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Wissenschaftsmanager: Wie stille Helden die Unis umbauen

Von Anna Lehmann

Jung, ehrgeizig, selbstbewusst: Eine neue Generation Wissenschaftsmanager will die Unis flott machen. Das Hochschulmagazin "duz" erklärt, warum sich die Verwaltungshelden nicht als graue Bürokraten sehen, wo sie anecken - und welche Hindernisse sie überwinden müssen.

Kolumbus-Statue: Lassen sich die Uni-Manager mit großen Entdeckern vergleichen? Zur Großansicht
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Kolumbus-Statue: Lassen sich die Uni-Manager mit großen Entdeckern vergleichen?

Christoph Kolumbus segelte im Auftrag der spanischen Krone nach Indien und entdeckte nach sechsmonatiger Reise im März 1493 versehentlich Kuba. Der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama nahm den Weg um Afrika herum und erreichte nach fast einem Jahr im Mai 1498 als erster Europäer die indische Westküste auf dem Seeweg. Der griechische Held Odysseus - mythologisches Vorbild aller seefahrenden Entdecker - bereiste fast 20 Jahre das Mittelmeer und entdeckte dabei Kyklopen, Sirenen und Phäaken.

Kolumbus, Da Gama und Odysseus - drei Helden, die für den Aufbruch in unbekannte Welten stehen. Auch Elisabeth Lack, Achim Wiesner und Isabel Müskens erkunden Neuland. Nicht per Schiff, sondern vom Verwaltungstrakt ihrer Hochschulen aus. Lack, eine junge Frau knapp über 30, leitet das Referat für Grundsatzangelegenheiten an der Berliner Humboldt-Universität. Gemeinsam mit dem Präsidium haben sie und ihr Team das Zukunftskonzept ausgearbeitet, mit dem die Hochschule aus der Exzellenzinitiative als Eliteuniversität hervorgehen möchte. "Im Laufe dieses Prozesses wird die HU neu strukturiert", berichtet Lack.

Eine vorgeschriebene oder gar erprobte Route gebe es dabei nicht. "Das ist learning by doing", sagt sie. Neue Wege gehen, Routinen aufbrechen. Das ist auch der Auftrag von Achim Wiesner. Anfang 40 ist er und leitet das Referat für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Bremen. Gerade hat er die Begehungen mit den Gutachtern aus dem In- und Ausland für die Exzellenzinitiative absolviert. Wie die HU Berlin will auch die Universität Bremen den begehrten Titel Eliteuniversität erringen. Der Wettbewerb ist hart. Patzer kann sich keiner leisten. Sie zu vermeiden, kostet Energie, Zeit und manchmal auch einfach nur Nerven. Wiesners Nerven. Doch genau das, der Ausnahmezustand, ist Wiesners Alltag, die Eroberung von Neuland sein Job. Genau das macht ihn glücklich: "Jeder Tag bringt neue Aufgaben", sagt er.

"Die Hochschulen müssen sich neu erfinden"

Isabel Müskens ist an der Universität Oldenburg in der Stabsstelle für Studium und Lehre für Strukturplanung und Innovation zuständig. Sie plant und konzeptioniert unter anderem die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge und zwar so, dass sie stärker auf Studierende und deren Bedürfnisse zugeschnitten sind. "Daneben konzipieren wir auch ganz neue Studiengänge", sagt sie.

Lack, Wiesner, Müskens. Sind Wissenschaftsmanager wie sie Helden? Durchaus, meint der Universitätsprofessor Dr. Thomas Schildhauer: "Die Hochschulen müssen sich gerade neu erfinden." Ihr Weg ähnele dabei einer Heldenreise in unbekannte Gefilde. Schildhauer, geschäftsführender Direktor des Zentralinstituts für Weiterbildung (ZIW) an der Berliner Universität der Künste (UdK), übertrug mit seinem Team das Prinzip der mythologischen Entdecker auf die Managementabteilung von Unternehmen und glaubt, das Prinzip der Heldenreise sei auch auf die Verwaltung von Hochschulen problemlos anwendbar.

