Trier - Der saarländische FDP-Europa-Abgeordnete Jorgo Chatzimarkakis greift in der Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit seine damaligen Betreuer an der Uni Bonn an. Sie hätten ihn "durchgewunken", obwohl sie gewusst hätten, dass er nicht wissenschaftlich zitiert habe, sagte der 45-Jährige nach Informationen des "Trierischen Volksfreunds" bei einem Vortrag an der Universität Trier.
Chatzimarkakis wird vorgeworfen, einen Großteil seiner vor elf Jahren verfassten Arbeit abgeschrieben und bei den verwendeten Zitaten keine Quellen angegeben zu haben. Am Mittwoch will die Universität Bonn nach einer Überprüfung der Arbeit mitteilen, ob ihm sein Doktortitel aberkannt wird. Schon im Vorfeld war die wahrscheinliche Tendenz der Entscheidung durchgesickert, nach der Chatzimarkakis seinen Titel verlieren würde.
Er könne mit jeder Entscheidung leben, sagte der Politiker vor Studenten in Trier. Eine Aufgabe seiner politischen Ämter schloss der FDP-Politiker aber aus. Chatzimarkakis hatte seine politikwissenschaftliche Doktorarbeit im Jahr 2000 unter dem Titel "Informationeller Globalismus: Kooperationsmodell globaler Ordnungspolitik am Beispiel des elektronischen Geschäftsverkehrs" vorgelegt.
Wegen Plagiaten in ihren Dissertationen waren zuletzt dem früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und der FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin ihre Doktortitel entzogen worden. Auch steht der niedersächsische Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) wegen möglicher Fehler in seiner Abschlussarbeit in der Kritik.
amz/dapd
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