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Schwindelanfälle im Büro Die zehn größten Lügen der Kollegen

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Corbis

10. Teil: "Du schaffst das schon!"

Stellen Sie sich einen reißenden Fluss vor, mit Wasserfällen und Strudeln, endlos tief. Am Ufer steht ein zögernder Mensch: Soll er probieren, auf die andere Seite zu schwimmen? Oder besser nicht? Ein paar Damen und Herren, auf dem Weg zur sicheren Brücke, rufen ihm zu: "Du schaffst das schon!" Also springt er - und ersäuft.

Ebenso läuft es im Büro. Was rufen die Kollegen, wenn einer vor lauter Arbeit am Ertrinken ist, aber einen weiteren Großauftrag auf sich zurollen sieht? Was rufen sie, wenn ein Berufsanfänger vor einem Projekt steht, das für ihn mit Sicherheit wie ein Kamikazeflug endet? Was rufen sie, wenn einer nach dem ersten Herzinfarkt und der zweiten Kur gleich wieder den schwersten Arbeitsrucksack tragen soll? Sie rufen: "Du schaffst das schon!"

Dieser Satz meint natürlich nicht, dass einer es schafft, er meint nur, dass er es schaffen soll, also: "Ich wünsche dir, dass du es schaffst." So wie einem Todkranken von seinen Angehörigen bis zuletzt eine stattliche Lebenserwartung vorgegaukelt wird.

Doch was als Ermutigung gemeint ist, wird bei der Arbeit zur Hypothek. Wer würde ein Projekt ablehnen, das ihm (scheinbar) alle zutrauen? Das kitzelt falschen Ehrgeiz wach und schläfert richtige Bedenken ein.

Ebenso kann "Du schaffst das schon!" ein Schutzschild sein, hinter dem sich die Interessen der Kollegen verkriechen. Denn was passiert, wenn einer den Arbeitsberg ablehnt? Dann muss die Aufgabe dennoch gemacht werden - von den Kollegen. Sie denken sich: Besser eine falsche Ermutigung rufen (und weniger Arbeit haben), als sie zugerufen zu bekommen (und unter der Arbeit zu ersticken).