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Schildhausers Grundgedanke: Wachstum und Wandel, seit jeher Aufgabe der Helden, beschäftige heute auch die Hochschulen. Wie die Helden von damals brächen sie auf in neue Zeiten, müssten sie mit Ungewissheiten und Hindernissen kämpfen und aus diesen Kämpfen erfolgreich herausgehen. Diese Reise verlange auch den Mitarbeitern in der Hochschulverwaltung neue Kompetenzen ab: "Sie müssen offen sein für Neues und bereit, sich in Abenteuer zu stürzen", sagt Schildhauer.

Wie die Aktivposten der Administration sich durchsetzen

Menschen wie Lack, Wiesner und Müskens scheinen für derlei Wagnisse wie geschaffen. Sie sind jung, ehrgeizig und denken nicht in eingefahrenen Routinen. Sie steuern - jeder auf seinem Posten - das träge Schiff Hochschule in die neue Welt. Eine Welt, die bestimmt ist von Rankings, Evaluationen, Wettbewerben und einem härter werdenden Kampf um Geld und Reputation, um Professoren und Studierende.

Die Reise begann vor gut zehn Jahren und hat die Hochschulen geprägt: Früher seien sie wie nachgeordnete Behörden behandelt worden, von denen die ordnungsgemäße Verwaltung der übertragenen Aufgaben erwartet wird, berichtet Bernd Klöver, der als Kanzler an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg seit 2005 auch für die Organisation der Verwaltung zuständig ist. "Man hat fremde Entscheidungen ausgeführt, heute müssen Hochschulen selbst Entscheidungen treffen, legitimieren, kommunizieren und transparent machen", sagt Klöver, der auch Bundessprecher für die Hochschulkanzler ist. Die Hochschulen wären "heute aufgrund der Politisierung und Ökonomisierung einem erheblichen Legitimationsdruck der Politik ausgesetzt, der auch neue Anforderungen an das Hochschulmanagement stellt".

Der Wandel von nachgelagerten Ministerialbehörden zu autonomen, an Managementprinzipien orientierten Organisationen veränderte auch die HAW Hamburg - und ihre Verwaltung. "Da kommen Personen in die Hochschule, die ganz andere Inhalte reinbringen, ganz andere Bedürfnisse haben und ganz andere Qualifikationen", sagt deren Kanzler.

Der Prozess begann in Hamburg so wie an vielen anderen Hochschulen, ohne dass er als solcher begriffen wurde. Anfänglich gab es an der HAW vielleicht ein gutes Dutzend Projektmitarbeiter. Mit jedem gewonnenen Wettbewerb kamen ein paar hinzu. Mittlerweile sind fast 50 Mitarbeiter an Bord und betreiben letztlich nichts anderes als den Kehraus der traditionellen Hochschulverwaltung.

Die Einsatzgebiete von Wissenschaftsmanagern sind vielfältig. Sie organisieren Drittmittelprojekte, beraten das Präsidium oder entwerfen neue Studiengänge. Dr. Christian Schneijderberg nennt sie "neue Hochschulprofessionen". Schneijderberg arbeitet am Internationalen Zentrum für Hochschulforschung (Incher) in Kassel. Dort warf man im Jahr 2009 zum ersten Mal ein Netz über all die Hochschulprofessionen, die durch die gestärkte Hochschulautonomie, Bologna-Reform, Wettbewerbe und eine steigende Zahl von Projekten in die Hochschulen gespült worden waren. Für die noch laufende Studie "Die Rolle der neuen Hochschulprofessionen für die Neugestaltung von Studium und Lehre" befragten Schneijderberg und sein Team mehr als 1000 Wissenschaftsmanager an elf Hochschulen. Dabei kristallisierte sich eine Gemeinsamkeit heraus: "Sie sehen sich als Mit-Gestalter, die wichtige Funktionen erfüllen", sagt Schneijderberg.

Genau dieser Selbstwahrnehmung verleihen Lack, Wiesner und Müskens Ausdruck, indem sie sich selbst Wissenschaftsmanager nennen. Manager, nicht Verwaltungsangestellte. "Der Begriff macht deutlich, dass wir nicht in Routinen arbeiten, wir arbeiten keine Vorgänge ab, sondern gestalten mit und verändern die Universität", erklärt Achim Wiesner. Sein Job sei so vielfältig - "das ist eigentlich das Gegenteil von Verwaltung".

