Albert Einstein: Forschergeist braucht Freiheit
"Als Student war es mir nicht klar geworden, daß der Weg zu einer genauen Kenntnis der Grundzüge der Physik über höchst komplizierte mathematische Verfahren führt. Diese Erkenntnis dämmerte mir erst allmählich nach langen Jahren der freien wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet der Naturwissenschaften. Allerdings ist auch die Physik in Teilgebiete gespalten, von denen jedes imstande ist, ein kurzes Lebenswerk voll auszufüllen, ohne den Hunger nach tieferer Erkenntnis zu stillen. Auch hier hatte man es mit einer überwältigenden Masse ungenügend zusammenhängender, auf experimentellem Wege gewonnener Daten zu tun. (...)
Der Haken an der Sache war allerdings der, daß man sich für die Prüfungen mit diesem Zeug den Kopf vollstopfen mußte. Dieser Zwang hatte eine derart abschreckende Wirkung auf mich, daß mir nach meiner Abschlußprüfung ein ganzes Jahr lang die Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Problemen widerstrebte. (...) Mir erscheint es tatsächlich nahezu wie ein Wunder, daß die heutigen Lehrmethoden den heiligen Forschergeist noch nicht zur Gänze erstickt haben; denn gerade dieses zarte Pflänzchen braucht in erster Linie Freiheit, ohne die sie unweigerlich zugrundegeht."
Albert Einstein, Nobelpreisträger, 1951 in einem Rückblick auf seine Studienzeit (ausgegraben von der Zeitschrift "Universitas").
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