Mächtige Uni-Präsidenten: Das süße Leben der Campus-Könige

Von Sven Becker

4. Teil: Der Kampf der Rebellen

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Sebastian Iwohn

Wenn der Kunstprofessor Pierangelo Maset sein Büro auf dem Campus in Lüneburg verlässt, steht er nach wenigen Schritten vor einer gewaltigen Baugrube. Hier soll bis Ende 2014 das neue Zentralgebäude entstehen. Für den geplanten Protzbau hat er nur noch Sarkasmus übrig: "Auf das Libeskind-Audimax freue ich mich", sagt er. "Damit werden wir ein Mahnmal für die grausamen Bildungsreformen der letzten Jahre haben, das uns lebenslang daran erinnern wird, was hier geschehen ist."

Maset saß mehrere Jahre im Senat der Hochschule und geriet mehrfach mit dem Präsidium aneinander. Die Atmosphäre ist vergiftet. In einem Artikel für das Magazin der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International schrieb Maset Kritisches über den Libeskind-Bau. Die Hochschulleitung setzte juristisch durch, dass die Korruptionshüter sich nicht mehr so darüber äußern dürfen. "Hier herrschen mittlerweile Verhältnisse, die ich als totalitär empfinde", sagt Maset.

Sascha Spoun, der Präsident, sagt, das Zentralgebäude sei dringend erforderlich gewesen. Er setze jetzt nur um, was er vor seiner Wahl angekündigt habe. "Die starke Position muss man nutzen, aber man darf sie nicht ausnutzen", sagt Spoun. "Ich sage den Kritikern immer, sie sollen die Leute an ihren Leistungen messen." Seit Amtsantritt habe die Leuphana beispielsweise die Drittmittel für die Forschung verdreifacht.

Für Spoun ist es ein Konflikt zwischen altem und neuem Denken. "Die einen vergleichen uns mit der Gruppenuniversität der siebziger Jahre. Ich sehe uns dagegen im Wettstreit mit den Universitäten in Südkorea oder China. Diese Länder haben dramatisch aufgeholt", sagt Spoun.

Das war die Idee: den neuen Präsidenten mehr Verantwortung zu übertragen, damit sie die deutschen Hochschulen für den internationalen Wettbewerb rüsten. Die Frage ist, wie souverän die neuen Herrscher ihre Ideen umsetzen.

In Lüneburg schreiben anonyme Blogger Suaden gegen die Arbeit des Präsidenten. Sascha Spoun sagt, dass jeder in Lüneburg offen seine Meinung äußern dürfe. Die Blogger sehen das anders: Auf Anfrage wollen sie anonym bleiben, sie stünden im "Abhängigkeitsverhältnis zu Akteuren innerhalb der Universität".

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insgesamt 56 Beiträge
Abgesehen davon, dass Herrmann »sich« nichts gönnt, sondern die Tickets vom Staat oder den Studierenden (per Studiengebühr} bezahlt werden, dürfte es sich um Bestechung handeln (also sooo bekommt man den Titel [...]
Zitat von sysopIm Zuschauerraum, umgeben von goldenem Zierrat, nimmt Herrmann neben seinen Gästen Platz; es ist eine Gruppe von Wissenschaftlern, sie haben die Fakultät für Bauwesen begutachtet und ihm am Nachmittag ihren Bericht vorgestellt. Zur Belohnung hat Herrmann sie auf TU-Kosten in die Oper eingeladen, die Karte kostet 118,50 Euro pro Stück. "Das muss man sich schon mal gönnen", sagt Herrmann. Uni-Präsidenten regieren ihre Hochschulen wie Königreiche - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/uni-praesidenten-regieren-ihre-hochschulen-wie-koenigreiche-a-871965.html)
Abgesehen davon, dass Herrmann »sich« nichts gönnt, sondern die Tickets vom Staat oder den Studierenden (per Studiengebühr} bezahlt werden, dürfte es sich um Bestechung handeln (also sooo bekommt man den Titel Exzellenzuni!!!), ferner ist zu fragen, ob die so verwöhnten »Gutachter« den Kartenpreis und den vielleicht noch folgenden Besuch im Edelpuff auch als geldwerten Vorteil versteuern.
olsche 30.01.2013
Herr Herrmann mit seinen 64 Jahren war bestimmt nicht einer von den Studenten die 1967 auf Transparenten auf darauf aufmerksam machten: "Unter den Talaren - Muff von 1000 Jahren". Irgendwie drängt sich mir beim Lesen des [...]
Herr Herrmann mit seinen 64 Jahren war bestimmt nicht einer von den Studenten die 1967 auf Transparenten auf darauf aufmerksam machten: "Unter den Talaren - Muff von 1000 Jahren". Irgendwie drängt sich mir beim Lesen des Artikels der Eindruck auf, die Menschen haben sich nicht weiterentwickelt. Zumindest nicht seine Magnifizenz Herrmann und weitere ähnliche Herrschaften.
urdemokrat 30.01.2013
Die Abwahl der Unipräsidentin in Hannover durch ihre Professoren soll hintergründig unter anderen mit nicht ausgezahlten Geldern an die Magnificenzen zusammenhängen. Das würde in das Bild passen
Die Abwahl der Unipräsidentin in Hannover durch ihre Professoren soll hintergründig unter anderen mit nicht ausgezahlten Geldern an die Magnificenzen zusammenhängen. Das würde in das Bild passen
Axel Schön 30.01.2013
Irre ich mich, oder werden in Ihrem Artikel einfach mal die hohen Gehälter nur in der Überschrift anmoderiert, dann aber weiter nicht konkretisiert oder gar mit Zahlen untermauert? Hätte ich gern gelesen, wieviel denn [...]
Irre ich mich, oder werden in Ihrem Artikel einfach mal die hohen Gehälter nur in der Überschrift anmoderiert, dann aber weiter nicht konkretisiert oder gar mit Zahlen untermauert? Hätte ich gern gelesen, wieviel denn "HOCH" ist....
westerwäller 30.01.2013
... scheint ihnen genauso fremd zu sein, wie die Beträge , die für eine Bestechung aufgewendet werden müssten ... Wahrscheinlich noch immer in der Wulff&Co-Diskussion verhangen, wo die Leute glaubten, mit der Bezahlung [...]
Zitat von StäffelesrutscherAbgesehen davon, dass Herrmann »sich« nichts gönnt, sondern die Tickets vom Staat oder den Studierenden (per Studiengebühr} bezahlt werden, dürfte es sich um Bestechung handeln (also sooo bekommt man den Titel Exzellenzuni!!!), ferner ist zu fragen, ob die so verwöhnten »Gutachter« den Kartenpreis und den vielleicht noch folgenden Besuch im Edelpuff auch als geldwerten Vorteil versteuern.
... scheint ihnen genauso fremd zu sein, wie die Beträge , die für eine Bestechung aufgewendet werden müssten ... Wahrscheinlich noch immer in der Wulff&Co-Diskussion verhangen, wo die Leute glaubten, mit der Bezahlung einer Hotelübernachtung oder eines opulenten Abendessens könnte man jemanden für ein Millionengeschäft bestechen ...
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  • Mittwoch, 30.01.2013 – 11:02 Uhr
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Heft 6/2012 Eure Hoheit Warum die Uni-Präsidenten so mächtig sind wie nie


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