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1. grundsätzlich...
joachim enders 08.03.2012
...ist das ja eine ganz gute Idee. Hochschulmanagement muss auf allen Ebenen professionalisiert werden. Bei aller notwendigen Durchgängigkeit zwischen Hochschulen wird sich da jede Uni oder Fachhochschule strukturell so aufstellen müssen, wie es zu ihrem Profil am besten passt. Aber: Management- und Verwaltungsstellen in der zentralen Hochschuladministration sind schnell geschaffen und werden von den Präsidien gerne finanziert. Bei stagnierenden Grundbudgets der Hochschulen bedeutet dies eine Reduktion der Leistungsfähigkeit der Hochschulen in Forschung und Lehre. Durch den zusätzlichen Druck (selbst der DFG-Chef findet diesen zu hoch), möglichst viele Drittmittelprojekte einwerben zu müssen, um die Leistungsfähigkeit in der Forschung halten zu können, entsteht zusätzlicher Managementbedarf auf der Ebene der Fachgebiete. Dafür gibt die Uni freilich kein Geld aus.
2.
hlschorsch 08.03.2012
Da wird mal wieder irgendwas erfunden, was ganz toll klingt - wenn möglich nach Elite. An der Basis, also dort wo im Tagesgeschäft geforscht und gelehrt wird, kommt das Ganze komischerweise immer als Mittelkürzung an oder wahlweise als kostenneutrale Erhöhung der Studierendenzahlen an. Ich kann es nicht mehr hören.
3. Demokratie statt Manager!
strixaluco 08.03.2012
Das letzte, was Wissenschaftler brauchen, sind Schwätzer, die man Ihnen vor die Nase setzt, die ihnen erzählen, was und wie sie zu forschen haben! Im Grundgesetz steht etwas von der Freiheit von Lehre und Forschung - das sollten mal ein paar Leute in ihren Hinterkopf zurückbewegen. Wissenschaftliche Entdeckungen kann man nicht managen oder irgendwie planen! Wer daran zweifelt, sollte sich in der Wissenschaftsgeschichte umsehen. Die Entdeckung des Penicillins war zum Beispiel ein reines Versehen! Forscher brauchen vernünftige Arbeitsbedingungen und gute Bürofachkräfte, die ihnen die Verwaltungsaufgaben abnehmen, damit sie Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben haben. Wer ihnen Leute vor die Nase setzt, die sich immer neue ich-bin-ja-so-toll-Initiativen ausdenken, bleibt für die eigenen Ideen gar kein Raum mehr. Da sind wir jetzt!
4. Zuerst müsste die "Geht nicht" Bürokratie überwunden werden!
Benjowi 08.03.2012
Zitat von sysopAPJung, ehrgeizig, selbstbewusst: Eine neue Generation Wissenschaftsmanager will die Unis flott machen. Das Hochschulmagazin "duz" erklärt, warum sich die Verwaltungshelden nicht als graue Bürokraten sehen, wo sie anecken - und welche Hindernisse sie überwinden müssen. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,817000,00.html
Professionelles Management an Hochschulen und Universitäten setzt im Allgemeinen voraus, dass ganz simpel der Faktor "Zeit" und "Arbeitszeit" überhaupt erst einmal zur Kenntnis und als "Produktionsfaktor" ernst genommen wird. An der Stelle haken nämlich konventionelle im Allgemeinen von Beamten betriebene Hochschulverwaltungen als erstes aus. "Produktivität" bei irgendwelchen Abläufen ist im Allgemeinen ein absolutes Fremdwort. Dort wird es als ganz normal angesehen, dass Millionen teure Versuchsanlagen monatelang still liegen, weil man sich darüber streitet, wie die letzten 50 Euro an Verbrauchsmaterial, die für den Betrieb wichtig sind, formal zu behandeln sind. Oder man führt ellenlange Diskussionen, wie und ob USB-Sticks mit einem Wert von 3,75 Euro aufwändig zu inventarisieren sind. Man kann auch erleben, dass hunderte von Quadratmetern wertvoller einsatzbereiter Büroflächen aus formalen Gründen jahrelang nicht genutzt werden