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Arbeitskampf an Schulen: Hier wird am Dienstag gestreikt

Lehrerstreik in Dresden (2013): Arbeitskampf in fünf Bundesländern geplant Zur Großansicht
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Lehrerstreik in Dresden (2013): Arbeitskampf in fünf Bundesländern geplant

In fünf Bundesländern werden angestellte Lehrer am Dienstag die Arbeit niederlegen. Unterrichtsausfälle wird es vor allem in Berlin und Sachsen-Anhalt geben.

Berlin - Ab Dienstag streiken in mehreren Bundesländern angestellte Lehrer. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) reagiert mit dem Aufruf zur Arbeitsniederlegung auf das ergebnislose Ende der zweiten Tarifrunde am Freitag. Die Gewerkschaften fordern für die rund 200.000 nicht-verbeamteten Lehrer in Deutschland 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 175 Euro mehr Lohn im Monat. Zudem sollen die angestellten Lehrer tarifvertraglich besser abgesichert werden.

Die rund 600.000 verbeamteten Lehrer dürfen die Arbeit nicht niederlegen. Bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 16. und 17. März sind weitere Streiks geplant. Willi Russ, der Vizechef des Beamtenbundes, sagte: "Die Streiks werden nächste Woche eskalieren."

Hier wird am Dienstag gestreikt:

Aktionen sind in Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Bremen angekündigt, wie eine Sprecherin der GEW sagte. An vielen Orten ist demnach mit Unterrichtsausfällen zu rechnen.

In Berlin hat die GEW zu Streiks an mehr als 400 Schulen aufgerufen, dazu gehören zentral verwaltete berufsbildende Schulen, Grundschulen, Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt sowie der Lette-Verein und das Pestalozzi-Fröbel-Haus. Nach Angaben der GEW werden in Berlin somit 1500 bis 2000 Lehrer und Erzieher die Arbeit niederlegen. Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung geht von weniger Lehrern und Schulen aus.


In Niedersachsen sind neben den angestellten Lehrern auch Sozialpädagogen aufgerufen, sich am Streik zu beteiligen. An ausgewählten Schulen in und um Hannover, in Göttingen, Osterode, Oldenburg, Osnabrück und Lüneburg, Braunschweig, Wolfsburg, Peine, Cuxhaven, Stade, Goslar, Nienburg, Stolzenau und Landesbergen werden Lehrer die Arbeit niederlegen.

Die GEW rechnet damit, dass sich etwa tausend Lehrer an 50 bis 70 ausgewählten Schulen an den Streiks beteiligen. "Wir haben die Schulen ausgewählt, an denen besonders viele Lehrer tarifvertraglich beschäftigt sind", sagte GEW-Sprecher Rüdiger Heitefaut SPIEGEL ONLINE. In Niedersachen gibt es rund 19.000 angestellte Lehrer und rund 80.000 Beamte im Schuldienst.


Die GEW hat auch tarifbeschäftigte Lehrer in Nordrhein-Westfalen zum Streik aufgerufen. Am Dienstag wird die Arbeit in Düsseldorf niedergelegt. Das Kultusministerium geht nicht davon aus, dass Schulen geschlossen werden müssen. Unterrichten einige Lehrer nicht, sollen Lerngruppen zusammengelegt werden. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 177.000 Lehrer, davon sind rund 33.000 angestellt.


In Sachsen-Anhalt sind nach Gewerkschaftsangaben Warnstreiks in Halle und Wanzleben geplant. Die GEW hat alle angestellten Lehrkräfte, Hochschulmitarbeiter und pädagogischen Mitarbeiter aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. In Halle könnten sich demnach rund tausend Menschen an den Streiks beteiligen, in Wanzleben einige Hundert. Die Streiks sind für die ersten drei Unterrichtsstunden geplant. In dieser Zeit kann demnach der Unterricht ausfallen. In Sachsen-Anhalt sind 12.000 Lehrer angestellt, 5000 sind verbeamtet. Für die nächste Woche plant die GEW landesweite Streiks.


Auch in Bremen hat die GEW mehrere Hundert angestellte Lehrer und Pädagogen zu Warnstreiks an öffentlichen Schulen und Hochschulen aufgerufen. Unterricht soll aber nur vereinzelt ausfallen.


