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Studenten-Andrang Unis brauchen Tausende neue Professoren

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Studenten im Hörsaal: Wer kümmert sich um uns?

Mehr und mehr Studienanfänger drängen in die Hörsäle, viele alte Profs gehen in Rente: Wer soll sich künftig um die Studentenmassen kümmern? 30.000 Professoren- und Mitarbeiterstellen müssen bis 2025 besetzt werden, zeigt eine Studie. Soll die Lehre besser werden, reicht das nicht.

Doppelte Abi-Jahrgänge, die Wehrpflicht abgeschafft - in den kommenden Jahren drängen Zehntausende Studenten mehr als sonst an die Hochschulen. Außerdem gehen viele Hochschuldozenten und Uni-Mitarbeiter in den Ruhestand. Beides bedeutet: Die Hochschulen müssen neue Leute einstellen, und zwar Tausende.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Politologin Silke Gülker vom Wissenschaftszentrum Berlin, erstellt im Auftrag der Max-Traeger-Stiftung, die wiederum von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gegründet wurde. Die Wissenschaftlerin beziffert darin den Personalbedarf der Hochschulen für die nächsten 15 Jahren mit rund 30.000 Nachwuchswissenschaftlern, die neu eingestellt werden müssen. Darunter sind gut 16.000 Professoren.

Gülker hat verschiedene Szenarien entworfen und sich dabei auf den Bildungsbericht von Bund und Ländern gestützt. Sie räumt zwar ein, dass der "künftige Personalbedarf von einer Vielzahl von Faktoren abhängt" und dass nicht "alle in angemessener Weise eingeschätzt werden" können. Aber alle der von ihr durchgerechneten Varianten zeigen einen "erheblichen Mehrbedarf an wissenschaftlichem und künstlerischem Personal" in den kommenden Jahren.

Wie viele Professoren braucht man, um die Betreuung zu verbessern?

Seit vier Jahren strömen zu jedem Wintersemester mehr Studienanfänger an die deutschen Hochschulen, im Herbst knackte die Studentenzahl die 2,2-Millionen-Marke. Durch doppelte Abiturjahrgänge und nun auch noch den Wegfall der Wehrpflicht ist ein neuer Rekord zum Herbst 2011 ausgemachte Sache. Laut Politologin Gülker steigt die Studentenzahl mindestens in den kommenden zehn Jahren weiter an. Daraus ergibt sich ein kurzfristiger Mehrbedarf von 1600 bis 3800 Professoren. Zudem müssten, je nach Szenario, 2000 bis 14.000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden.

Die Wissenschaftlerin hat aber nicht nur die Studentenzahlen berücksichtigt, sondern auch das Alter der Professoren und Mitarbeiter. In den kommenden Jahren vollzieht sich demnach ein Generationenwechsel: Viele gehen in den Ruhestand, ihre Stellen müssen neu besetzt werden. So kommt die Studie zu dem Schluss, dass die Hochschulen bis zu 16.000 neue Professoren und 14.000 neue wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiter brauchen. Noch mehr werden es, wenn Studenten künftig besser betreut werden sollen, was Studentenvertreter und Gewerkschaften stets fordern und Bildungspolitiker oft versprechen. Dann müssten bis zum Jahr 2025 sogar bis zu 23.000 neue Professoren eingestellt werden.

Die GEW sah sich durch die Ergebnisse der Studie bestätigt. Sie will mit einer Kampagne gegen die "ausufernden" Zeitvertragsregelungen an den Hochschulen und einer "Entfristungsoffensive" für die betroffenen Wissenschaftler reagieren. Der notwendige Ausbau der Hochschulen müsse zugleich mit einer Stabilisierung der Beschäftigungsverhältnisse verbunden werden, sagte GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller. "Die Hochschulen brauchen nicht nur mehr Personal, sondern auch bessere Beschäftigung durch mehr unbefristete Arbeitsverhältnisse." Nur dann könnten sie dem Nachwuchs berechenbare berufliche Perspektiven eröffnen sowie im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte mit anderen Arbeitgebern bestehen.

