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Neue Uni-Chefs Antennen einstellen, kommunizieren, handeln

2. Teil: Als Rektor neu im Amt: Die "Dos and Don'ts" für die ersten 100 Tage

Was man als neuer Rektor tun und was man lassen sollte, haben Prof. Dr. Dieter Frey und seine Mitarbeiter vom Center for Leadership and People Management der Ludwig-Maximilians-Universität München zusammengefasst:

Dos and Don'ts für die ersten 100 Tage
Dos Don’ts
Entwickeln Sie eine übergeordnete Vision und leiten Sie daraus drei bis vier Hauptziele ab, zum Beispiel: Internationalisierung, Frauenquote, Exzellenzinitiative. Suchen Sie nicht den frühen Erfolg. Die praktische Umsetzung von Ideen braucht in Hochschulen fast immer Zeit.
Betreiben Sie aktive Gremienarbeit, indem Sie regelmäßig folgende Fragen diskutieren: "Was läuft gut? Was läuft nicht gut? Was können wir besser machen?" Übergehen Sie nicht langjährig gewachsene Strukturen und Prozesse, sondern begegnen Sie ihnen mit Respekt und Offenheit. Hüten Sie sich davor, sie abschätzig zu kommentieren.
Identifizieren Sie die Meinungsführer und binden Sie sie rasch ein. Dafür brauchen Sie ein Gespür für den "Flurfunk", sonst verpassen Sie die wichtigen Dinge auf der informellen Ebene. Reden Sie Schwierigkeiten an Ihrer Hochschule nicht schön. Es ist zwar wichtig, sich auf Positives zu konzentrieren, aber Veränderungen gelingen nur durch ehrliche Fehleranalyse.
Finden Sie heraus, welche Erwartungen an Sie gestellt werden und welche Sie nicht erfüllen können. Befragen Sie dazu Studierende, Wissenschaftler, Verwaltungsmitarbeiter. Verprellen Sie nicht die Multiplikatoren, etwa Dekane oder exzellente Fachvertreter. Machen Sie sie zu ihren Verbündeten, denn ohne sie schaffen Sie nichts.
Fördern Sie die effektive Zusammenarbeit mit ihren engsten Mitarbeitern, vor allem den Referenten, indem Sie wöchentlich Fünf-Minuten-Gespräche neben den Sitzungen anbieten. Versuchen Sie nicht, es jedem recht zu machen. Jede Hochschule ist Heimat für Individualisten und Experten. Der Umgang mit ihnen ist meist nicht einfach. Bleiben Sie gelassen und nehmen Sie die Dinge nicht persönlich.

Hans-Christoph Keller ist Redakteur des Hochschulmagazins "duz"

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