Hier wird am Mittwoch gestreikt:

In den Regierungsbezirken Detmold und Köln wird in Nordrhein-Westfalen gestreikt. In Mecklenburg-Vorpommern soll vor allem in der Region Neubrandenburg die Arbeit niedergelegt werden.

kha/AFP/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Ungleiches Gehalt
wolfi55 02.03.2015
Also wenn man das mal ansieht, dann kriegen die Lehrer als Beamte und Angestellte brutto ungefähr das gleiche Gehalt. Da die Beamten aber keine Rentenversicherung bezahlen, ist deren Gehalt netto ungefähr 11% höher. Das ist das Hauptproblem an der Sache. Allerdings ob Lehrer generell als Beamte im gehobenen und vor allem höheren Dienst beschäftigt werden müssen, das ist dann doch die Frage. Allerdings ist natürlich die hohe Qualifikation zumindest in den Oberstufenklassen durchaus gefordert. Da könnte man durchaus trennen.
2. Qualifikation
ginger_collins 02.03.2015
Zitat von wolfi55Also wenn man das mal ansieht, dann kriegen die Lehrer als Beamte und Angestellte brutto ungefähr das gleiche Gehalt. Da die Beamten aber keine Rentenversicherung bezahlen, ist deren Gehalt netto ungefähr 11% höher. Das ist das Hauptproblem an der Sache. Allerdings ob Lehrer generell als Beamte im gehobenen und vor allem höheren Dienst beschäftigt werden müssen, das ist dann doch die Frage. Allerdings ist natürlich die hohe Qualifikation zumindest in den Oberstufenklassen durchaus gefordert. Da könnte man durchaus trennen.
Die Meinung zur höheren Qualifikation kann ich nicht teilen. In der Oberstufe wird nur noch Wissen vermittelt. Während es in den unteren Stufen, viel mehr darauf ankommt, individuell auf die Schüler einzugehen und Ihnen die Vorraussetzungen mitzugeben um sich in der Gesellschaft gesund zu entwickeln.
3.
hjm 02.03.2015
Zitat von wolfi55Also wenn man das mal ansieht, dann kriegen die Lehrer als Beamte und Angestellte brutto ungefähr das gleiche Gehalt. Da die Beamten aber keine Rentenversicherung bezahlen, ist deren Gehalt netto ungefähr 11% höher. Das ist das Hauptproblem an der Sache. Allerdings ob Lehrer generell als Beamte im gehobenen und vor allem höheren Dienst beschäftigt werden müssen, das ist dann doch die Frage. Allerdings ist natürlich die hohe Qualifikation zumindest in den Oberstufenklassen durchaus gefordert. Da könnte man durchaus trennen.
Alternativ könnte man auch das fachliche Niveau senken. Fragen Sie mal den sogenannten „Steuerzahler”, für was er sich entscheiden würde.
4.
hjm 02.03.2015
Zitat von ginger_collinsDie Meinung zur höheren Qualifikation kann ich nicht teilen. In der Oberstufe wird nur noch Wissen vermittelt. Während es in den unteren Stufen, viel mehr darauf ankommt, individuell auf die Schüler einzugehen und Ihnen die Vorraussetzungen mitzugeben um sich in der Gesellschaft gesund zu entwickeln.
Genau so ist es. Es gibt aber leider immer noch Menschen, die glauben, Wissen sei eine Voraussetzung, um sich in der Gesellschaft gesund zu entwickeln. Man findet solche Menschen meist an der aussterbenden Schulform der Gymnasien. Und dort treiben Sie ihr Unwesen insbesondere in der Oberstufe. An allen anderen Schulen weiß man es zum Glück schon besser. Um sich in der Gesellschaft gesund zu entwickeln, kommt es nicht darauf an, dass ich viel weiß, sondern vor allem darauf, dass alle anderen immer ganz individuell auf mich eingehen. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Genau so sah mein Leben im Alter von 0 bis 18 Monaten aus, und damals ging's mir richtig gut. Danach habe ich dann begonnen, mir Wissen anzueignen, und die Menschen in meiner Umgebung haben aufgehört, ständig individuell auf mich einzugehen. Und von da an ging's bergab.
5. @hjm
bökelmann 03.03.2015
LOL. Gut drauf heute ;-)
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