otr/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
joachim enders 21.01.2011
Die Zahlen sind gar nicht so außergewöhnlich, so dass man vermutlich gar keinen großen Bohei darum machen muss. Es geht um ca. 15000 Professor/inn/en und 15000 Mitarbeiter/innen. Laut Statistik gibt es in Deutschland knapp 38000 [...]
Die Zahlen sind gar nicht so außergewöhnlich, so dass man vermutlich gar keinen großen Bohei darum machen muss. Es geht um ca. 15000 Professor/inn/en und 15000 Mitarbeiter/innen. Laut Statistik gibt es in Deutschland knapp 38000 Professor.../inn/en, d.h. in 15 Jahren muss man 40% ersetzen. Geht man davon aus, dass ein Hochschullehrer ca. 30 Jahre seinen Beruf ausübt (Berufung mit Mitte Dreißig, Pension mit Mitte 60), ist das sogar ein wenig unter dem Durchschnitt, denn schon in den letzten Jahren wurde kräftig berufen. Heutzutage haben Professuren typischerweise 1-2 Wissenschaftlerstellen, so dass 15000 Stellen in den nächsten 15 Jahren auch nicht besonders viel sind. Das Problem liegt im Aufwachs der Studierendenzahlen zwischen 2011 und 2020. Danach werden sinkende Zahlen erwartet, so dass es jetzt nicht hilfreich ist, massig Personal einzustellen, das dann bis ca. 2040 auf Stellen sitzt, die nicht mehr so sehr gebraucht werden wie zurzeit. Eine Idee sind "vorgezogene Besetzungen" von WiMis und Professor/inn/en in den nächsten 10 Jahren und ggfs. die Verschiebung einiger Pensionierungen. Dafür brauchen die Unis aber jetzt Geld. (Ohne dass sie Räume fürs zusätzliche Personal hätten. Jetzt eingestelle Mitarbeiter können zunächst leider nur in der Besenkammer sitzen.) Wenn man die Lehre verbessern und dann noch mehr Personal einstellen will, muss man zunächst an die Infrastruktur ran. Die Absolvent/inn/en und Nachwuchswissenschaftler/innen der nächsten Jahre sollten sich für den Fall eines Personalzuwachses also freuen dürfen.
VPolitologeV 22.01.2011
Dann muß der Staat Geld in die Hand nehmen für die Bildungspolitik. Und Übermorgen kommt der Weihnachtsmann persönlich. Auch zu Ihnen, werter Leser.
Dann muß der Staat Geld in die Hand nehmen für die Bildungspolitik. Und Übermorgen kommt der Weihnachtsmann persönlich. Auch zu Ihnen, werter Leser.
opar 22.01.2011
Schon jetzt ist das System überfüllt und die Qualität leidet. Das Personal, das demnächst benötigt wird, wird jetzt schon suboptimal ausgebildet. Es stimmt sicher, dass auch der Platz beschafft werden muss, aber Frau Merkel [...]
Zitat von joachim enders... Das Problem liegt im Aufwachs der Studierendenzahlen zwischen 2011 und 2020. Danach werden sinkende Zahlen erwartet, so dass es jetzt nicht hilfreich ist, massig Personal einzustellen, das dann bis ca. 2040 auf Stellen sitzt, die nicht mehr so sehr gebraucht werden wie zurzeit. ... Die Absolvent/inn/en und Nachwuchswissenschaftler/innen der nächsten Jahre sollten sich für den Fall eines Personalzuwachses also freuen dürfen.
Schon jetzt ist das System überfüllt und die Qualität leidet. Das Personal, das demnächst benötigt wird, wird jetzt schon suboptimal ausgebildet. Es stimmt sicher, dass auch der Platz beschafft werden muss, aber Frau Merkel hat ja lieber eine Abwrackprämie auf den Weg gebracht, statt für das Geld Universitäten zu erweitern. Schließlich frage ich mich, wenn jetzt schon die Abi-Klassen immer kleiner werden, warum unser tolles System damit nicht angemessen fertig wird. - Chaos bei zehn Zentimetern Schnee, - die Bahn hat bei jeder Witterung Probleme, - die PISA-Ergebnisse werden seit Jahren nicht besser (die paar Prozent sind echt keine Leistung), - 10 Jahre für Umstellung auf Bologna und Master, counting... - Kommunen, Kreise und Länder immer höher verschuldet, kein Mensch weiss so richtig, wo das (viele) Geld bleibt, kein Ende in Sicht Können wir eigentlich überhaupt noch etwas - außer Autos nach China zu verkaufen?
democraticus 23.01.2011
Viele reden von der Abiturienten-Schwemme, die heuer und in kommenden Jahren auf die Hochschulen zurollt –die Bayerische Staatsregierung bzw. das Kultusministerium beugt jetzt schon vor. Indem, sie vielleicht neue Professoren in [...]
