Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Bildungsstreik in der Slowakei: Ab heute fällt die Uni aus!

Streik in der slowakischen Hauptstadt Bratislava: Lehrer und Profs fordern mehr Geld für   Bildung Zur Großansicht
Corbis

Streik in der slowakischen Hauptstadt Bratislava: Lehrer und Profs fordern mehr Geld für Bildung

Erst die Lehrer, jetzt die Profs: Seit Montag streiken die Dozenten der wichtigsten Unis und Hochschulen in der Slowakei - unbefristet. Der große Bildungsstreik fällt damit in die heiße Wahlkampfphase.

Sie fordern höhere Gehälter und eine bessere finanzielle Ausstattung staatlicher Bildungseinrichtungen: Am Montag hat in der Slowakei ein unbefristeter Streik der Hochschulpädagogen begonnen.

Beteiligt sind die Lehrkräfte der 14 wichtigsten Universitäten und Hochschulen des Landes. Wie ein Streikkomitee im Internet ankündigte, wollen die Akademiker damit "die Stafette von den Lehrern übernehmen" - seit 25. Januar hatten mehr als 11.000 Lehrer an Hunderten Schulen im ganzen Land mit demselben Ziel gestreikt.

Sie wollen den Arbeitskampf am Montag vorläufig unterbrechen, obwohl die Regierung ihre Forderungen bisher nicht erfüllte. Für die Dauer des Streiks werden die Lehrer von ihrem staatlichen Arbeitgeber nicht nur nicht bezahlt, sondern auch von der Gesundheitsversicherung abgemeldet.

Zu den Protesten aufgerufen hat die parteiunabhängige "Initiative slowakischer Lehrer" ISU. Die Initiative beklagte, dass streikbereite Lehrer eingeschüchtert und schikaniert würden.

Am 5. März wird in der Slowakei das Parlament gewählt. Vertreter der Schul- und Hochschullehrer erklärten, beide Gruppen würden dieselben Forderungen an die Regierung stellen und sich gegenseitig unterstützen. Slowakische Lehrer verdienen im Durchschnitt knapp 900 Euro brutto pro Monat, Hochschullehrer nur geringfügig mehr.

Bildungsminister Juraj Draxler hatte bereits im Januar angekündigt, er könne zusätzliches Geld für das Bildungswesen nicht mehr vor der Parlamentswahl am 5. März auftreiben. Regierungschef Robert Fico unterstellte den Streikenden am Sonntag parteipolitische Motive.

lgr/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH