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10.10.2006
 

Millionengewinn für Studienabbrecher

"Mein Uni-Wissen hat bei keiner Frage geholfen"

Studium geknickt, Jackpot geknackt: Stefan Lang konnte bei "Wer wird Millionär" alle Fragen beantworten und strich dafür 1.000.000 Euro ein. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview lüftet er sein Erfolgsrezept: Die sechs Jahre an der Uni haben nicht geholfen - dafür aber ausgiebiges Fernsehen.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben Ihr Studium 2001 wegen drohender Langzeit-Studiengebühren abgebrochen. Wollen Sie nun zurück an die Uni, Sie könnten es sich ja locker leisten?

Gewinner Lang: Am liebsten als Angestellter weiter arbeiten
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RTL

Gewinner Lang: Am liebsten als Angestellter weiter arbeiten

Lang: In der nächsten Zeit sicherlich nicht. Ich habe die Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechaniker nie bereut. Eine handwerkliche Tätigkeit war auch während des Studiums immer eine Sehnsucht, ich liebe meinen Job als Aufzugsmonteur. Am liebsten würde ich auch nach dem Gewinn einfach so als Angestellter weiter arbeiten – ganz normal.

SPIEGEL ONLINE: Während der Quizsendung haben Sie sich vor einem riesigen Publikum als Langzeitstudent und Opfer von Studiengebühren geoutet. Ein politisches Statement?

Lang: Mit der aktuellen Debatte, um die Einführung des Bezahlstudiums für alle, habe ich mich ehrlich gesagt kaum beschäftigt. Aber Gebühren verlangen auch eine Gegenleistung. Solange es in deutschen Unis überfüllte Hörsäle und Seminare gibt, kann man eigentlich kein Geld von den Studenten fordern.

SPIEGEL ONLINE: Hätten Sie Ihr Studium nicht durch ein Darlehen finanzieren können?

Lang: Mich haben die Langzeitstudiengebühren damals quasi über Nacht getroffen. Ich hatte schon sechs Jahre studiert, auch weil ich ehrenamtlich als Sportreferent an der Uni gearbeitet und gejobbt habe. Einen Kredit hatte ich auch schon aufgenommen, um mir Miete, Essen und Bücher zu finanzieren. Allein für das Latinum, das mir für mein Geschichtsstudium noch fehlte, hätte ich noch zwei Semester und rund 2000 Euro Gebühren investieren müssen. Das hätte ich mir nicht leisten können.

SPIEGEL ONLINE: Sechs Jahre Studium, hat Ihnen das beim Gewinn des Jackpots geholfen?

Lang: Bei keiner einzigen Frage. Ich konnte eher mein Allgemeinwissen aus der Schule nutzen. Bei der Millionenfrage: "Welches chemische Element macht mehr als die Hälfte der Masse eines menschlichen Körpers aus?", war ich mir dank des Biounterrichtes in der Oberstufe ziemlich sicher. Ich lese auch häufig Zeitungen und schaue gerne Reportagen im Fernsehen an. Daher wusste ich auch, wie der Ehemann von Britney Spears heißt.

SPIEGEL ONLINE: Das heißt, Ihr Studium hat Sie nicht klüger gemacht?

Lang: Doch schon, aber Geschichtswissen und Sport waren in meiner Runde einfach nicht so gefragt.

SPIEGEL ONLINE: Was machen Sie mit einer Million Euro?

Lang: Ich fliege mit meiner Frau nach Indien, kaufe ihr ein kleines Auto und zahle unsere Eigentumswohnung ab. Der Rest des Geldes wird erst einmal angelegt. Da bin ich konservativ.

Die Fragen stellte Antonia Götsch

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