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24.02.2006
 

Zitat des Tages

Mehr Professoren, weniger Qualität?

Bund und Länder bewerfen "Elite-Unis" mit Geld - das aber fließt allein in die Forschung. Wo bleibt die Lehre, was haben Studenten davon? Während die Rektoren 8000 neue Professuren fordern, hält Bundesforschungsministerin Annette Schavan dies für den ganz falschen Weg.

Will die Länder nicht verprellen: Ministerin Schavan
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AP

Will die Länder nicht verprellen: Ministerin Schavan

"Schavan: In der Debatte wollen wir herausfinden, was Bund und Länder einbringen können, so dass steigende Studierendenzahlen eine positive Nachricht und kein Grund für eine jahrelange Jammergeschichte sind. (...) Wenn wir über Kapazitäten sprechen, dann heißt das: Es muss mehr Lehre möglich sein. Wenn der Bund sich in bestimmten Bereichen, die zur Forschung gehören, stärker engagiert, wäre also zu fragen, wie sich das auf die Investitionen der Länder in die Lehre auswirken könnte. Das Ziel muss sein, mehr Lehre zu haben, ohne dass damit ein Qualitätsverlust einhergeht.

duz: Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) schlug Ende 2005 vor, 8000 Professuren sofort zu besetzen. Was halten Sie davon?

Schavan: Das zu tun, wäre meiner Einschätzung nach der schnellste Weg zum Qualitätsverfall."

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) in einem Interview mit dem "duz"-Magazin über die Forderung nach einer massiven Aufstockung der Professuren. Die Rektoren sehen einen "Hochschulpakt 2020" als richtige Reaktion auf rasant steigende Studentenzahlen, mit denen die Kultusminister rechnen: Ihrer Prognose zufolge werden 2012 rund 2,7 Millionen Studenten an deutschen Hochschulen eingeschrieben sein; derzeit sind es zwei Millionen.

Die Länder allerdings sind so chronisch klamm, dass niemand ernsthaft mit spürbar steigenden Mitteln für die Hochschulen rechnet - und der Bund darf sich nach der Föderalismusreform in die Bildungspolitik nicht mehr einmischen und ihnen auch kein Geld schenken. Wie die Unis dann den Studenten-Ansturm bewältigen sollen, zählt derzeit zu den großen Rätseln der Bildungspolitik. Schavan deutet einen Weg an - vorsichtig und etwas gewunden, um die Wissenschaftsminister der Länder nicht zu verprellen: Der Bund investiert mehr in die Forschung, die Länder werden so entlastet und können mehr Geld in die Lehre stecken.

jol

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