Schon im vergangenen Jahr kam es in Großbritannien zu einer Mumps-Welle unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen, Anfang 2004 erneut. Ähnliche Ausbrüche gibt es jetzt überall in England, Wales, Schottland und Irland. Vor allem an zahlreichen Hochschulen hat sich die Krankheit bereits ausgebreitet.
In Irland zum Beispiel wurden bislang 75 Fälle der Virusinfektion an drei Colleges gemeldet - immerhin doppelt so viele wie im Vorjahr. Ähnliche Steigerungen melden auch englische Städte. Die Gesundheitsbehörden rechnen bis Ende des Jahres mit mindestens 3000 Mumps-Erkrankungen. Nach ihren Angaben haben viele der Studenten und Jugendlichen noch nicht als Kinder an den Routineimpfungen gegen Mumps teilgenommen - und sind jetzt besonders anfällig.
Dabei bilden Universitäten offensichtlich das Viren-Mutterschiff. Deshalb bieten viele britische Hochschulen ihren Studenten bereits kostenlose Massenimpfungen an, um die Epidemie einzudämmen. Außerdem gibt es Informationen im Internet und in Studentenzeitungen. Mitunter fordern Universitäten erkrankte Studenten auf, nicht zum Studium zu erscheinen, bis es ihnen wieder besser geht.
Das Centrum für Reisemedizin rät Touristen bereits, unbedingt ihren Schutz zu überprüfen. In der Regel werden Kinder im zweiten Lebensjahr gegen Mumps, Masern und Röteln geimpft. Andernfalls sei eine Impfung auch zu einem späteren Zeitpunkt zu empfehlen und eventuell eine Auffrischung nötig, so das Centrum.
In den neunziger Jahren schien Mumps in Großbritannien bereits ausgelöscht, so gab es 1996 lediglich zehn Fälle. Mumps, auch als Ziegenpeter bekannt, wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, also zum Beispiel beim Niesen oder Husten. Nach der Ansteckung dauert es zwi bis drei Wochen, bis die typischen Symptome auftreten: Ohrenschmerzen, Schwellung der Ohrspeicheldrüse, Schmerzen beim Kauen. Die Krankheit ist nicht ganz ungefährlich. In seltenen Fällen kann es zu Hirn- und Hirnhautentzündungen sowie zu Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und anderer Drüsenorgane kommen. Als Folge sind bleibende Schäden möglich, von Schwerhörigkeit bis zur Sterilität nach doppelseitiger Hodenentzündung bei Männern.
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