dürfen, obwohl ansonsten extremer Mangel an solchen Flächen herrscht. Die Einstellung von talentierten Nachwuchswissenschaftlern zieht sich über halbe Jahre hin, in der viele von ihnen längst in andere Richtungen verschwunden sind. Die zuständigen Stellen üben sich dabei meist im Dienst nach Vorschrift von 9-17 Uhr ohne Rücksicht auf Verluste-was auf extreme Mittelverschwendung hinausläuft. Die Einsicht, irgendetwas ziel- oder erfolgsorientiert zu bearbeiten, ist fast nicht vorhanden. Erfolg ist dort, wenn alle Vorschriften eingehalten wurden-möglichst auch noch diejenigen, die erfunden werden, um Arbeit zu vermeiden. "Geht nicht" ist ein geflügeltes Wort und damit werden Erfolge mehr als erschwert! Fortschritte scheitern trotz großen Mitteleinsatzes meist an Trivialitäten.
5. Ein Monster von einem Artikel...
Calli_Calmund 08.03.2012
Der Artikel bringt leider nicht zum Ausdruck, mit welchem merkwürdig-elitären Verständnis diese Berufsgruppe manchmal operiert. Das kommt tatsächlich in den Interviews der "duz" ganz gut raus. Zum Thema: Was sich heute gerne neudeutsch "Wissenschaftsmanagement" nennt übernimmt eigentlich nichts weiter als die Ausfgaben der "klassischen" Universitätsverwaltung, minus ein paar Aufgaben für die man sich dann doch "zu gut" ist. Man arbeitet ja schließlich meist direkt für den Rektor/Prorektor/Dekan/Prodekan. Und man hat ja auch oftmals promoviert! Das qualifiziert einen dann in erster Linie für "konzeptionelles" Arbeiten, ein Euphemismus der nichts anderes meint als VIEL heisse Luft zu produzieren, Steuergelder für befristete Programme hinauszufeuern, nach deren Ablauf die Hochschule nicht anders dasteht als vorher. Das Grundübel ist die mangelnde Bereitschaft einer dauerhaften Verbesserung der Hochschulfinanzierung, das diesen Projektwahnsinn produziert. Hauptsache nach drei bis fünf Jahren abgeschlossen, ein schöner Abschlussbericht, ein Schleifchen drauf und das war es. Dass so niemandem Gerechtigkeit getan wird, vergisst man einfach: weder den befristet angestellten Projektmitarbeitern, die nach einigen Jahren weiterziehen (müssen), noch der Wissenschaft, die die Mittel sicher besser gebrauchen könnte, noch den Hochschulen, die einen unglaublichen Mehraufwand hinlegen müssen, um die zusätzlichen Mittel zu beantragen und zu verausgaben, komplett mit Qualitätssicherungsmaßnahmen, Gender Equality Measures etc.pp. Verwaltung und Bürokratie schafft sich ihre eigene Existenzgrundlage, kreiert Aufgaben und Notwendigkeiten die es vor Jahren noch nicht gab. Jede zusätzliche Stelle erhöht die Notwendigkeit der Kommunikation untereinander (insofern stimme ich dem Artikel zu), so dass man einen ordentlichen Teil der Arbeitszeit in Meetings, auf Klausurtagungen oder am Telefon verbringt. Ist das effizientes Arbeiten in der neuen Wissenschaftswelt? Böse Zungen würden behaupten, dass Verwalten gelernt sein will, und ein paar Jahre Forschungserfahrung und ein Doktortitel dafür bei weitem nicht ausreichen. Für mich sind die angesprochenen KollegInnen keine Helden - dafür fehlen mir die unüberwindbaren Hindernisse, die Feinde, das tragische Element. Was sie aber schon gleich dreimal nicht sind ist "still" - wäre aber wohl auch etwas zu viel verlangt, wenn man sich als Berufs- und Statusgruppe konstituieren will. Stille Helden und Heldinnen gibt es in den Universitäten. Im Wissenschaftsmanagement gibt es leider recht wenige davon. Ein "Wissenschaftsmanager" Lesetipps: Kühl, Stefan: Der Sudoku-Effekt. Hochschulen im Teufelskreis der Bürokratie. transcript Verl., 2012 Ginsberg, Benjamin: The Fall of the Faculty. The Rise of the All-Administrative University and Why it Matters. Oxford UP, 2011
