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17.09.2006
 

Auslandsstudium

Wachsendes Fernweh

Deutsche Studenten zieht es verstärkt hinaus in die Welt. Großbritannien und die USA sind regelrechte Magneten, auch die europäischen Nachbarn können punkten. Der "Shootingstar" aber liegt am anderen Ende des Globus.

Insgesamt waren im Jahr 2004 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 69.000 Studenten an Hochschulen in einem anderen Land eingeschrieben - fünf Prozent mehr als im Jahr davor. Noch deutlicher fällt die Steigerung aus, wenn man einen längeren Zeitraum betrachtet. 1994 beispielsweise hatten sich erst 40.000 Studenten ins Ausland gewagt.

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Damit kamen auf 1000 im Inland eingeschriebene Deutsche rund 40 im Ausland. Beliebtestes Ziel 2004 war erneut Großbritannien, mit 16 Prozent aller studierenden Deutschen im Ausland. Rang zwei belegten die USA mit 12,5 Prozent, Rang drei die Niederlande mit 11,8 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgten die Schweiz, Österreich und Frankreich, alle um die zehn Prozent. Deutlich an Popularität gewonnen haben zum Beispiel Spanien und Schweden, vor allem aber Australien - die Zahl deutscher Studenten "down under" hat sich binnen drei Jahren glatt vervierfacht. Die am häufigsten gewählten Fächer im Ausland waren Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Sport.

Der Schritt in Ausland bedarf aber einer gewissen Vorbereitung, betonen Experten. "Es gibt kein Last-Minute-Ticket", sagt Claudius Habbich vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Er schätzt die angemessene Vorbereitungszeit auf ein Jahr bis eineinhalb Jahre.

"Kein Last-Minute-Ticket"

Trotz des Aufwandes hält er den Blick über den Tellerrand für beinahe unabdingbar. "Neben der Vertiefung von fachlichen und sprachlichen Kenntnissen ist ein Auslandsstudium natürlich auch ein Pluspunkt für den Lebenslauf. Da sind die Ansprüche bei den künftigen Arbeitgebern gewachsen", sagt Habbich.

Zu einem kompletten Studium im Ausland rät der DAAD aber nur, wenn man wirklich vorhat, sein Studium auch im Ausland abzuschließen. Andernfalls könnte es Probleme mit der Anerkennung der Studienleistungen geben. Schwierigkeiten drohen auch bei der Anerkennung von ausländischen Abschlüssen für spätere Tätigkeiten im öffentlichen Bereich und für bestimmte Berufsgruppen.

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Wer dagegen nur einen Teil seines Studiums im Ausland verbringen möchte, sollte nicht allzu früh in die weite Welt streben. Man sollte einen groben Überblick über das Fachgebiet haben, im Idealfall also nach dem Grundstudium ins Ausland gehen. "Der klassische Zeitraum lag bislang immer zwischen dem fünften und siebten Semester. Das wird sich durch die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor- und Masterabschlüsse aber bald ändern", erklärt Habbich.

Studenten mit Fernweh sollten sich auf zusätzliche Kosten einstellen, sagt DAAD-Experte Habbich. Zu möglichen Studiengebühren kommen noch die Lebenshaltungskosten im Gastland hinzu. Ein Student, der Bafög bezieht, kann sich unter bestimmten Voraussetzungen auch für den Auslandsaufenthalt fördern lassen.

jaf/AP/dpa/rtr

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