Phnom Penh - Hunderte von Polizisten haben am Dienstag begonnen, Schulen im ganzen Land abzuriegeln. Sie sollen Schummlern einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Bisher kam es häufig vor, dass Examenskandidaten Aufgabenzettel der landesweiten Prüfungen aus dem Fenster warfen. Draußen lösten ihre Komplizen die Aufgaben schnell mit Hilfe von Unterrichtsbüchern, wickelten Lösungszettel um Steine und warfen oder katapultierten sie in den Unterrichtsraum zurück.
Mitunter führte das nach Angaben der Polizei zu bösen Verletzungen. "Wir machen das auch zur Sicherheit der Schüler und Lehrer drinnen, weil manchmal Steine Leute am Kopf getroffen haben", sagte Polizeisprecher Som Sovanarith. Verhaftet wurde zunächst niemand. Aber die schwierigen Prüfungen wie in Chemie oder in Mathematik stünden noch aus, so der Polizeisprecher: "Warten wir mal ab."
Nach dem Terror-Regime der Roten Khmer, die in den siebziger Jahren etwa 1,7 Millionen Menschen ermordeten, und nach Jahrzehnten des Bürgerkrieges leidet Kambodscha unter einem chronischen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Es gibt zwar einen Bildungsboom, aber zugleich ist offenbar die Zahl der Betrugsversuche bei Prüfungen gewachsen.
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