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Steckbrief Wissenschaftsmanager
Was die Forschung von den Beschäftigten weiß, die im Zuge der Verwaltungsmodernisierung an die Hochschulen kamen. Ein paar Fakten.
Definition
Das internationale Zentrum für Hochschulforschung (Incher) der Universität Kassel zählt Wissenschaftsmanager zu den sogenannten neuen Hochschulprofessionen (Hopros). Deren Angehörige sind in der Mehrzahl weiblich (60 Prozent) und im Durchschnitt 45 Jahre alt.
Einsatzort
Jede dritte der von Wissenschaftsmanagern besetzten Stellen ist im Fachbereich oder im Studiengang angesiedelt, ein Viertel in der zentralen Verwaltung. Von den in der Incher-Studie befragten Hopros wurden mehr als 500 unterschiedliche Bezeichnungen ihrer Organisationseinheit angegeben. Ein Viertel der Befragten hat eine Leitungsfunktion inne. Mehr als die Hälfte gibt an, als Mitarbeiter beschäftigt zu sein.
Qualifikation
In der Regel sind Hopros hochqualifiziert. Lediglich fünf Prozent haben keinen akademischen Abschluss, etwa ein Drittel ist promoviert. Sprach- und Kulturwissenschaftler stellen mit über einem Drittel die größte Gruppe unter den Hochschulprofessionen, ein Viertel von ihnen hat Rechts-, Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften studiert. Ingenieure (vier Prozent) und Künstler (zwei Prozent) sind selten.
Einstellungskriterien
Die fachliche Ausbildung von Wissenschaftsmanagern ist laut Incher-Studie weniger wichtig für die Einstellung. Von größerer Bedeutung sind vielmehr Schlüsselqualifikationen wie Kommunikationskompetenzen, Verantwortungsbewusstsein, Organisationskompetenz, Selbstständigkeit, Stressresistenz und Belastbarkeit.
Beschäftigungsverhältnis
Hopros sind zu drei Vierteln auf Planstellen angestellt, nur acht Prozent werden über Drittmittel finanziert. Knapp über die Hälfte von ihnen hat einen unbefristeten Vertrag an der Hochschule, weitere 15 Prozent sind verbeamtet. Ein Viertel von ihnen besitzt einen Vertrag auf Zeit, die meisten davon ohne Aussicht, dass dieser je entfristet wird.
Tätigkeitsfeld
Die Aufgaben der Hopros sind vielseitig. Ein Sechstel und damit die größte Gruppe ist in der Studienberatung tätig, eine fast ebenso große Gruppe arbeitet im Fachbereichsmanagement oder in der Fakultätsgeschäftsführung.
Zufriedenheit
Zwei Drittel geben an, sie hätten sich bewusst für ihren jetzigen Bereich entschieden, weil sie die Arbeit interessierte. Ein Fünftel sagt, eine bewusste Alternative zu Forschung und Lehre gesucht zu haben. Mit ihrer beruflichen Position sind die Hopros im Durchschnitt zufrieden. Viele sehen sich als Dienstleister, die Professoren entlasten, andere verstehen sich auch als Problemlöser, die bei Bedarf einspringen. Positiv beurteilen sie die Gestaltungsspielräume ihrer Arbeit und die Abwechslung. Sie haben in der Regel eine verantwortungsvolle Aufgabe, die sie fordert.
Anerkennung
Die Anerkennung ihrer Leistung schätzen Wissenschaftsmanager als relativ hoch ein. Am ausgeprägtesten ist sie ihrer Ansicht nach bei direkten Vorgesetzten und Studierenden. Etwas geringer wird sie bei der Hochschulleitung und den Professoren eingeschätzt. Nach negativen Aspekten befragt, geben allerdings fast zehn Prozent an, dass ihre Arbeit wenig geschätzt wird. Am häufigsten wird auf die geringen Aufstiegschancen verwiesen sowie auf die hohe Arbeitsbelastung und die geringen Ressourcen.
Dokumentation
Die Auswertung der Incher-Befragung zu den Hopros findet sich im Internet zum Download.

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