Mehr als 20 Neonazis haben in der serbischen Stadt Novi Sad ein Universitätsseminar über "Faschistische Bedrohungen heute" gesprengt. Mit Brechstangen und in schwarzen Lederjacken drangen sie am Mittwochabend ins Uni-Gebäude ein, hoben die Hand zum faschistischen Gruß und schlugen Studenten wie Professoren ins Gesicht, wie die Polizei mitteilte. Die Neonazis gehören der Organisation Nacionalni Stroj (Nationale Formation) an. Sie ließen Flugblätter zurück und ergriffen vor dem Eintreffen der Polizei die Flucht.
Die Gruppe wurde schon in den vergangenen Monaten für faschistische Graffitis verantwortlich gemacht, die wichtige Gebäude der Stadt verunstalteten. Die Eindringlinge beschimpften die Seminarteilnehmer als "Kommunisten".
Novi Sad, die Hauptstadt der multiethnischen Provinz Vojvodina wird häufiger von nationalistischen Straftätern heimgesucht. Serbiens Präsident Boris Tadic verurteilte den Vorfall und bezeichnete die Neonazis als "Gefahr für die junge Generation und für das das ganze Wertesystem".
Auch an tschechischen Schulen fielen Neonazis durch ideologische Umtriebe auf. Dort tauchten Bücher antisemitischen Inhalts des deutschen Rechtsextremisten Ernst Zündel auf, der zur Zeit vor dem Landgericht Mannheim wegen Volksverhetzung angeklagt wird. Sie wurden von Unbekannten offenbar mit dem Ziel verschickt, den Holocaust zu leugnen oder zu relativieren. Weil das auch in Tschechien strafbar ist, hat die Polizei Ermittlungen eingeleitet.
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