"Die Schule hat die brutale Aufgabe, die Lebenschancen vorzusortieren. Eine Schule, in der alle Schülerinnen und Schüler gefördert werden, ist gar nicht erwünscht. Noten sichern die Autorität der Lehrerinnen und Lehrer und dienen ihnen oft als Disziplinierungsmittel. Dieses Machtverhältnis wird durch den scheinbar objektiven Charakter der Noten vertuscht, verliert dadurch aber keinesfalls seine Wirkung. Noten sichern die schulische Hierarchie ab.
Die Zeugnisverbrennung ist der erste Schritt, sich dagegen zu wehren: nicht nur gegen Ungerechtigkeit, verschärfte Auslese und die anderen Schweinereien, sondern auch gegen eine 'Gerechtigkeit', die für den Großteil der SchülerInnen und Schüler ein Leben in Konkurrenz und ungewollter Maloche bereithält.
Dabei ist Lernen auch anders möglich! Natürlich nicht innerhalb der bestehenden gesellschaftlichen Strukturen. Deshalb heißt Noten abschaffen: Gesellschaft verändern!"
Auszug aus einem Aufruf der Linken SchülerInnenAktion (LiSa) Berlin. Am Freitag, 31. Januar, um 13 Uhr gingen die Zeugnisse einiger Schüler vor dem Roten Rathaus in Berlin tatsächlich in Flammen auf. Aber nur die Kopien, nicht die Originale - so weit ging die Courage dann doch nicht.
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