Viele reden von der Abiturienten-Schwemme, die heuer und in kommenden Jahren auf die Hochschulen zurollt –die Bayerische Staatsregierung bzw. das Kultusministerium beugt jetzt schon vor. Indem, sie vielleicht neue Professoren in ausreichendem Maßen einstellt, und sonst in die höhere Bildung investiert? Nein, das wäre viel zu teuer. Stattdessen sieben sie einfach mehr Gymnasiasten im Vorfeld aus, um die Gesamtzahl der Abiturienten in diesem und in den nächsten Jahren zu drücken. Wir, als Eltern einer Gymnasiastin in der 11. Klasse, bekommen das in diesem Schuljahr besonders zu spüren. Andere Eltern bestätigen diesen Eindruck. Der Schnitt bei Klausuren und anderen Prüfungen wird angehoben, Aufgaben werden gestellt über Material, das gar nicht oder nur unzureichend im Unterricht gelehrt wurde. Die G8-Opfer haben es schon immer schwieriger gehabt; nicht nur aufgrund der unausgegorenen G8-Einführung, sondern auch wegen der immerwährenden, eklatanten Gymnasial-Lehrermängel. Die Bildung – und der Notendurchschnitt – leiden zwangsläufig sehr darunter. Jetzt wird es aber noch härter; nach Staatswillen sollten noch mehr auf den Scheiterhaufen landen. Schließlich sollten unsere Kinder die Zeche zahlen für die Milliardenverluste der Bayerischen Landesbank und diverse andere Fehlleistungen der Bayerischen Staatsregierung. Dass dabei die Zukunft von tausenden von Jugendlichen verbaut wird ist der Staatsregierung egal. Das Aussieben war schon immer ein probates Mittel, dass das Bayerische Kultusministerium um die Zahl der Abiturienten nach der aktuellen Kassenlage bzw. dem vorgegebenen Budget zu steuern angewendet hatte. Ob ein Gymnasiast etwas besser oder schlechter abschneidet, ob er es bis zum Abitur schafft oder auf den Weg dahin scheitert, hängt oft nicht von der eigenen Leistung, sondern wohl auch von der Haushaltlage des Staats ab. Wenn ein Kind das Pech hat, im falschen Jahrgang geboren zu sein – oder aber geopfert werden soll, um einfach den Jahreshaushalt zu schonen – dann sorry, c’est la vie; Hauptsache Wissenschaftsminister Heubisch und Kultusminister Spaenle haben die strengen Vorgaben ihres Chefs und dem Finanzminister eingehalten. Natürlich wird die Bayerische Staatsregierung dieses bestreiten, wie auch in der Vergangenheit. Es ist naheliegend, dass gerade jetzt die Messlatte höher geschraubt wird, um die Flut an die Hochschulen möglichst gering zu halten – zum Nachteil von tausenden von unschuldigen und wehrlosen Jugendlichen. Ein Skandal höchsten Grades!!
traveliner 23.01.2011
sollten die Bremer mal aufpassen,wenn sich da halb Süddeutschland in den Gymnasien drängeln. Aber ansonsten ein guter Kommentar.
Zitat von democraticusViele reden von der Abiturienten-Schwemme, die heuer und in kommenden Jahren auf die Hochschulen zurollt –die Bayerische Staatsregierung bzw. das Kultusministerium beugt jetzt schon vor. Indem, sie vielleicht neue Professoren in ausreichendem Maßen einstellt, und sonst in die höhere Bildung investiert? Nein, das wäre viel zu teuer. Stattdessen sieben sie einfach mehr Gymnasiasten im Vorfeld aus, um die Gesamtzahl der Abiturienten in diesem und in den nächsten Jahren zu drücken. Wir, als Eltern einer Gymnasiastin in der 11. Klasse, bekommen das in diesem Schuljahr besonders zu spüren. Andere Eltern bestätigen diesen Eindruck. Der Schnitt bei Klausuren und anderen Prüfungen wird angehoben, Aufgaben werden gestellt über Material, das gar nicht oder nur unzureichend im Unterricht gelehrt wurde. Die G8-Opfer haben es schon immer schwieriger gehabt; nicht nur aufgrund der unausgegorenen G8-Einführung, sondern auch wegen der immerwährenden, eklatanten Gymnasial-Lehrermängel. Die Bildung – und der Notendurchschnitt – leiden zwangsläufig sehr darunter. Jetzt wird es aber noch härter; nach Staatswillen sollten noch mehr auf den Scheiterhaufen landen. Schließlich sollten unsere Kinder die Zeche zahlen für die Milliardenverluste der Bayerischen Landesbank und diverse andere Fehlleistungen der Bayerischen Staatsregierung. Dass dabei die Zukunft von tausenden von Jugendlichen verbaut wird ist der Staatsregierung egal. Das Aussieben war schon immer ein probates Mittel, dass das Bayerische Kultusministerium um die Zahl der Abiturienten nach der aktuellen Kassenlage bzw. dem vorgegebenen Budget zu steuern angewendet hatte. Ob ein Gymnasiast etwas besser oder schlechter abschneidet, ob er es bis zum Abitur schafft oder auf den Weg dahin scheitert, hängt oft nicht von der eigenen Leistung, sondern wohl auch von der Haushaltlage des Staats ab. Wenn ein Kind das Pech hat, im falschen Jahrgang geboren zu sein – oder aber geopfert werden soll, um einfach den Jahreshaushalt zu schonen – dann sorry, c’est la vie; Hauptsache Wissenschaftsminister Heubisch und Kultusminister Spaenle haben die strengen Vorgaben ihres Chefs und dem Finanzminister eingehalten. Natürlich wird die Bayerische Staatsregierung dieses bestreiten, wie auch in der Vergangenheit. Es ist naheliegend, dass gerade jetzt die Messlatte höher geschraubt wird, um die Flut an die Hochschulen möglichst gering zu halten – zum Nachteil von tausenden von unschuldigen und wehrlosen Jugendlichen. Ein Skandal höchsten Grades!!
sollten die Bremer mal aufpassen,wenn sich da halb Süddeutschland in den Gymnasien drängeln. Aber ansonsten ein guter Kommentar.
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