberger 01.05.2014
hinter diesen so hochgradig bildungsinteressierten und leistungsorientierten Jugendlichen hinterher, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern, dabei könnte er es viel preiswerter haben, jedem sein Smatphone und nächtelang chatten und surfen, Schule und Bildung - was ist das, wer benötigt das?
3. Zustimmung
Behni 01.05.2014
Ohhh wie gut ich das als Kollege nachvollziehen kann. Schüler und ihre Handys, ständig Ärger (interessanterweise sind Mädchen noch viel abhängiger als Jungen). Ist aber leider wie mit allem in unserer Gesellschaft: Die Erwachsenen nörgeln und zeigen mit dem Finger auf unsere Kids, dabei sind Eltern und viele Kollegen schon genauso süchtig. Woher sollen die Jugendlichen es also auch lernen.
4.
fiutare 01.05.2014
Zitat von sysopCorbisKlassenfahrt, ein Klassiker: Die Lehrerin träumt vom gemeinsamen Lagerfeuer - die Schüler denken nur an ihre Smartphones. Hier berichten Pädagogen aus dem Schulalltag. Anonym, aber maximal ehrlich. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/lehrergestaendnisse-schueler-nerven-lehrer-mit-handys-laptop-psp-a-966750.html
Ich habe mich lange genug dagegen gewehrt, aber jetzt muss es raus: Diese Jugend von heute macht mir Angst. Nicht die Jugend selbst, nein - nur die Erwachsenen, die daraus werden sollen. das geht maximal schief. Und schuld sind die Erwachsenen von heute - vulgo: die Eltern. Eine Katastrophe.
5. handys nerven
warum? 01.05.2014
weil man dann alles x mal erklären muss, da entsprechende Schüler mit ihren Handys beschäftigt sind. Es nervt die Lehrkraft und auch die Mitschüler.
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