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insgesamt 36 Beiträge
DJ Doena 12.05.2010
1. "Ich will gar nicht befördert werden" Tja, manche Menschen fühlen sich halt wohl genau da, wo sie jetzt sind. Wenn ich meinen Abteilungsleiter so beobachte, der zwar mehr Geld bekommt, aber dafür ständig in [...]
1. "Ich will gar nicht befördert werden" Tja, manche Menschen fühlen sich halt wohl genau da, wo sie jetzt sind. Wenn ich meinen Abteilungsleiter so beobachte, der zwar mehr Geld bekommt, aber dafür ständig in irgendwelchen nutzlosen und langweigen Telefonkonferenzen hängt und nur noch Verwaltungspapiere auf seinem Tisch schiebt, dann wollte ich den Job nicht wirklich. Denn mehr Geld macht nicht wett, dass sich dann ein 8h-Job wie eine 12h-Quälerei anfühlen würde, weil die Zeit einfach nicht rum geht. 6. Teil: "Ich sag dem Chef meine Meinung" Das geht vielleicht mit 1.) zusammen, aber wenn ich denke, dass eine Entscheidung fachlich einfach falsch ist, dann werde ich das sachlich, aber hart in der Sache auch meinem Chef gegnüber artikulieren - und bisher bin ich damit eigentlich verdammt gut gefahren. Allerdings tue ich auch nicht so (weder vor, noch hinterher), als ob ich jetzt auf Krawall gebürstet mal dem Cheffe die Meinung geigen wollte. 8. Teil: "Ich kann auch ohne die Arbeit" Das kommt glaube ich auf den Job an. Wenn man einen Job hat, den man nur des Essens im Mund wegens tut, warum sollte man diesen weiter ausführen, wenn diese Bedingung wegfällt? Und den Job verlieren ist ja qualitativ etwas völlig anderes, als den Job aufzugeben. Würde sich die Schlecker-Verkäuferin die Drangsalierung und die Überwachung wirklich weiter antun, wenn sie 5 Millionen auf dem Konto hätte?
air plane 12.05.2010
tja, so läuft das wohl: ein paar allgemeinplätzchen und klischees mit hohem unterhaltungs- da wiedererkennungswert für eine möglichst große zielgruppe, und dann müsste es ja klappen mit dem bestseller. aus der reihe [...]
Zitat von sysopDie Aufschneider und Lästerziegen, die Schleimer und Ideendiebe - Martin Wehrle kennt sie alle. "Am liebsten hasse ich Kollegen" heißt sein Buch über die Schrecken des Büro-Alltags. Der Hamburger Karrieretrainer warnt: Manche Kollegen lügen, sobald sie den Mund aufmachen. Und andere schon vorher. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,693711,00.html
tja, so läuft das wohl: ein paar allgemeinplätzchen und klischees mit hohem unterhaltungs- da wiedererkennungswert für eine möglichst große zielgruppe, und dann müsste es ja klappen mit dem bestseller. aus der reihe "bücher, die die welt nicht braucht".
vhf 12.05.2010
Geht mir genauso. Ich mach das, was ich studiert hab, und das macht mir seit 15 Jahren Spass, inklusive fachlicher Weiterentwicklung. Ich bin sehr froh darueber, dass ich Leute dafuer zahle, mir die Buerokratie, Politik und die [...]
Geht mir genauso. Ich mach das, was ich studiert hab, und das macht mir seit 15 Jahren Spass, inklusive fachlicher Weiterentwicklung. Ich bin sehr froh darueber, dass ich Leute dafuer zahle, mir die Buerokratie, Politik und die ganzen Machtspielchen vom Hals zu halten. (Diese Leute heissen "Chef" und wer auf sowas steht, soll's gern machen.)
vhf 12.05.2010
Gottseidank hab ich ein so gutes Verhaeltnis zu meinem Chef, dass ich das nicht auf Krawall machen muss. Wenn ich ein Problem mit ihm hab, gehen wir mal in einen Besprechungsraum und koennen frei reden. Irgendwelche Kollegen [...]
Gottseidank hab ich ein so gutes Verhaeltnis zu meinem Chef, dass ich das nicht auf Krawall machen muss. Wenn ich ein Problem mit ihm hab, gehen wir mal in einen Besprechungsraum und koennen frei reden. Irgendwelche Kollegen geht so eine Aktion weder etwas an, noch bekommen sie das mit.
idealspots 12.05.2010
Ach, und diese Synonymliste; wie witzig und originell. Mann, bin ich froh in keinem dieser Büros versauern zu müssen. Mein Beileid an alle! Besonders die verbissenen Karreristen, Schleimer, Opportunisten, Langweiler gehen mir [...]
Zitat von sysopDie Aufschneider und Lästerziegen, die Schleimer und Ideendiebe - Martin Wehrle kennt sie alle. "Am liebsten hasse ich Kollegen" heißt sein Buch über die Schrecken des Büro-Alltags. Der Hamburger Karrieretrainer warnt: Manche Kollegen lügen, sobald sie den Mund aufmachen. Und andere schon vorher. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,693711,00.html
Ach, und diese Synonymliste; wie witzig und originell. Mann, bin ich froh in keinem dieser Büros versauern zu müssen. Mein Beileid an alle! Besonders die verbissenen Karreristen, Schleimer, Opportunisten, Langweiler gehen mir dann doch so gar nicht ab ;-)
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Zum Autor
Martin Frommann
Martin Wehrle, geboren 1970, war Führungskraft in einem Konzern, bevor er Karriereberater und Gehaltscoach wurde. Als Buchautor veröffentlichte er unter anderem die Titel "Geheime Tricks für mehr Gehalt" und "Der Feind in meinem Büro", zuletzt erschien 2009 sein "Lexikon der Karriere-Irrtümer".

Und wie gut lügt Ihr Kollege?
Corbis
Der Kreis der lieben Kollegen kann ein echtes Bestiarium sein. Manchmal scheint es vor schlimmen Schleimern und wendigen Wegduckern nur so zu wimmeln.
Wer hat Ihnen zuletzt mit einer dreisten Büro-Lüge die Woche verdorben - und warum haben Sie denjenigen doch durchschaut? Schreiben Sie es uns!
Buchtipp

Martin Wehrle:

Am liebsten hasse ich Kollegen

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