Videoblog der Jungwähler: Meine erste Wahl

Sie wollen mehr Geld für Bildung, gerechtere Löhne und am besten gleich die Rettung des Planeten. SPIEGEL ONLINE hat Erstwähler getroffen - vor der Kaserne, am Ausbildungsplatz, im Knast. Ein Video-Spezial.

Dennis, Bank-Auszubildender, hier im Video-Porträt

Irgendwann in den kommenden fünf Jahren möchte Dennis um die Welt reisen, das hat er sich fest vorgenommen und auch schon angefangen zu sparen. Davon versteht er etwas, schließlich macht er eine Ausbildung zum Bankkaufmann. In knapp neun Monaten schreibt er seine Abschlussprüfung. Und sonst? Dennis spielt gern Fußball oder trainiert im Fitnessstudio. Hauptsache Sport.

Name: Dennis

Alter: 18

Wohnort: Mahlow

(Künftiger) Beruf: Bankkaufmann

Zukunftsplan: Um die Welt reisen und fremde Kulturen entdecken


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Timo, Bäcker-Lehrling, hier im Video-Porträt

Bevor Timo seine Bäcker-Lehre begann, wollte er Koch werden. Von früh bis spät stand er in der Küche und hatte keine Zeit mehr für seine kleine Tochter. Also brach er die Ausbildung ab. Immerhin weiß er jetzt, wie er Zander am besten zubereitet. Durchaus von Vorteil für einen passionierten Angler.

Name: Timo

Alter: 19

Wohnort: Hamburg-Bramfeld

(Künftiger) Beruf: Bäcker


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Alexander, Freiwilliger im Wattenmeer

Total entschleunigt: Ein Jahr lebt Alexander auf Amrum, einem nordfriesischen Inselchen. Er macht hier ein Freiwilliges Ökologisches Jahr auf der Schutzstation Wattenmeer. Er führt Kinder durch's Watt, zählt Vögel und schützt Kegelrobben vor neugierigen Touristen. Und wenn er mal Feiern will, hat er die Wahl zwischen einer Disco und einer Kneipe. Immerhin.

Name: Alexander

Alter: 19

Wohnort: Husum

(Künftiger) Beruf: Erst Student, dann irgendwas im Umweltbereich

Zukunftsplan: Das Beste auf seinem Leben machen und mithelfen, die Welt zu verbessern.


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Abiturientin Melanie

Abi - und dann? Melanie hat gerade das Gymnasium beendet und wird Deutschland erst einmal verlassen: Zwei Monate will sie in Sri Lanka in einem Freiwilligenprojekt arbeiten. Dort werden die Eier bedrohter Riesenschildkröten erst aus- und an einem sichereren Ort wieder einbuddelt. Danach reist sie durch Thailand. Und dann? Will sie Tourismusmanagement studieren, am liebsten in München, weil sie die Stadt sehr mag.

Name: Melanie

Alter: 20

Wohnort: Schleswig

(Künftiger) Beruf: Erst Studentin, dann irgendwas mit Tourismus


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Schülerin Anahita

Jung, engagiert, diskrekt: Anahita machte schon bei dem Planspiel "Jugend im Parlament" mit, moderierte in der Schule eine Podiumsdiskussion mit Bundestagsabgeordneten und -kandidaten, und am Sonntag wird sie ehrenamtlich als Wahlhelferin arbeiten. Und sonst? Im nächsten Jahr wird sie ihr Abitur schreiben, außerdem tanzt sie gern Ballett, wenn sie noch Zeit findet.

Alter: 18

Wohnort: Hamburg

(Künftiger) Beruf: Wahrscheinlich Deutsch- und Politiklehrerin

Zukunftsplan: Durch ihren Unterricht für mehr Chancengleichheit sorgen.


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Schüler Karl

Eine Demo in Berlin? Karl ist bestimmt dabei. Erst kürzlich marschierte er bei "Freiheit statt Angst" mit, eine Veranstaltung gegen Überwachung, er lief mit bei "Grundeinkommen ist ein Menschenrecht" und unterstützte die Organisatoren des Berliner Chrstistopher Street Days. Karl engagiert sich auch beim Schwulen- und Lesbenverband. Wenn er an der Macht wäre, würde er sich für Homosexuelle besonders einsetzen: Er würde versuchen, sie im Adotions- und Eherecht vollkommen gleichzustellen.

