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21.09.2006
 

Studiengebühren in Hamburg

Asta kuschelt mit der Uni-Leitung

An der Uni Hamburg proben Studentenvertreter und Hochschulleitung Kooperation statt Konfrontation. Ein gemeinsamer Pannendienst soll die Extra-Euros aus Studiengebühren an die richtige Stelle lenken: Studenten können ab sofort melden, was in der Lehre alles schiefläuft.

Wenn in Hamburg zum Sommersemester 2007 Studiengebühren eingeführt werden, hat die Uni der Hansestadt pro Jahr bis zu 30 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen. Damit sollen zum Beispiel die Unterrichtsräume der Hochschule auf Vordermann gebracht werden, was die Ausstattung mit moderner Technik angeht.

Hamburgs Uni-Präses Lüthje (2005, mit Gebührengegnern): "Politischen Druck machen"
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Den Gedankenspielen des Hamburger Wissenschaftssenators Jörg Dräger, mit den Studiengebühren zusätzliche Studienplätze zu finanzieren, erteilte Uni-Präsident Jürgen Lüthje eine klare Absage: "Das kommt für uns überhaupt nicht in Frage. Die zusätzliche Nachfrage nach Studienplätzen muss durch eine ergänzende staatliche Finanzierung sichergestellt werden. Es kann nicht angehen, den Studierenden Studienbeiträge abzuverlangen und damit die Studienplätze anderer Studierender zu finanzieren."

Die Studiengebühren von 1000 Euro im Jahr müssen ausschließlich und unmittelbar dafür eingesetzt werden, um die Studien- und Lehrbedingungen an der Uni Hamburg zu verbessern, sind sich Uni-Leitung und Asta einig. Deshalb haben sie Dienstag ein ungewöhnliches Bündnis geschmiedet und eine gemeinsame Vereinbarung unterschrieben.

Der alte Asta hatte in Sachen Studiengebühren eine Fundamentalopposition betrieben und jede Kooperation verweigert. Der gerade neu gewählte Asta sieht in der Zusammenarbeit mit der Hochschulleitung dagegen eine Chance, mehr für die Studierenden herauszuholen.

Mehr Tutorien als wichtiger Punkt

"Wir haben als Interessenvertreter ein gesundes Misstrauen gegen den Senat, dass der sich vielleicht doch noch mal überlegt, die Studiengebühren zur Absenkung des staatlichen Hochschuletats zu verwenden", sagt der neue Asta-Vorsitzende Christian Höft. "Zweitens gibt es bisher keine gesicherte Datengrundlage über die Probleme, die die Studierenden hier an der Uni im Alltag haben. Die können sie über unser Portal direkt an die Arbeitsgruppe weiterleiten. Und die wird sie auch behandeln, das ist garantiert."

Unter www.campus-hamburg.de können die Studierenden ab sofort mitteilen, welche Seminare überfüllt sind, wo welche Bücher fehlen oder welche Änderungsvorschläge sie sonst haben. Zum Sommersemester, wenn die Studiengebühren fällig sind, sollen die ersten Verbesserungen schon umgesetzt sein.

"Ein ganz entscheidender Punkt aus unserer Sicht ist die Betreuungsrelation, die Verbesserung des Verhältnisses von Studierenden und Lehrenden zahlenmäßig", so Christian Höft. "Das können Korrekturassistenten sein, das können studentische Tutoren sein, die am Anfang des Studiums den Studierenden den Weg weisen."

Und was tun, wenn der Wissenschaftssenator mit Blick auf die Studiengebühren den Hochschuletat kürzt? Dann schlagen wir Alarm, sagt Uni-Präsident Lüthje. "Dagegen gibt es rechtlich kein Instrument, wohl aber gibt es politische Mittel, dagegen vorzugehen. Wir haben gerade mit dem Asta unserer Universität eine Vereinbarung abgeschlossen, dass wir eine gemeinsame Arbeitsgruppe einsetzen werden, die genau beobachtet, wie sich die Mittel für Lehre und Studium im staatlichen Haushalt entwickeln, auch die Verwendung der Studiengebühren analysieren wird", erklärt Lüthje. "Und wenn wir feststellen, dass indirekt auf die Studiengebühren zugegriffen wird, dann werden wir die Öffentlichkeit informieren und durch geeignete Maßnahmen politischen Druck machen."

Von Werner Nording, "Campus & Karriere" / Deutschlandfunk

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20.06.2008 von Rainer Daeschler:

Auch sollte man nicht vergessen, dass die Ausbildung von Studenten nicht die alleinige Funktion einer Universitäẗ́ät ist, wenn man danach trachten sollte, die Fixkosten auf sie durch Studiengebühren zu verteilen. mehr...

20.06.2008 von Heinzel:

Wichtig wäre zu wissen, wie hoch der Anteil der Fixkosten an den gesamten Aufwendungen ist, die für den Betrieb einer Universität aufgebracht werden müssen. mehr...

07.06.2008 von discipulus: Kurz, knapp, klar!

Verehrter Poster, vielen Dank für Ihrer scharfsinnige Analyse. Endlich traut sich mal jemand, dem gemeinen Volk zu sagen, was Sache ist. Sind Sie Politiker? mehr...

07.06.2008 von Pater Aaron Isidor: Warum sagt den Menschen hier im Lande niemand die Wahrheit?

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07.06.2008 von tl-hd:

So wie ich das sehe, sind wir uns im Grunde also einig. Denn mir ging es ja auch primär darum, diese Irrationalität aufzuzeigen, indem ich Aussagen wie "das Geld geht doch an die Unis, also ist doch alles ok" [...] mehr...

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