Studentenzahl:
50.951 (Wintersemester 2010/2011)
Derzeitige Gebühren:
keine allgemeinen Studiengebühren; 51 Euro Verwaltungsgebühren
Historie:
Brandenburgs damalige Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte nach dem Gebühren-Urteil des Bundesverfassungsgerichts anno 2005, Brandenburg werde bei Studiengebühren "nicht Vorreiter werden" - war und ist aber pro Gebühren. Brandenburgs Studenten braucht das nicht mehr zu kümmern, Wanka ist seit 2010 Ministerin in Niedersachsen.
Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) befürchtete zu Beginn der Debatte um die Studiengebühren massive Wanderungsbewegungen von Studenten an gebührenfreie Hochschulen, sobald die ersten Länder mit dem Bezahlstudium ernst machen - und war darum zwar 2006 als SPD-Vorsitzender strikt gegen Gebühren, als Landeschef aber nicht ganz so sehr. Deshalb brachte er nach der Karlsruher Entscheidung eine bundesweite Gebührenregelung ins Gespräch.
Position:
Platzeck, einer der wenigen SPD-Politiker, die Gebühren nicht rundheraus ablehnen, machte in seinem rot-roten Kabinett die parteilose Pragmatikerin Sabine Kunst zur Ministerin. Zwischen Sozialdemokraten und Linken ist es ausgemachte Sache, das ein Studium gebührenfrei sein soll.
Prognose:
Solange die rot-rote Koalition hält, wird es in Brandenburg keine Campusmaut geben. Und wie alle neuen Bundesländer scheut es die Gebühr auch, weil das kostenfreie Studium bislang ein schlagkräftiges Argument ist, mit dem die Ost-Länder um mehr Studenten vor allem aus dem Westen werben.
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