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13.02.2005
 

Bachelor und Master

Jeder vierte Studiengang ist bereits umgestellt

Lange zögerten die deutschen Hochschulen mit der Einführung neuer Studienabschlüsse, doch inzwischen bieten sie rund 3000 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Damit kann Deutschland sich in Europa durchaus sehen lassen.

Bachelor-Absolventen (in Bremen): "Weit vorangekommen"
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DPA

Bachelor-Absolventen (in Bremen): "Weit vorangekommen"

Jeder zehnte Studienanfänger ist mittlerweile in einem Bachelor- oder Masterstudiengang eingeschrieben, mit der Umstellung der Studienangebote sputen sich die deutschen Hochschulen im europäischen Vergleich. "Immer mehr Universitäten und Fachhochschulen stellen sich dem internationalen Wettbewerb", sagte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD), als sie am Freitag in Kiel den nationalen "Bologna-Berichts 2004" vorstellte, "Deutschland ist damit auf dem Weg zum europäischen Hochschulraum sehr weit vorangekommen."

Die Bachelor- und Master-Einführung soll die internationale Vergleichbarkeit der Hochschulabschlüsse verbessern und den Wechsel von Studenten und Arbeitnehmern ins Ausland erleichtern. Das zweistufige Studiensystem zählt zu den Hauptinhalten des "Bologna-Prozesses", auf den sich im September 2003 in Berlin 40 Staaten verständigt hatten.

"Mittelständler muss man noch überzeugen"

In den 40 Staaten sollen alle Universitätsdisziplinen bis 2010 auf gestufte Studiengänge umgestellt werden. Dabei liegt Deutschland hinter Norwegen, Schweden und Frankreich in der Spitzengruppe. In Wirtschaft und öffentlichem Dienst sei die Akzeptanz für die neuen Abschlüsse seit dem vergangenen Jahr deutlich gestiegen, sagte Bulmahn.

Grafik: Akzeptanz bei Arbeitgebern
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Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Grafik: Akzeptanz bei Arbeitgebern

Wie es um die Chancen der Berufseinsteiger und den Bekanntheitsgrad des Abschlusses bei potenziellen Arbeitgebern steht, ist bislang eine der bangen Fragen von Studienanfängern und Studenten, die sich für ein Bachelorstudium entschieden haben. "Wir haben uns starke Partner ins Boot geholt, die für die Akzeptanz der neuen Strukturen werben", sagte die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD). Das gelte vor allem für große Konzerne, "Mittelständler und kleine Unternehmen muss man noch überzeugen".

Recht unterschiedliches Reformtempo

Über 2900 der neuartigen Studiengänge gibt es in Deutschland bereits. Das Reformtempo ist in den Fachbereichen aber recht unterschiedlich. So stellten die Naturwissenschaften wegen ihrer internationalen Vernetzung schneller um als andere Disziplinen, sagte Bulmahn. Dagegen sei der Prozess bei Massenstudiengängen wie Jura, Medizin oder Lehramt, die mit Staatsexamen abschließen, noch nicht in vollem Gang. Erhebliche Widerstände gibt es auch bei den Ingenieurwissenschaften an den Technischen Universitäten, die vor einer "Schmalspur-Ausbildung" warnen.

Einer der Bachelor-Pioniere: Ruhr-Uni Bochum
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Einer der Bachelor-Pioniere: Ruhr-Uni Bochum

Zu den ersten deutschen Hochschulen, die bereits Mitte der neunziger Jahre mit Bachelormodellen experimentierten, zählten die Ruhr-Universität Bochum und die Universität Augsburg. In Bochum begann es mit den Geisteswissenschaften, inzwischen kann man dort sämtliche Fächer nach dem zweistufigen Modell studieren.

Nach Auffassung von Bulmahn und Ersiek-Rave eröffnen die neuen Studienkonzepte die Chance zur grundlegenden Strukturreform. Der modulare Aufbau mache "mit der unseligen Abschlusszentrierung des Studiums Schluss", betonte Erdsiek-Rave. Außerdem rechne sie damit, dass die Abbrecherquote bei den Studenten sinke und sich die Studienzeiten insgesamt verringerten. Der jetzt vorgelegte nationale Bericht dient der Vorbereitung auf die nächste Bologna-Konferenz am 19. und 20. Mai 2005 im norwegischen Bergen.

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