"Kinder werden nach wie vor als Objekte gesehen, deren Köpfe mit Fachwissen gefüttert werden müssen. So kann man aber nichts lernen. Das Lernen an deutschen Schulen erinnert mich bisweilen an Bulimie. (...) Dann kommt die Prüfung, und anschließend entledigen sich die Schüler des angelernten Wissens wie Essgestörte der Nahrung. Die Kinder müssen anders lernen als bisher. Passiv erlerntes Wissen ist nutzlos. Man kann sich nur einprägen, was man sich selbst erarbeitet hat."
Gerald Hüther, Hirnforscher an der Universität Göttingen, in einem dpa-Gespräch zum 5. Göttinger Bildungskongresses. Hüther kritisiert den klassischen Unterricht an deutschen Schulen als "passive Lerndressur" - und aus den schlechten Pisa-Ergebnissen zögen deutsche Politiker den falschen Schluss, man müsse "noch mehr Stoff noch schneller und effektiver in die Kinder reinbekommen". Der Wissenschaftler fordert, die Begeisterung der Kinder für das Lernen zu erhalten und zu fördern, statt sie zu reinen "Fachidioten" zu machen.
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