Alter: 19

Wohnort: Berlin

(Künftiger) Beruf: Irgendwas Soziales

Zukunftsplan: Die Welt verschönern.


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Hanke, Erntehelfer

Ein Leben auf dem Bauernhof: Mit acht Jahren saß Hanke zum ersten Mal auf einem Traktor. Nach dem Abitur im Jahr 2011 machte er eine Lehre zum Landwirt, ab Herbst wird er in Kiel Agrarwissenschaften studieren. Gerade bereitet er auf dem Feld die Weizenaussaat vor. Wegen der Energiewende ist er innerlich zerrissen, am Ende aber wird er doch die eine, echte Bauernpartei wählen.

Alter: 21

Wohnort: Dollerup

(Künftiger) Beruf: Erst Student, dann irgendwas mit Landwirtschaft

Zukunftsplan: Durch produktive Landwirtschaft die steigende Weltbevölkerungszahl satt bekommen.


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Antonia, Tänzerin

Harte Schule: Antonia hat an der Staatlichen Ballettschule in Berlin eine Tanzausbildung und ihr Abitur gemacht. Wir treffen sie in ihrem Element, beim Tanzen auf der Bühne, und fragen, wen sie am 22. September wählen wird.

Name: Antonia

Alter: 19

Wohnort: Berlin

Beruf: Tänzerin

Zukunftsplan: Noch viele Menschen und Länder kennenlernen und mit dem Tanz glücklich werden.


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Marco*, Häftling

Marco (*Name geändert) hat mehrere Raubüberfälle begangen und sitzt seit 2012 in einem Jugendgefängnis in Schleswig-Holstein. Bei guter Führung wird er im April 2014 entlassen. Am Wahlsonntag darf er zwar nicht raus, wählen kann er trotzdem.

Name: Marco

Alter: 18

Wohnort: Jugendanstalt Schleswig

(Künftiger) Beruf: Marco hat keine Ausbildung. Im Gefängnis arbeitet er bei der Gebäudereinigung.

Zukunftsplan: Nach der Entlassung eine Lehre zum Elektriker beginnen.


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Melina, Gebäudereinigerin

Ein menschenleeres Einkaufszentrum in Hamburg. Sechs Uhr morgens. Im Halbdunkel guckt sich Melina bei ihrem Kollegen ab, wie man eine Rolltreppe reinigt. Welcher Partei sie am ehesten zutraut, faire Stundenlöhne durchzusetzen, erzählt sie im Video.

Name: Melina

Alter: 19

Wohnort: Bei ihren Eltern in Hamburg-Duvenstedt

(Künftiger) Beruf: Gebäudereinigerin

Zukunftsplan: Die Lehre abschließen und dann einen Bachelor of Arts an der Berufsakademie Hamburg machen.


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Jean-Paul, Tischler

Am liebsten würde Jean-Paul alle Straßen in Deutschland einreißen und Meditation an Schulen einführen. Das hat so zwar keine Partei im Wahlprogramm - Jean-Paul weiß trotzdem schon, wo er sein Kreuz machen wird.

Name: Jean-Paul

Alter: 25

Wohnort: Berlin

(Baldiger) Beruf: Tischler


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Rosa, Studentin

Das politische Interesse hat Rosa von ihren Eltern. Am 22. September wählt die Studentin nicht nur zum ersten Mal, sie engagiert sich auch als ehrenamtliche Wahlhelferin. Ihre Wunschliste an die Politik hat sie schon fertig.

Name: Rosa

Alter: 21

Wohnort: Berlin

Studium: Spanisch und Geschichte

Zukunftsplan: Gegen Diskriminierung kämpfen.


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Frithjof, Auszubildender

Frithjof ist seit seiner Geburt Spastiker und sitzt im Rollstuhl. Er interessiert sich für Wirtschaft und Politik und will Ende des Jahres mit Freunden seine eigene Partei gründen. Für die Bundestagswahl hat der 18-Jährige aber auch schon einen Plan.

Name: Frithjof

Alter: 18

Wohnort: Berlin

(Künftiger) Beruf: Bürokraft

Zukunftsplan: Umzug aus dem Internat in ein verselbständigtes Wohnprojekt


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Evin, Freiwillige beim Missionswerk

Evins Vater ist Flüchtling aus Kurdistan, ihre Mutter evangelische Pastorin und ihr Freund jüdischen Glaubens. Sie selbst spricht neun Sprachen. Gute Voraussetzungen für ein lebhaftes Interesse an Politik. Wir treffen Evin beim Orgelspielen in einer Berliner Kirche.

