Von Britta Heidemann
Patrick Schultz: "Nicht des Geldes wegen bei der Stiftung"
"Mein Abi war recht gut, also hat mich die Schule vorgeschlagen". Ein einziges Understatement ist dieser Satz: Patrick Schultz hat das Hermann-Hesse-Gymnasium in Calw immerhin mit einem Notendurchschnitt von 1,0 abgeschlossen. Und im Jahr 2008 will er sein eigener Chef in einem Unternehmen werden.
Die Studienwahl stand für Patrick Schultz noch vor dem Schulabschluss fest: "Ich interessiere mich für Themen wie Umwelt und Technik, also habe ich mich für den Studiengang Umweltschutztechnik in Stuttgart entschieden." Unterdessen ist der 24-Jährige bereits im Hauptstudium - Umweltströmungsmechanik und Wasserwirtschaft, Siedlungswasserbau und Umweltplanung stehen auf dem Stundenplan. Über den Studienverlauf muss er der Stiftung jedes Semester Bericht erstatten, ist mit den Vertrauensdozenten "eigentlich ständig im Gespräch".
Der Kontakt zu anderen Stipendiaten ist dagegen eher unregelmäßig: "Ich habe es noch nie geschafft, bei einer der Sommeruniversitäten dabei sein zu können, da ich in den Semesterferien immer Prüfungen habe." Auch bei den monatlichen Stammtischen der Stipendiatengruppe in Stuttgart ist er selten dabei.
Schon seit 1996 bei den Grünen
Die weitere Karriere ist schon geplant: Nach dem Studienabschluss in den USA möchte Patrick Schultz mit drei Freunden zusammen im Jahr 2008 die Firma "mpgc" (für Mirko, Patrick, Guido und Claus) gründen. Mit "environmental engineering & consulting" wollen sie ihr Geld verdienen. "Das war so eine Idee aus einer Bierlaune heraus - wir kamen darauf, dass es am schönsten wäre, unser eigener Chef zu sein."
Der Zeitpunkt ist wohl überlegt: "Wir gehen alle drei erstmal ins Ausland, studieren dann zu Ende, promovieren noch oder sammeln noch ein wenig Berufserfahrung - und dann haben wir 2008", so Patrick Schultz.
Wenn er nicht unverhofft noch anderswo gebraucht wird. Denn für "Bündnis 90/ Die Grünen" engagiert er sich schon seit 1996, gründete 1997 die Grün-Alternative Jugend in Calw, wurde kurz darauf in den Kreisvorstand der Partei gewählt, wiederum kurz darauf zum Bundestagskandidaten im Wahlkreis Calw/Freudenstadt.
Im März 1998 landete er auf Platz 16 der grünen Landesliste in Baden-Württemberg. Zwar war der Einzug in den Bundestag unwahrscheinlich (die Grünen hätten rund 18 Prozent erzielen müssen), doch verschaffte er sich Respekt bei der Opposition. Die Kreisnachrichten Calw schrieben gar, er habe "dem übermächtigen Mandatsträger der Union" Paroli geboten und Punkte verbucht.
Patrick Schultz ist sich der Außenwirkung seines Tuns durchaus bewusst. Das gilt auch für das Stipendium: "Ich bin nicht des Geldes wegen bei der Stiftung, sondern aus anderen Gründen", sagt er freimütig, "das macht sich schließlich gut im Lebenslauf, und später wird man in dieses Alumni-Netz eingebunden".
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