Name: Evin

Alter: 18

Wohnort: Jerusalem

(Momentaner) Beruf: Freiwillige beim Missionswerk

Zukunftsplan: Möchte ihren Doktor machen und eine zehnte Sprache lernen.


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Constantin, Greenpeace-Aktivist

Constantin studiert im ersten Semester Wirtschaftsingenieurwesen in Dresden. Umweltschutz ist seine Leidenschaft, deshalb engagiert er sich bei Greenpeace. In deren Berliner Zentrale erzählt er, was ihm die Teilnahme an der Bundestagswahl bedeutet.

Name: Constantin

Alter: 18

Wohnort: Dresden

(Künftiger) Beruf: Wirtschaftsingenieur

Zukunftsplan: Eine Band gründen und die Welt verbessern.


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Kaweh, Schüler und SPD-Mitglied

Kawehs Eltern kommen aus Iran. Freie Wahlen in einer Demokratie sind ihm auch deshalb sehr wichtig. Der 19-Jährige ist aktives Parteimitglied und engagiert sich in der Gewerkschaft.

Name: Kaweh

Alter: 18

Wohnort: Berlin

Zukunftsplan: Die Schule abschließen und Rechtswissenschaften studieren.


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Daniel, Bundeswehrstudent

Daniel möchte Offizier werden. Dafür studiert der Fähnrich an der Universität der Bundeswehr in München. Für ihn bedeutet der Wahlausgang viel. Schließlich entscheidet die künftige Regierung auch über Daniels Zukunft als Soldat.

Name: Daniel

Alter: 20

Wohnort: München

Studium: Wirtschaft und Journalismus

Zukunftsplan: Als Offizier in der Bundeswehr Verantwortung übernehmen.

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insgesamt 91 Beiträge
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    Seite 1    
1.
acitapple 12.09.2013
so, nun warten wir mal ab, wann die ersten kommentare erscheinen, die den vorgestellten personen anhand ihres aussehens oder sonstigen auffälligkeiten jeglichen verstand absprechen... ich finds gut wenn junge menschen sich engagieren. es gibt genügend leute (jung UND alt) denen das ganze sonstwo vorbeigeht und die nur nach dem nächsten exzess streben.
2.
Acalot 12.09.2013
Zitat von acitappleso, nun warten wir mal ab, wann die ersten kommentare erscheinen, die den vorgestellten personen anhand ihres aussehens oder sonstigen auffälligkeiten jeglichen verstand absprechen... ich finds gut wenn junge menschen sich engagieren. es gibt genügend leute (jung UND alt) denen das ganze sonstwo vorbeigeht und die nur nach dem nächsten exzess streben.
Das fürchte ich auch.....
3. Mehr Geld für Bildung ...
haarer.15 12.09.2013
... gerechtere Löhne und Umweltschutz. Ja - genau da gibt es viel zu tun. Ein Zeichen dafür, dass hier die etablierte bürgerliche Politik versagt hat. Und jetzt haben wir Stillstand, der gerade von jungen Menschen sicher am wenigsten erwünscht ist. Doch es müssten sich mehr junge Leute für ihre eigenen Belange einsetzen. Auch öfter auf die Straße gehen. Es geht um ihre Zukunft. Da gehört auch die vermeintliche Eurorettung dazu, die sich als solche nicht mehr vermitteln lässt. Unsere Kinder sitzen auf einem wachsenden Schuldenberg - eine unsägliche Erblast. Früher war die Jugend und vorallem die Studenten rebellischer und engagierter. Es war eine Bewegung.
4. Als Junger...
romeov 12.09.2013
willst du immer alles und zwar sofort. Dazu brauche ich jetzt keine 100 Filmchen anschauen.
5. Die Welt retten
MHB 12.09.2013
Ja, das ist am meisten hängengeblieben (neben der jungen Dame mit dem beachtlichen Sprachtalent -> mach was draus!). Ich fürchte irgendwann kommt man in der Realität an, bisher ist noch jeder beim Versuch gescheitert, die Welt zu retten. Ein bisschen besser machen, in einer Nische .. mit viel Glück klappt das ja. In dem Sinne, good luck!
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